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Saturday, November 25, 2017
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Das Konzept der absoluten Knappheit und seine Implikationen für das Stoffstrommanagement
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Das Konzept der absoluten Knappheit und seine Implikationen für das Stoffstrommanagement

22 pages · 5.87 EUR
(September 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Ziel des Stoffstrommanagements ist es, die mit anthropogenen Stoffströmen verbundenen ökologischen Risiken, die sowohl aus deren Qualität als auch Quantität resultieren, zu verringern. Das Stoffstrommanagement steht jedoch vor einigen bislang ungelösten theoretischen Herausforderungen, die – neben anderen Hemmnissen – einer breiten Umsetzung im Wege stehen: Zum einen kann die Theorie zum Stoffstrommanagement bislang keine überzeugende Antwort auf die Frage geben, warum Unternehmen in Abwesenheit stabiler ökonomischer Anreize, regulativer Restriktionen oder durchsetzungsfähiger gesellschaftlicher Anspruchsgruppen in die Umsetzung einer solchen, in seinen Auswirkungen auf industrielle Wertschöpfungsprozesse mitunter sehr weitgehenden, Konzeption investieren sollten. Zum anderen lässt die Theorie offen, nach welchen Kriterien die prioritär zu managenden Stoffe aus der Vielfalt der zwischen ökologischen und industriellen Systemen fließenden Stoffe ausgewählt werden sollen. Wie die anhaltende Debatte über qualitative und quantitative Bewertungsansätze verdeutlicht, sind die vorliegenden Kriterien zur Stoffauswahl wegen ihrer Normativität stark umstritten.

Der vorliegende Beitrag diskutiert auf konzeptioneller Ebene einen Ansatz zur Beantwortung beider Fragen. Hierzu wird im zweiten Kapitel zunächst das aus der Organisationstheorie stammende Ressourcenabhängigkeitstheorem vorgestellt. Dieser Ansatz beschreibt Organisationen als ressourcenabhängige Systeme, deren Existenz nicht allein von Rentabilitätsaspekten bestimmt wird, sondern auch von den Möglichkeiten des Zugriffs auf die Ressourcen von Gesellschaft und Natur. Folgt man der Argumentation des Ressourcenabhängigkeitstheorems und fasst die Ressourcensicherung als wichtige Aufgabe von Organisationen auf, dann stellt sich angesichts des potenziellen Beitrags, den beispielsweise Recyclingstrategien zur langfristigen Sicherung der Ressourcenversorgung leisten können (z. B. Goldmann 2010) und der gegenwärtigen Diskussion über drohende Engpässe beim Zugang zu metallischen und mineralischer Rohstoffen die Frage, warum erst wenige Unternehmen solche Strategien umsetzen. Hierauf wird im dritten Kapitel eingegangen, das die Rolle des von der Neoklassik entwickelten relativen Knappheitsbegriffs kritisch reflektiert. Der Beitrag formuliert die These, dass die neoklassische Knappheitskonzeption als wichtige Ursache dafür angesehen werden kann, dass ökologische Restriktionen und Risiken von Unternehmen bislang nicht angemessen wahrgenommen werden. Deshalb wird im vierten Kapitel auf den absoluten Knappheitsbegriff verwiesen, der zwar mit einigen in Bezug auf Naturressourcen problematischen Prämissen des relativen Knappheitsbegriffs aufräumt, aber ökonomischen Akteuren bislang kaum Orientierung zu geben vermag. Aufbauend auf dem Konzept der absoluten Knappheit werden im weiteren Verlauf des Kapitels konzeptionelle Anstrengungen unternommen, um den Begriff der absoluten Knappheit für Unternehmen zu konkretisieren. Im fünften Kapitel werden die wesentlichsten Erkenntnisse des Beitrags zusammengefasst und Implikationen für das Stoffstrommanagement herausgearbeitet.


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the author
Dr. Carsten Gandenberger

ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Competence Center Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. Arbeitsbereiche: Umweltinnovationen, Nachhaltigkeitsbewertung, Umweltmanagement, Umweltökonomie, Organisationsforschung.