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Monday, April 24, 2017
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Arbeitswert und Nachfrage

Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung

"Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie"  · volume 47

405 pages ·  38.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1235-3 (December 2016 )

Personenregister

 
 

Karl Rodbertus (1805-1875) war einst für sein "Gesetz der fallenden Lohnquote" in "sich selbst überlassenen" Privatkapitalwirtschaften bekannt. Er gilt überdies als Begründer des preußischen Staatssozialismus. Die sozialwissenschaftliche Analytik seiner Gedankenwelt bietet jedoch wesentlich mehr - und sie gewinnt wieder an Aktualität. Der vorliegende Band will eine systematische Einführung in das Gesamtwerk geben und zugleich Ausblicke in die Rezeptionsgeschichte eröffnen. Karl Marx schrieb in seinem "Kapital", Rodbertus habe "das Wesen der kapitalistischen Produktion durchschaut". Ferdinand Lassalle hielt ihn gar für den "größten deutschen Nationalökonomen" seiner Zeit. Für einen Vordenker der Neoklassik, John B. Clark, war die Verknüpfung von Verteilungs- und Krisentheorie, die Rodbertus entwickelt hatte, noch von "großem wissenschaftlichen Interesse". Eugen Böhm-Bawerk gestand Rodbertus einen sicheren Stand in der Theoriegeschichte zu und hielt ihn für den "liebenswürdigsten Sozialisten". Joseph Schumpeter verortete seine wirkmächtige "Gesamtauffassung" zwischen David Ricardo und Marx, außerdem habe er Grundbegriffe wie denjenigen der ökonomischen Renten geprägt. Rodbertus begriff moderne Ökonomie als "Gesellschaftswirtschaft" und diese als überindividuelles Wirtschaftssubjekt. Er stützte sich in seiner Renten- und Verteilungstheorie auf Konzepte wie die "relative Armut" und die gesamtwirtschaftliche "wirksame Nachfrage". Er sprach von Geld nicht als Ware, sondern als "Kommunikationsmittel" der Produktwert- und Produktverteilung und befürwortete kreditfinanzierte Konjunkturprogramme. Eine effektive Regulierung der Börsen versprach er sich von den "vereinigten Staaten Europas". Als Landwirt hob er die natürlichen Grundlagen der Produktion hervor, vor deren Vereinnahmung durch das Privatkapital er nachdrücklich warnte. Seine Spuren hinterließ Rodbertus im Sozialstaatsgedanken, in der Sozialdemokratie, im Sozialkonservatismus und in all jenen heute getrennt betriebenen Sozialwissenschaften, die er in einer "Gesellschaftswissenschaft" der Sozioökonomie zusammengefasst sehen wollte.

Rundbrief der Christen für eine gerechte Wirtschaftsordnung e.V. (CGW)/Akademie Solidarische Ökonomie, 17/1 März 2017, S. 17-10 ()

"Mit dieser Arbeit möchte der Autor eine systematische Einführung in das Gesamtwerk des kritischen Ökonomen Karl Rodbertus (1805-1875) geben und zugleich Ausblicke in die Rezeptionsgeschichte bis heute eröffnen. Denn in der Volkswirtschaftslehre und in den Sozialwissenschaften ist Rodbertus der "unbekannte Bekannte" geblieben, der aber dieselbe Thematik bearbeitete wie einst Henry George und heute Dirk Löhr (Prinzip Rentenökonomie - Wenn Eigentum zu Diebstahl wird, Marburg 2013), worauf der Autor bewusst hinweist. ... So begreift Rodbertus die moderne Ökonomie als "Gesellschaftswissenschaft" und diese als überindividuelles Wirtschaftssubjekt. Dabei stützt er sich in seiner Renten- und Verteilungstheorie auf Konzepte wie die "relative Armut" und die gesellschaftswirtschaftliche "wirksame Nachfrage". Interessant ist auch, dass Rodbertus Geld nicht als Ware, sondern als "Kommunikationsmittel" der Produktwert- und Produktverteilung bezeichnet und kreditfinanzierte Konjunkturprogramme befürwortete. Zugleich schaute er in die Zukunft und versprach sich eine effektive Regulierung der Börsen von den "vereinigten Staaten Europas". Als bodenständiger Landwirt und Ökonom hob er die natürlichen Grundlagen der Produktion (Boden) hervor, vor deren Vereinnahmung durch das Privatkapital er nachdrücklich warnte. Naturgemäß lehnte er deshalb im Sinne der Arbeitswerttheorie die auf Grund- und Kapitalbesitz beruhende Zins- und Rentenbildung ab. Indem er feststellte, dass dem ständigen Steigen der Produktivität keine entsprechende Lohnerhöhung folge und damit der Anteil der Arbeiter am Sozialprodukt zurückgehe, begründete er das "Gesetz der fallenden Lohnquote". Aus der daraus resultierenden "Unterkonsumption" kämen deshalb die wirtschaftlichen Krisen. Darum forderte Rodbertus schrittweise die Überführung von Boden und Kapital in Staatseigentum. Deshalb gilt Rodbertus in der Wirtschaftsgeschichte als der "Begründer des preußischen Staatssozialismus", doch die sozialwissenschaftliche Analytik seiner Gedankenwelt bietet wesentlich mehr und gewinnt wieder an Aktualität. ...

Diese ausführliche Studie Fehlbergs über die Gedankenwelt von Karl Rodbertus und seine Rezeptionsgeschichte liest sich nicht einfach, aber ist dank eines großen Personenregisters und umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis eine Fundgrube für sozialökonomische Erkenntnisse für heute."




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