Gustav A. Horn und Heike Joebges
16 Seiten · 6,00 EUR
(Dezember 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Gustav Horn und Heike Jöbges identifizieren drei Hauptursachen der Krise: eine dramatische Zunahme der ökonomischen Ungleichheit in den Industriestaaten, die sich in der personellen und funktionellen Einkommensverteilung ebenso manifestierte wie in der Vermögensverteilung. Vor allem in Deutschland stagnierende oder rückläufige Einkommen der konsumstarken Mittelschichten und der unteren Einkommensgruppen hatten eine bereits lang andauernde Konsumschwäche zur Folge, während auf der anderen Seite das Anlage suchende Geldvermögen stark zunahm. Als zweite Ursache wird der unterschiedliche Umgang mit den Folgen der Einkommensumschichtung genannt. Die USA und Großbritannien sicherten mit einem expansiven Mix aus antizyklischer Budget- und Geldpolitik und mit der Erleichterung zunehmender Verschuldung privater Haushalte und Unternehmungen ein hohes Niveau der Nachfrage, mit der Konsequenz wachsender Leistungsbilanzdefizite.
In Deutschland und Japan, die mit permanenter Lohnmoderation den Export forcierten, und in China, das eine merkantilistische Außenhandelspolitik betrieben hat, häuften sich dagegen immer größere Überschüsse an. Als dritte Hauptursache nennen die Autoren die Kreation der neuen verbrieften Finanzmarktprodukte in den USA (ABS, CDO), die das Anlage suchende Kapital zum Eingehen intransparenter Risken veranlasste. Die weltweite Streuung dieser Papiere erwies sich als ?Zeitbombe für die Stabilität des Finanzsystems?. Noch bevor es zu der aufgrund der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte zu erwartenden Währungskrise kam, brach sich die Finanz- und Wirtschaftskrise Bahn.