sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Thursday, January 18, 2018
 welcome page » history  » history of science  » secondary literature 
Alfred Müller-Armacks Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung des Dritten Weges
download size:
approx. 150 kb

Alfred Müller-Armacks Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung des Dritten Weges

29 pages · 3.99 EUR
(May 2000)

 
I agree with the terms and conditions, especially point 10 (only private use, no transmission to third party) and accept that my order cannot be revoked.
 
 

Aus der Einleitung:

Der Ordoliberalismus der Freiburger Schule um Walter Eucken und die konzeptionellen Arbeiten Alfred Müller-Armacks zur Sozialen Marktwirtschaft waren die einflußreichsten liberalen Beiträge zur ordnungstheoretischen Diskussion und zur Ordnungspolitik in der westdeutschen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis heute werden diese beiden Konzeptionen vielfach in einem Atemzug als scheinbar austauschbare Bezeichnungen für Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik insbesondere in der Zeit Ludwig Erhards angesehen. Zweifellos handelt es sich in beiden Fällen um bedeutende liberale Beiträge zu der Suche nach einem „Dritten Weg“ zwischen wirtschaftsliberalem Laissez-faire-Kapitalismus und zentraler Verwaltungswirtschaft, wie sie „die politische Geschichte der Bundesrepublik von ihrem Beginn an begleiten.“ Allerdings stellt sich Euckens (merkmalsarmer) ordnungstheoretischer Ansatz eher als alternativer und konkurrierender Entwurf zu dem aus der Wirtschaftsstiltheorie mit ihrem evolutorischen Erklärungs- und Gestaltungspotential gewonnenen Ordnungsentwurf Müller-Armacks dar.

Die in der Literatur zu findende, schon von manchen Ökonomen der Freiburger Schule gepflegte Interpretation der Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik als das Resultat einer angeblich im institutionellen Vakuum der Nachkriegszeit möglich gewordenen, bewußten ordnungspolitischen Entscheidung (im Sinne einer rationalen Wahl effizienter Institutionen) wurde in jüngerer Zeit von Werner Abelshauser und Werner W. Engelhardt mit Recht zurückgewiesen. Beide Autoren haben auf eine ganze Anzahl historischer Anknüpfungspunkte in ideen- und institutionengeschichtlichen Traditionen hingewiesen, die für Müller-Armacks sozial irenischen Ordnungsentwurf grundlegend waren und im Sinne der Idee der Pfadabhängigkeit des institutionellen Wandels interpretiert werden können. Den bedeutenden Traditionsstrang des sozialen Protestantismus haben Günter Brakelmann und Traugott Jähnichen in einem gewichtigen Quellenband wieder ans Licht gebracht. Aber schon ältere Autoren haben auf die historisch weit zurückreichenden Wurzeln der als politische Losung so zündenden Sozialen Marktwirtschaft hingewiesen. „Ihre geistigen Wurzeln reichen weit zurück“, schrieb Fritz Karl Mann, „zum mindesten bis zu dem zwiespältigen Wirtschaftsprogramm, das der große Synthetiker John Stuart Mill propagiert hat – übrigens eine Kombination, die auch im Kreise der deutschen historischen Schule lebhaften Widerhall fand. Lujo Brentano hat sich damit vielen Angriffen ausgesetzt; und ein anderer Schrittmacher deutscher Sozialpolitik, Gustav Schmoller, pflegte zu sagen, daß er im Grunde seines Herzens stets ein ‚Altliberaler’ geblieben sei“.


quotable essay from ...
Sozialpolitik und Sozialökonomik
Uwe Jens und Hajo Romahn (Hg.):
Sozialpolitik und Sozialökonomik
the author
Prof. Dr. Siegfried Katterle

emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre (Wirtschaftspolitik), Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Bielefeld.

[more titles]