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Monday, October 23, 2017
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Das Paradigma der Normalverteilung in der Finanztheorie und ein möglicher Change durch die Theorie komplexer Systeme
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Das Paradigma der Normalverteilung in der Finanztheorie und ein möglicher Change durch die Theorie komplexer Systeme

14 pages · 3.36 EUR
(April 2013)

 
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Executive Summary:

Die Menschheit der letzten zwei Jahrhunderte denkt in vielen Bereichen ihres Lebens in Glockenkurven: Die Intelligenz von Menschen, die Leistung von Schülern, die Erträge von Unternehmen und das Risiko diverser Märkte folgt der im 19. Jahrhundert von Gauß erschlossenen Glockenkurve. Durch die Anwendung dieser Verteilungsfunktion ist es möglich, vorher Unbestimmtes zu determinieren und ein gewisses Resultat mit Wahrscheinlichkeiten vorauszusagen. Dennoch ist immer häufiger feststellbar, dass die Realität nicht der standardisierten Normalverteilung folgt und nicht ausreichend mit ihr vorhergesagt werden kann. Dies kann sowohl im sozialen als auch im wirtschaftlichen Umfeld verheerende Folgen haben. So zeigt gerade die immer noch andauernde Wirtschaftskrise, welche immensen Folgen die Annahme einer Normalverteilung für das Ausfallrisiko von Immobilienkrediten und Staatsanleihen haben kann. Dieses Paper möchte sich nun mit der hier kurz dargestellten Problematik beschäftigen. Zu allererst soll theoriegeschichtlich begründet werden, warum es im 19. Jahrhundert zum Turn innerhalb der Theorie der Mathematik und Physik kam, welcher sich von der Undeterminiertheit in eine völlige Determiniertheit niederschlug. Des Weiteren soll in diesem Abschnitt auch auf die verschiedenen philosophischen Strömungen eingegangen werden und anhand dieser die menschliche Suche nach Ordnung und Determiniertheit dargestellt werden. Nach dieser ersten theoriegeschichtlichen Einführung und der Darstellung ihres Scheiterns sowohl auf sozialer als auch auf physikalischer Ebene, soll damit begonnen werden, ein Alternativkonzept einzuführen, welches grundsätzlich auf den Arbeiten von Poincarè und Mandelbrot basieren soll: die Theorie komplexer Systeme. Diese geht davon aus, dass die Natur und viele ihrer Gesetzmäßigkeiten nicht dem linearen Newtonschen Weltbild entsprechen, sondern chaotische oder komplexe Abläufe und Strukturen aufweisen. Der ersten Einführung der Theorie der komplexen Systeme folgend, soll geprüft und dargestellt werden, ob auch soziale Systeme ein chaotisches Verhalten aufweisen. Hierbei soll näher auf den bisherigen Forschungsstand der Systemtheorie eingegangen werden, welcher ähnliche Ansätze auf die sozialen Systeme anwendet. Im Speziellen soll hierbei auf Märkte als soziale Systeme eingegangen werden. Dieser ökonomische Turn soll sich im Detail auf die Finanzmärkte beziehen und diese als konkreten Untersuchungsgegenstand wählen. Die Untersuchung soll auf empirischer Ebene stattfinden und prüfen, ob diese Märkte, im Gegensatz zur vorherrschenden wissenschaftlichen Lehrmeinung, gewissen Attraktoren folgen, sowie auch eine Pfadabhängigkeit aufweisen. Dies würde zeigen, dass die Finanzmärkte eben nicht nur aus unabhängigen Akteuren, deren Verhalten einem Random-Walk gleicht, bestehen, sondern dass es sich hierbei um ein fragiles System interaktiver Beziehungen handelt, in dem eine kleine Handlung weitreichende Folgen haben kann. Die Finanzmärkte eignen sich gerade durch die hohe Verfügbarkeit von Daten für die Durchführung einer empirischen Analyse.


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the author
Hans-Georg Beyer

seit 2011 promoviert er am Lehrstuhl für politische Ökonomie von Prof. Dr. B. Priddat an der Universität Witten/Herdecke zum Thema chaotischer Finanzmärkte. Momentan ist als Internal Auditor für Kapitalmarktprodukte bei einer deutschen Großbank tätig. Beyer studierte an der General Management an der Universität Witten/Herdecke und Financial Markets and Investments an der Skema Business School.