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Monday, October 23, 2017
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(K)ein Ende der Bildungsexpansion in Sicht!?

Eine Simulation zukünftiger Entwicklungen im deutschen Bildungssystem unter Berücksichtigung demographischer Entwicklungen in einem sozial selektiven Bildungssystem

"Social Science Simulations"  · volume 13

366 pages ·  49.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1173-8 (November 2015 )

20 farbige Abbildungsseiten

 
 
Neben Finanzkrise und Klimakatastrophe sind der demographische Wandel und das Bildungsniveau der Bevölkerung zentrale Herausforderungen für die Politik. In der Soziologie werden die letzten beiden Probleme gewöhnlich getrennt behandelt, in der vorliegenden Arbeit sollen sie mit Hilfe eines Mikrosimulationsmodells zusammengeführt werden. Fasst man den Erkenntnisstand beider Forschungszweige zusammen, so zeigen die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte übereinstimmend einen positiven Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung sowie einen negativen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Tempo und Quantum der Reproduktion. Im Zentrum der Studie steht daher die Analyse des reziproken Einflusses zwischen demographischen Prozessen und der Entwicklung der Bildungsbeteiligung. Das Mikrosimulationsmodell kann aufzeigen, dass die Entwicklung des Qualifikationsniveaus einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung zentraler demographischer Parameter (durchschnittliche Kinderzahl, Alter bei erster Geburt und Anteil an kinderlosen Frauen) hat. Somit liefert die Arbeit Hinweise darauf, dass der demographische Wandel weniger als bislang angenommen das Resultat einer schichtübergreifenden Veränderung des Reproduktionsverhaltens ist, sondern vielmehr auf eine stärkere Zunahme fertilitätsschwacher Bildungsschichten zurückzuführen ist.


zusätzliche Downloads:
Programmcode, das Programm und mehrere Syntax-Routinen


"Der demografische Wandel ist "weniger als bislang angenommen das Resultat einer schichtübergreifenden Veränderung des Reproduktionsverhaltens, sondern vielmehr auf eine stärkere Gewichtung fertilitätsschwacher Bevölkerungsschichten zurückzuführen" (279). Zu diesem Ergebnis kommt Marc Hannappel, indem er mithilfe einer Simulation die neusten Forschungsergebnisse der Bildungs‑ und Familiensoziologie zusammenführt. Das sogenannte Mikrosimulationsmodell dient ihm dazu, die Wahrscheinlichkeit bestimmter biografischer Ereignisse zu berechnen und Entwicklungen aufzuzeigen, "wie sie unter bestimmten Annahmen eintreffen können" (283). Weil es die zukünftige Verteilung wichtiger Parameter zum Gegenstand der Simulation macht, stellt es der Autor als eine Alternative zu den Prognosemodellen des Statistischen Bundesamtes vor. Neben diesem methodischen Schwerpunkt wird argumentiert, dass die soziale Herkunft einen positiven Einfluss auf das Qualifikationsniveau der Kinder hat und ein negativer Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Kinderanzahl besteht. Diese bekannten Annahmen werden aus der Literatur hergeleitet und für die Berechnung operationalisiert. Auf der Grundlage des Mikrozensus 2008 konstruiert der Autor das auf der Individualebene angesiedelte Modell, um verschiedene Kombinationen des Bildungsniveaus und deren Wirkung auf die demografische Entwicklung miteinander zu vergleichen. Er gelangt zunächst zu dem Ergebnis, dass sich die Bildungsexpansion in einem "entschleunigten Verlauf" (273) fortsetzt, während die Fertilitätsrate pro Kohorte sich bei 1,5 Kindern pro Mutter einpendelt. Im Szenarienvergleich werden unterschiedliche Bildungsabschlüsse der Eltern und ihre Wirkung auf die Bildungsbeteiligung und die Fertilität der nachfolgenden Kohorte verglichen. Hier zeigt sich, dass der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe einen entscheidenden Einfluss auf die Bildungsbiografien der Kinder hat, dass mit erhöhter Bildungsbeteiligung aber auch das Alter bei der Geburt des Kindes und der Anteil kinderloser Frauen steigen, während die durchschnittliche Kinderanzahl sinkt."


the author
Dr. Marc Hannappel
Marc Hannappel (geb. 1980) studierte Erziehungswissenschaften an der Universität Koblenz-Landau; Campus Koblenz. Anschließend promovierte er dort am Institut für Soziologie. Seine Promotion wurde von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und 2015 durch den "Förderkreis Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz" mit dem Koblenzer Hochschulpreis ausgezeichnet. Er arbeitet seit 2010 am Institut für Soziologie der Universität Koblenz-Landau; Campus Koblenz.
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  • "die Wahrscheinlichkeit bestimmter biografischer Ereignisse zu berechnen und Entwicklungen aufzuzeigen" ...
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