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Friday, November 17, 2017
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Das innovative Unternehmertum im Sinne Schumpeters

Theorie und Wirtschaftsgeschichte

"Hochschulschriften"  · volume 156

659 pages ·  48.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1269-8 (July 2017 )

Mit 83 Abbildungen

 
lieferbar in stock
 
Der Schumpetersche Unternehmer hat als wirtschaftswissenschaftliches Theorem in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Weiterhin umstritten ist jedoch die Frage, ob bzw. inwieweit eben dieser Entrepreneur, wie ihn Schumpeter erstmals in seiner 1911/12 publizierten Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung beschrieben hat, den Tatsachen entspricht. Der Anspruch der vorliegenden Arbeit ist es, diese Lücke durch die systematische Analyse von unternehmerischen Fallbeispielen der zweiten industriellen Revolution aus dem deutschsprachigen Raum Europas zu schließen. So werden Leben und Werk u.a. von Emil Rathenau, August Oetker, Werner von Siemens, Fritz Hoffmann-La Roche, Julius Maggi und Carl Auer von Welsbach erläutert und anschließend auf die essentiellen Kriterien des innovativen Unternehmertums im Sinne Schumpeters hin untersucht. Auf diese Weise dient der wirtschaftshistorische Rückblick einer Illustrierung und Verifizierung des Schumpeterschen Unternehmertheorems. Der Blick des Verfassers auf den einzelnen Wirtschaftsakteur bietet die Möglichkeit, Gründung und Entwicklung von Unternehmen nicht als abstrakten, sondern als einen von Menschen bestimmten Prozess zu erfassen. Mit welchen Risiken, Widrigkeiten etc. mussten Industrielle wie Oscar Troplowitz umgehen, damit sie ein Weltunternehmen schaffen konnten? Welche Motivation stand hinter dem unternehmerischen Handeln des Gründers Daniel Swarovski? Eine solche Tatsachendarlegung als Grundlage der eingehenden Analyse unternehmerischer Fallbeispiele korrespondiert mit dem, was der Sozialökonom Schumpeter einst betont hat: Man muss mit den historischen Fakten vertraut sein, um die wirtschaftlichen Phänomene irgendeiner Epoche - einschließlich der Gegenwart - begreifen zu können.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.8.2017, S. 16 ()

"Jesko Dahlmann hat in einem dickleibigen, aber kurzweiligen Werk die Frage behandelt: Wer waren eigentlich die schöpferischen Unternehmer, die zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung von Schumpeters "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" (1911) nicht nur die Wirtschaftswelt veränderten? Entstanden sind Fallstudien über Leben und Werk bedeutender Unternehmer aus dem frühen 20. Jahrhundert".

Netzpiloten, 18.8.2017 ()

"Wie Einzelne die Ökonomie verändern

Das erläutert Jesko Dahlmann in seiner vorzüglichen Arbeit "Das innovative Unternehmertum im Sinne Schumpeters: Theorie und Wirtschaftsgeschichte". Schumpeter spricht vom methodologischen Individualismus, der vom Handeln Einzelner ausgeht, um kollektive und gesellschaftliche Phänomene nachvollziehen zu können. Nur die Detailuntersuchung könne beachtenswerte Ergebnisse ergeben. Ökonomen besäßen die unglückliche Neigung, viel zu häufig zu aggregieren und auf diese Weise wichtige Unterschiede zu verschleiern. "Hütet Euch vor Durchschnitten", sagte Schumpeter gern. Der Entrepreneur ist kein Homo Oeconomicus

Schumpeters Entrepreneur unterscheidet sich deutlich vom so genannten Homo Oeconomicus der traditionellen Wirtschaftswissenschaft. Der Schumpetersche Unternehmer unterläuft das rein ökonomische Kalkül. Es geht ihm nicht um Zweckrationalität, sondern um das Schaffen des Neuen selbst.

Dahlmann verweist auf die wirtschaftssoziologischen Arbeiten von Euteneuer und Niederbacher, die darlegen, dass es an empirischen Belegen für Schumpeters Unternehmerbild mangelt. Diese Figur werde selbst explizit definiert und nur wenige der in der Forschungspraxis auf den Unternehmer bezogenen Hypothesen stehen auf einer soliden theoretischen Grundlage oder sind durch Fallstudien empirisch abgesichert. Was macht also einen Unternehmer konkret aus, der es vermag, die Wirtschaft in neue Bahnen zu lenken? Heute müsste man fragen, wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann? Es geht dabei um das schöpferische Gestalten und nicht um das passive Konsequenzen ziehen.

Vulgärkapitalisten ohne dauerhaften Erfolg

Dahlmann ist den Schumpeter-Kriterien für den schöpferischen Unternehmer gefolgt und hat neun Persönlichkeiten der zweiten industriellen Revolution ausführlich untersucht. Seine Ergebnisse führen zu Überraschungen, die den vulgärkapitalistischen Lemuren im Silicon Valley wohl überhaupt nicht gefallen werden: Alle ausführlich analysierten Geschäftsmänner haben sich durch ein außergewöhnliches soziales Engagement ausgezeichnet. "Siemens gründete bereits 1872 eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse für seine Angestellten, weitere Maßnahmen folgten. Rathenau war nicht nur jahrzehntelang Mitglied im karitativen Verein "Gesellschaft der Freunde", auch die AEG-Arbeiter profitierten auf verschiedene Weise von seinem sozialen Verantwortungsgefühl. Oetker zahlte zusätzliche Jahresabschlussvergütungen und Weihnachtsgeld an seine Mitarbeiter, organisierte Betriebsausflüge, richtete eine Kaffeeküche ein, zudem waren die kostenlosen Koch- und Backkurse bei der weiblichen Belegschaft außerordentlich beliebt. Troplowitz reduzierte die wöchentliche Arbeitszeit der Beiersdorf-Angestellten bereits im Jahr 1912 auf lediglich 48 Stunden (üblich waren damals 60 Stunden) bei vollem Lohnausgleich." So gehen die Aufzählungen weiter.

Mehr Schöpfer als Zerstörer

Diese Unternehmer waren weitaus mehr Schöpfer als Zerstörer. Sie hatten höhere Ambitionen und starrten nicht einseitig auf Profite. "Ihre Innovationen haben ihren Unternehmen den wenig aussichtsreichen Kampf erspart, stets kostengünstiger als die Konkurrenz sein zu müssen", so Dahlmann. Es waren eben rebellische Unternehmer, die sich nicht mit Effizienzinnovationen zufrieden gaben oder Gewinn-Exzesse über die Entlassung von Mitarbeitern betrieben. Sie starrten nicht auf utopische Renditen, sondern konzentrierten sich auf langfristige Wettbewerbsvorteile über neuartige und bessere Produkte und neue Produktionstechniken. Es waren Unternehmen, die sich durch Erfindungen einen Vorsprung verschafften und nicht durch Kartellabsprachen im Hinterzimmer.




the author
Dr. Jesko Dahlmann
Jesko Dahlmann Wirtschaftswissenschaftliches Studium an den Universitäten in Malta und Hamburg, Abschluss als Diplom-Volkswirt. Promotion an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg zum Dr. rer. pol. bei Prof. Dr. Elisabeth Allgoewer.
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  • "kurzweilig" ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.8.2017, S. 16 more...
  • "vorzügliche Arbeit" ...
    Netzpiloten, 18.8.2017 more...
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