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Sunday, October 22, 2017
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Brauchen wir eine Ausbildungsplatzabgabe?
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Brauchen wir eine Ausbildungsplatzabgabe?

17 pages · 3.44 EUR
(September 2004)

 
I agree with the terms and conditions, especially point 10 (only private use, no transmission to third party) and accept that my order cannot be revoked.
 
 

Aus der Einleitung:

Die Krise der Selbstverpflichtung [der Wirtschaft zur Ausbildung] ist heute nicht mehr zu übersehen. Während 1990 noch 28,7 % der Betriebe ausbildeten, waren es 2001 nur noch 23,8 %. Die Ausbildungsquote ist im gleichen Zeitraum von 7,1 % auf 5,6 % gesunken. Zwar wird die Ausbildungsbereitschaft wieder zunehmen, wenn die Wirtschaft wächst. Aufgrund struktureller Veränderungen werden die Ausbildungsquoten früherer Jahre vermutlich nicht mehr erreicht werden. Dies liegt an dem abnehmende Planungshorizont vieler Unternehmen. Die Gründe hierfür reichen von der Deregulierung von Märkten, der Privatisierung von ausbildungsintensiven Staatsbetrieben, einer veränderten Vergabepolitik, in der allein der Preis dominiert und eine anteilige Umlage von Ausbildungskosten nur noch schwer durchsetzbar ist, einer Zunahme von nicht ausbildenden Minibetrieben sowie einer wachsenden Verbreitung kurzfristiger Shareholder-Value-Strategien. Zudem bröckelt der politisch-moralische Überbau des dualen Systems. Die Verpflichtungsfähigkeit der Unternehmensverbände hat abgenommen. Sie unterschreiben zwar noch Erklärungen, dass jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz garantiert wird, sind aber längst Papiertiger, die ihre Unternehmen nicht mehr zur Einhaltung dieser Deklarationen bewegen können.

Die Kurzfristigkeit des Marktgeschehens und die Krise der Unternehmensverbände sind die „Achillesfersen“ des dualen Systems. Bei kurzfristigem Planungshorizont erscheint Ausbildung vor allem als Kostenposten. Die Nettokosten einer Ausbildung (Bruttokosten minus Erträge durch produktive Arbeit) liegen nach Berechnungen des Bundesinstituts für berufliche Bildung im Durchschnitt bei 2.448 € pro Jahr. Nur wenn man die Auszubildenden noch einige Jahre nach der Ausbildung beschäftigt und damit Personalbeschaffungskosten spart, rechnet sich eine Ausbildung für den Betrieb.


quotable essay from ...
Wissensgesellschaft, Verteilungskonflikte und strategische Akteure
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the author
Prof. Dr. Gerhard Bosch
Gerhard Bosch

Seit 2007 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Seit 1993 Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen. Mitglied in der Koordinierungsgruppe „Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit, Nordrhein-Westfalen“, des Aufsichtsrates von Mannesmann-Vallourec, der vom BMBF berufenen Expertenkommission „Finanzierung Lebenslangen Lernens“ sowie der vom BMBF berufenen Expertenkommission für den fünften Altenbericht.

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