Stefan Kramer
26 Seiten · 7,99 EUR
(April 2008)
Aus der Einleitung:
Die Vereinigung von Ökonomie, Sprache und Kommunikation unter dem Dach einer gemeinsamen Fragestellung setzt notwendigerweise die Formulierung einer Fragestellung voraus, auf deren Basis dies geleistet werden kann. Es muss danach gefragt werden, worin eigentlich ein gemeinsames Forschungsinteresse bestehen bzw. in welcher Weise ein über die Singularität der Einzeldisziplinen und ihrer Ansätze hinausgreifendes Metamodell zur Klärung relevanter Probleme beizutragen vermag, die alle beteiligten Disziplinen betreffen, sich mit den jeder einzelnen von ihnen inhärenten Methoden allein aber nicht lösen ließen. Erst daraus ginge auch jenseits eines – derzeit ja durchaus modischen und angesagten, zumeist aber allenfalls nominell erfüllten – Strebens nach Interdisziplinarität und Vernetzung eine Relevanz und Notwendigkeit für das Zusammenbringen der unterschiedlichen Begriffe und Konzepte von Ökonomie, Sprache und Kommunikation mit ihren teilweise ja weit auseinanderdriftenden wissenschaftlichen Haltungen hervor. Nun sind Gründe für inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze in einer durch Globalismus geprägten postindustriellen Welt mit ihren weithin ausdifferenzierten, zugleich aber ineinander verwobenen und sich aufeinander beziehenden sozialen und kulturellen, auch ökonomischen Prozessen und technologischen Weiterentwicklungen leicht aufzuzählen. Die Notwendigkeit des Aufeinanderzugehens, um zu Lösungsansätzen zu gelangen, welche den doch weitgehend eingeschränkten Blick der Einzeldisziplinen zu öffnen und durch die Einbeziehung des disziplinär und auch kulturell Anderen den multikausalen Entwicklungen gerecht zu werden vermögen, liegt auf der Hand. Die Definition einer übergreifenden Fragestellung allerdings, welche ja zudem einen Konsens darüber voraussetzt, was unter „relevanten Problemen“ zu verstehen ist, muss, wenn man dabei die Wissenschaft nicht gänzlich neu erfinden und das kulturelle Gedächtnis der Menschheit, Kulturen und Wissenschaften gar komplett auslöschen will, ihrerseits die Einbeziehung von Forschungsansätzen und Methoden der schließlich an ihren Lösungsansätzen beteiligten einzelnen Disziplinen oder doch zumindest von Spuren derselben voraussetzen, welche in ein neues Modell hinein zu aktualisieren wären.