Engelbert Stockhammer
23 Seiten · 5,82 EUR
(August 2005)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Der Zustand des deutschen Arbeitsmarktes – gemessen an der registrierten Arbeitslosigkeit – hat sich über die letzten drei Jahrzehnte hinweg beständig verschlechtert. Obwohl es innerhalb der EU einzelne Länder mit deutlich besserer Beschäftigungsentwicklung gibt, gilt das Urteil über die unbefriedigende Arbeitsmarktentwicklung auch, wenn man die gesamte Europäische Union in den Blick nimmt. Engelbert Stockhammer geht deshalb der Frage nach, ob dies wesentlich auf jene strukturellen Faktoren zurückzuführen ist, die als Arbeitsmarktrigiditäten prominent in den NAIRU-Theorien theoretisiert werden, oder ob es alternative makroökonomische Erklärungsansätze gibt, die als (post-)keynesianisches Akkumulationsregime beschrieben werden können. Trotz einer Vielzahl von NAIRU-Studien sieht Stockhammer deren Überzeugungskraft schwinden, wenn neben die üblichen strukturellen Erklärungsdeterminanten (Arbeitsmarktregulierungen und –institutionen) weitere Variablen wie Kapitalakkumulation und Hysteresiseffekte berücksichtigt werden. Dann lässt sich eine weitgehend ‚keynesianische Story‘ mit restriktiver Geld- und Finanzpolitik, angereichert um Einkommensverteilungsänderungen in Richtung der Zins- bzw. Gewinneinkommen und Veränderungen der Finanzierungsstruk¬turen von der bank- zur börsenbasierten Finanzierung und von der Real- zur Finanzanlage, erzählen.