Wolfgang Filc
31 Seiten · 6,22 EUR
(Juli 2008)
Aus der Einleitung:
Dieser Beitrag setzt sich mit den unterschiedlichen Szenarien auseinander, die sich aus globalen außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten ergeben. In Abschnitt 2 werden Entwicklungstendenzen von Leistungsbilanzsalden großer Wirtschaftsräume sowie einiger großer westlicher Industrieländer nachgezeichnet. Abschnitt 3 dient der Klärung, unter welchen Vorzeichen Leistungsbilanzsalden unbedenklich sind oder aber Korrekturen verlangen. In den Abschnitten 4 und 5 wird die Alternative aufgezeigt, die gegenwärtig intensiv diskutiert wird: Drastische Abwertung des US-Dollars und die Folgen für die Weltwirtschaft auf der einen Seite, internationale Finanzierung tragfähiger Leistungsbilanzdefizite auf der anderen Seite. Dabei wird Bezug genommen auf den Umstand, dass in nationalen Wirtschaftsräumen regionale und sektorale Leistungsbilanzsalden geräuschlos und nahezu unmerklich finanziert werden. Milton Friedman schließt daraus: „Balance of payments problems cannot arise under a unified currency” (Friedman 1968, 269). Gefragt wird, ob diese Erfahrungen aus hoch integrierten Wirtschaftsräumen auf internationale Zusammenhänge übertragbar sind. Hierzu bedarf es einer empirischen Analyse. In Abschnitt 6 wird geprüft, ob die Globalisierung als Schmelztiegel vieler Einflüsse die Unterschiede zwischen nationalen Finanzmärkten und dem globalen Finanzraum immer mehr eingeebnet und die Finanzierung von Leistungsbilanzungleichgewichten erleichtert hat. In Abschnitt 7 werden hieraus einige vorsichtige Schlussfolgerungen gezogen.