sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Wednesday, December 13, 2017
 welcome page » environment  » environmental media  » waste 
Bewertungsmaßstäbe für metallische Stoffströme: von Kritikalität bis Entropie
download size:
approx. 596 kb

Bewertungsmaßstäbe für metallische Stoffströme: von Kritikalität bis Entropie

22 pages · 5.87 EUR
(September 2011)

 
I agree with the terms and conditions, especially point 10 (only private use, no transmission to third party) and accept that my order cannot be revoked.
 
 

Aus der Einleitung:

Bei der Betrachtung von Stoffströmen, insbesondere von metallischen Stoffströmen, fokussiert die Diskussion zumeist auf deren Quantität, weniger oder gar nicht auf die Qualität der beteiligten Stoffströme. So ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz auf eine Erhöhung der rezyklierten Mengen ausgerichtet und der Erfolg von Recyclingstrategien wird zumeist am Gewichtsanteil rezyklierten Materials aus Altprodukten oder an den Anteilen von Sekundärmaterial in der Neuproduktion berechnet. Weit weniger Beachtung wird aktuell den qualitativen Aspekten dieser Stoffströme geschenkt, insbesondere der Qualität der Rezyklate, der unterschiedlichen Bedeutung der Stoffe in Bezug auf Technologie, Ökonomie und Umwelt und den Umweltwirkungen, die von verschiedenen Verwertungsoptionen ausgehen. Dies scheint sich auch mit der derzeit diskutierten Neuordnung des Abfallwirtschaftsgesetzes nicht zu ändern. Daraus erwächst eine gewisse Gefahr, dass so die Ziele einer Kreislaufwirtschaft verfehlt werden. Immerhin bieten vor allem die Metalle aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften sehr gute Voraussetzungen für ein Kreisen in der Technosphäre ohne wesentliche Qualitätsverluste. Wenn allerdings beispielsweise Massenmetalle wie Stahl und Aluminium zwar in immer größeren Umfang rezykliert werden, sie im Zuge ihres Recyclings aber mehr und mehr durch Störstoffe und Legierungselemente unkontrolliert "verunreinigt" werden, dann ist dem Versuch einer weitgehenden Kreislaufführung dieser Metalle bald eine unüberwindliche Grenze gesetzt. Nun sind Stahl und Aluminium, von kurzfristigen Marktschwankungen abgesehen, grundsätzlich keine knappen Materialien. Der Akkumulation von Störstoffen kann also "ganz einfach" durch Hinzufügen von Frischware gegengesteuert werden. Dies funktioniert jedenfalls so lange wie sich die anthropogenen Lager weiter füllen, solange der Markt wächst, solange mehr Stahl und Aluminium eingesetzt wird, als im selben Zeitraum als Schrott wieder anfällt. Durch die fehlende Berücksichtigung der Recycling-Qualität ergibt sich damit aber ein höherer Bedarf an Primärmetall als notwendig. Damit sind einem energieeffizienten und umweltfreundlichen Umgang mit diesen Metallen Grenzen gesetzt, da der dadurch bedingte höhere Anteil an Primärmetall in vielen Fällen mit einem deutlich erhöhten Energieeinsatz und einer schlechteren CO2-Bilanz einhergeht und ferner die positivere Bilanz der Recyclingroute ebenfalls von der Qualität der Schrotte abhängt.


quotable essay from ...
Methoden der Stoffstromanalyse
Frank Beckenbach, Arnd I. Urban (Hg.):
Methoden der Stoffstromanalyse
the authors
Prof. Dr. Arnim von Gleich
Arnim von Gleich

Professor für das Lehrgebiet "Technikgestaltung und Technologieentwicklung" im Fachbereich Produktionstechnik, Universität Bremen.

[more titles]
Bernhard Cebulla

ist Student des Master-Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Bremen und schloss das Bachelor-Studium 2011 mit seiner Bachelorarbeit zum Thema Recyclingeffektivität am Fachgebiet Technikgestaltung und Technologieentwicklung ab.

Dr. Stefan Gößling-Reisemann
Stefan Gößling-Reisemann

Physiker, ist Wissenschaftler am Fachgebiet Technikgestaltung und Technologieentwicklung, Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen. Dr. Gößling-Reisemann promovierte zum Thema "Entropy production as a measure for resource use" und arbeitet aktuell an folgenden stoffstrombezogenen Themen: Thermodynamik und Ressourcenverbrauch, Erweiterung der Ökobilanzmethodik, CO2-Bilanzierung von Produkten und Verfahren sowie Bewertung von Recyclingverfahren. Neu hinzugekommen sind seit 2009 die Themen Klimaanpassung im Energiesektor und klimafreundliche und klimaangepasste Energieerzeugung. Dr. Gößling-Reisemann war Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt zum regionalen Stoffstrommanagement und zum nachhaltigen Umgang mit Metallen („Nachhaltige Metallwirtschaft“) und hatte die Leitung einer vom BMBF finanzierten Studie zu Kupferflüssen in Deutschland („Kupferzyklen Deutschland“). Er leitet derzeit die Forschungen zur Klimaanpassung im nordwestdeutschen Energiesektor im BMBF-Verbundprojekt nordwest2050.

[more titles]
Viktor Knobloch

studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Bremen. Seit Oktober 2010 liegen seine Schwerpunkte im Bereich Innovationsmanagement und Systementwicklung