Andreas Klumpp
26 Seiten · 5,63 EUR
(November 2005)
Aus der Einleitung von Sabine Kirsch:
Zum Abschluss des Themenblocks kommt mit dem Ökotoxikologen Andreas Klumpp noch einmal ein Naturwissenschaftler zu Wort, der seine Arbeit mit Bioindikatorpflanzen an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung, praktischem Umweltschutz, der Gesetzgebung sowie individuellem und kollektivem Umweltbewusstsein angesiedelt sieht. Als Bioindikatoren eignen sich Pflanzen, die in exakt nachweisbarer Weise auf einen bestimmten Schadstoff reagieren. Mit ihrer Hilfe könne man beispielsweise Emissionen von Kraftwerken überwachen und damit die Akzeptanz der Bevölkerung für den Betrieb erhöhen oder auf kostengünstige Weise Informationen über die Art und die Verteilung von industriellen Schadstoffemissionen erheben. Diese böten dann eine Datengrundlage für verbesserte Umweltschutzmaßnahmen. Beim Thema der verkehrsbedingten Luftbelastung in europäischen Ballungszentren können die sichtbaren Schädigungen bestimmter Pflanzen benutzt werden, um der Öffentlichkeit den direkten Zusammenhang zwischen dem eigenen Verhalten und der Schädigung der Natur nahe zu bringen. Hiermit knüpft der Beitrag Klumpps an die Aussage von Lantermann und Schuster an, dass Natur nicht an sich als schützenswertes Gut wahrgenommen werde, sondern erst, wenn sie in etwas übersetzt werde, das die Menschen direkt betrifft.