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Sunday, February 18, 2018
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"...die ökonomische Theorie in einen breiten philosophischen Rahmen stellen..."

Das Lebenswerk von Louise Sommer (1889-1964)

"Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie"  · volume 45

361 pages ·  44.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1113-4 (November 2014 )

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"... die ökonomische Theorie in einen breiteren philosophischen Rahmen stellen..." - diese Worte, mit denen Louise Sommer das Ziel eines von ihr angedachten Buchprojekts beschreibt, können als Motto ihres gesamten wissenschaftlichen Werkes angesehen werden. Ihr Interesse, das sie in Forschung und Lehre leitete, galt der Geschichte des ökonomischen Denkens, Methodenfragen und der Gestaltung der europäischen Handelspolitik.

1889 in Wien geboren, war Louise Sommer nach ihrem dortigen Studium die erste Frau, die in Basel mit "summa cum laude" promovierte. Anschließend wirkte sie lange Jahre als Dozentin an der Universität Genf und verlegte den Ort ihres Schaffens schließlich in die USA. Dort wurde sie von so renommierten Ökonomen wie Fritz Machlup und Gottfried Haberler unterstützt. Dank ihrer exzellenten Sprachkenntnisse gelang es ihr, sich auch als Übersetzerin einen Namen zu machen, unter anderem von Daniel Bernoullis berühmtem Aufsatz zum St. Petersburg-Paradox.

Den Ausgangspunkt ihres Werkes bildet die zum Standardwerk gewordene Monografie Die österreichischen Kameralisten in dogmengeschichtlicher Darstellung (1920/25). Der darin zu erkennende Einfluss der Österreichischen Schule blieb bis ins Spätwerk von Bedeutung - war jedoch von Anfang an durchzogen von anderen wirtschaftswissenschaftlichen Strömungen. In der Integration einer Vielfalt von Denkansätzen und der tief gehenden Analyse ideengeschichtlicher Hintergründe besteht der besondere Wert von Louise Sommers Werk.

Wirtschaft und Gesellschaft, Heft 4, 2017, 645-649 ()

"Der Name Louise Sommer ist jenen Ökonomen bekannt, die sich einmal intensiver mit Merkantilismus und Kameralismus beschäftigt haben. Fast hundert Jahre nach dem Erscheinen ist ihre zweibändige Studie "Die österreichischen Kameralisten in dogmengeschichtlicher Darstellung" (1920/1925) immer noch die umfassendste und wichtigste Darstellung und Bewertung der ökonomischen Schriften von Becher, Hörnigk, Schröder, Justi und Sonnenfels, die nicht nur als Meilensteine der frühen deutschen Wirtschaftswissenschaft gelten, sondern auch die Wirtschaftspolitik der habsburgischen Erbländer maßgeblich und nachhaltig geprägt haben.

Über die Autorin dieses Standardwerkes war bis vor Kurzem kaum etwas bekannt. Erst im Zuge der systematischen Erforschung der Beiträge von Frauen zur Entwicklung der Wissenschaften machte ein Beitrag auf Louise Sommer aufmerksam. Mit dem Buch von Ute Lampalzer, ursprünglich eine Dissertation an der Universität Hamburg, liegt nun eine umfassende Monografie über Leben und Gesamtwerk der aus Österreich stammenden Ökonomin vor.

Sommers erstes und mit zusammen über 600 Seiten umfangsreichstes Buch bietet weit mehr als eine Darstellung der Werke der sogenannten österreichischen Kameralisten. Der selbstständige erste Band gibt eine vergleichende Charakteristik der Merkantilsysteme der wichtigsten europäischen Staaten und behandelt auch die Beziehungen zwischen den theoretischen Denkmodellen der frühen Ökonomen und der Entwicklung des sozialphilosophischen Denkens seit Beginn der Neuzeit. Der Merkantilismus ist Teil eines neuen Denkens, des "Geistes der Neuzeit", mit seiner Hinwendung zum Rationalismus und zu einer voluntaristischen Sicht von Wirtschaft und Gesellschaft.

Die österreichischen Merkantilisten waren keine Ökonomen im heutigen Verständnis, sondern befassten sich mit einer Vielfalt von Themen, die bei Becher bis zur Alchemie reichten, sie waren zugleich Staatstheoretiker, Philosophen, politische Ratgeber des Herrschers, in einigen Fällen Betreiber eigener kommerzieller Projekte. Der zweite Band von Sommers Buch bietet auf 500 Seiten detaillierte Darstellungen und Analysen der ökonomischen Theorien der österreichischen Merkantilisten nicht nur im Kontext von deren expliziten oder impliziten staats- und gesellschaftstheoretischen Auffassungen, sondern auch der wirtschaftspolitischen Empfehlungen. ...

Lampalzers Buch liefert eine überzeugende und ausführliche Begründung für die hohe Wertschätzung Louise Sommers als "ausgezeichneter Wirtschaftswissenschaftlerin", in deren Schriften sich "klassische Gelehrsamkeit" mit "präziser moderner ökonomischer Theorie" verbindet. Was dem Buch wahrscheinlich gutgetan hätte, wäre eine Kürzung des Textes der ursprünglichen Dissertation um die zahlreichen Wiederholungen innerhalb der einzelnen Kapitel und um manche Literaturzitate von Autoren, deren Einfluss auf Sommer wenig relevant erscheint. Die Monografie über Louise Sommer kommt zur rechten Zeit, denn "für die heutige Volkswirtschaftslehre wäre ein Denken im Sinne von Louise Sommer in vielerlei Hinsicht wünschenswert" (S. 284) - nicht nur im Sinne von Offenheit bei der Wahl zwischen verschiedenen Methoden, sondern auch zur Bewusstmachung von wissenschaftstheoretischen und weltanschauungsmäßigen Voraussetzungen ökonomischer Theorie, über die intensiver zu reflektieren sich in der heutigen Krise der ökonomischen Theorie lohnen würde."



Bulletin of Political Economy, 9:2, 2015, 171-172 ()

"The author of this book has been highly successful in researching primary sources and developing upon them particular attention to the historical aspects of the construction of the life of a prominent German-speaking economist, who was born in Vienna, in 25.1.1889, studied in Vienna and Basel, Switzerland, where she held her Ph.D. in 1921, taught in Geneva (1926-1946)and in USA (1946-1964), with an interruption again in Geneva (1955-1961), and was famous in the English-speaking economic community with her excellent translation of Bernoulli's (1738) paradox of St. Petersburg in 1954."


the author
Dr. Ute Lampalzer
Ute Lampalzer
known reviews by the publisher
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