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Sunday, September 25, 2016
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An den Grundpfeilern unserer Zukunft sägen

Bildungsausgaben, Öffentliche Haushalte und Schuldenbremse

2. Auflage 2011 · 199 pages · 22.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-816-9 (November 2010)

 
 

Description

Die öffentlichen Haushalte stehen angesichts der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse unter erheblichem Konsolidierungsdruck: Die Bundesregierung hat Anfang Juni ein umfangreiches (erstes) Sparpaket verkündet, und auch auf der Ebene der Bundesländer zeichnen sich drastische Ausgabenkürzungen ab. Gleichzeitig scheint ein weitgehender gesellschaftlicher Konsens zu bestehen, die Bildungsausgaben zu steigern.

Der vorliegende Sammelband liefert eine nüchterne Analyse der staatlichen Haushaltspolitik und der bildungspolitischen Erfordernisse. Untersucht werden unter anderem die folgenden Fragen: Hat die öffentliche Hand - wie häufig behauptet - in der jüngeren Vergangenheit wirklich über ihre Verhältnisse gelebt, und welche Auswirkungen hatten die Steuerreformen der zurückliegenden Jahre? Wie sind die deutschen Bildungsausgaben im internationalen Vergleich zu bewerten, und wie hoch fällt der zusätzliche Bedarf im Bereich Erziehung und Bildung aus? Die Antworten auf diese Fragen ziehen den sich abzeichnenden finanzpolitischen Kurs in Zweifel und legen eine expansive Ausgabenpolitik nahe, die insbesondere deutlich höhere Mittel für den Bildungsbereich mobilisieren sollte.

    Inhalt:
  • Ulrich Thöne Einleitung
  • Achim Truger Steuersenkungen, Schuldenbremse und Konjunkturrisiken - Welche Spielräume bleiben für den Staat?
  • Kai Eicker-Wolf Sparen und Kürzen als langjähriges haushaltspolitisches Leitmotiv - das Beispiel Hessen
  • Roman Jaich Welcher Finanzierungsbedarf besteht für das deutsche Bildungssystem - Reichen zehn Prozent des BIP für Bildung und Forschung aus?
  • Cornelia Heintze Unterdurchschnittliche Performanz und unterdurchschnittliche öffentliche Bildungsausgaben - Deutschland im OECD-Vergleich.
  • Gunter Quaißer/Tobias Kaphegyi Privatisierung von Bildung - Ursprung, Besonderheiten und Erscheinungsformen
  • Dokumentation: Das Steuerkonzept der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

known reviews by the publisher (abridgements)

Kritisch lesen, http://www.kritisch-lesen.de/2012/03/bildung-als-reservekasse/ ()  [ to top ]

"Der Sammelband schlägt einen weiten Bogen. Dem Fazit dieser Buchbesprechung vorgegriffen, sei angemerkt, dass den Autorinnen und Autoren von insgesamt fünf Artikeln damit zweierlei gelingt: Zum einen belegen sie das Ausmaß und die Tiefe der deutschen Bildungsmisere, aber auch der Misere öffentlicher Haushalte, anhand zahlreicher Daten und Fakten. Zum anderen beschreiben sie darüber hinaus die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und ideologischen Folgen dieser Politik ? was allerdings an der einen oder anderen Stelle durchaus etwas ausführlicher hätte sein dürfen.

Die Konzeption des vorliegenden Sammelbands, der mit dem Steuerkonzept der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schließt, überzeugt durch die enge Verschränkung der Analysen von Haushalts- und von Bildungspolitik. Es gelingt den Autorinnen und Autoren überdies, die entsprechenden Sachverhalte auf das Wesentliche verdichtet und mit Zahlenmaterial gut unterfüttert darzustellen. Gleichwohl hätte sich der Rezensent an der einen oder anderen Stelle etwas ausführlichere Analysen gewünscht, die sich stärker von der unmittelbaren Präsentation von Zahlen lösen. In Ansätzen sind diese durchaus zu finden, etwa bei Kapheguyi/Quaißer in Form ideologiekritischer Anmerkungen zu Bildungsinhalten oder bei Eicker-Wolf in Form kritischer Überlegungen zur aktuellen hessischen Debatte um die "Schuldenbremse". Mehr davon hätte dem Sammelband gut getan.

Diese Kritik tut dem insgesamt positiven Eindruck jedoch keinen Abbruch. Den Herausgebern ist es gelungen, einen umfassenden und überzeugenden Sammelband zur Situation und Perspektive der Bildungsfinanzierung in Deutschland zusammenzustellen. Wer beruflich mit Bildungspolitik oder Haushaltspolitik zu tun hat, dem sei er daher nachdrücklich empfohlen."



Portal für Politikwissenschaft ()  [ to top ]

Es ist allgemein bekannt, dass Deutschland im internationalen Vergleich im Bildungssektor, sowohl in Bezug auf die Höhe der Bildungsausgaben als auch auf die Bildungsqualität, auf den unteren Rängen rangiert. Diese kritische Lage sei im Hinblick auf die Problemlösungsfähigkeit der deutschen Politiker höchst bedenklich, schreibt Thöne und verweist auf das Scheitern des Bildungsgipfels 2010: "Denn obwohl ein gesellschaftlicher, parteiübergreifender Konsens zu bestehen scheint, im Bildungsbereich die Ausgaben zu erhöhen, gelingt es nicht einmal, über eine geringe Steigerung der Bildungsaufwendungen Einigung zu erzielen." (11) Die Herausgeber und Autoren nehmen den Bildungsgipfel, das jüngste Sparpaket der Bundesregierung sowie die im Sommer 2009 im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse zum Anlass, die staatliche Haushaltspolitik vor dem Hintergrund bildungspolitischer Erfordernisse näher zu untersuchen. In sachlich-nüchternen Analysen werden die Gründe für die angespannte Haushaltslage erforscht, der Investitionsbedarf im Bildungsbereich ermittelt und nach dem Zusammenhang von Bildungsausgaben und Bildungsqualität gefragt. Achim Truger legt plausibel dar, dass die angespannte Haushaltslage keineswegs das Resultat einer überhöhten Ausgabenentwicklung ist, sondern auf die Steuersenkungen der vergangenen zwölf Jahre zurückgeführt werden muss. Cornelia Heintze unterstreicht die Notwendigkeit von Ausgabensteigerungen im Bildungsbereich, wenn substanzielle Verbesserungen erzielt werden sollen. Den Bedarf an öffentlichen jährlichen Mehraufwendungen ermittelt Roman Jaich, er kommt auf die Summe von mehr als 30 Milliarden Euro. Wie diese zu finanzieren sind, ist dem am Ende des Bandes abgedruckten Steuerkonzept der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu entnehmen. Insgesamt bietet der Band einen informativen Überblick über die jüngsten haushaltspolitischen Entwicklungen. Dabei gehen die Autoren auf die offiziellen Begründungen und die Thesen marktradikaler Ökonomen ein, setzen sich kritisch mit diesen Positionen auseinander und legen überzeugend dar, dass es Handlungsalternativen gibt.

Forum Wissenschaft, 1/11, S., 67 ()  [ to top ]

"Bildungspolitik findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist mit den realen Gegebenheiten abzugleichen. Was sind die Bekenntnisse zu höheren Bildungsausgaben wert, wenn gleichzeitig der öffentlichen Hand die finanzielle Basis hierfür entzogen wird? Es ist das Verdienst von Kai-Eicker Wolf und zugleich Ulrich Thöne, die relevanten Themen der Bildungsfinanzierung in fünf Beiträgen in einem Band zusammenzubringen. ... Fazit: Eicker-Wolf und Thöne haben einen lesenswerten Beitrag zur Debatte um die Rolle des Staates - hier mit Blick auf die Bildungsfinanzierung - vorgelegt."


the authors
Dr. Kai Eicker-Wolf
Kai Eicker-Wolf Abteilung Wirtschaftpolitik beim DGB Hessen - Thüringen und Gründungsmitglied der INTERVENTION. Zeitschrift für Ökonomie/Journal of Economics. [more titles]
Ulrich Thöne
Ulrich Thöne Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Frankfurt am Main [more titles]
known reviews by the publisher
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