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Monday, October 23, 2017
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Der Abbau eines Wohlfahrtsstaates

Neuseeland als Modell für das nächste Jahrhundert?

186 Seiten pages ·  14.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-230-3 (February 1999 )

 
lieferbar in stock
 

Mitte der 80er Jahre initiierte eine sozialdemokratische Regierung den radikalen Umbau des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Systems Neuseelands. Das umfassendste Reformprogramm eines westlichen Wohlfahrtsstaates seit dem 2. Weltkrieg wurde mit atemberaubender Geschwindigkeit und Konsequenz durchgeführt und ging weiter, als Margaret Thatcher in Großbritannien es je wagte. Einflussreiche deutsche Printmedien, Politiker und Verbandsvertreter führen das »Modell Neuseeland« als erfolgversprechendes Beispiel dafür an, wie man einen Industriestaat für den globalen Wettbewerb fit machen könne. Taugt aber der neuseeländische Wohlfahrtsstaatsumbau tatsächlich als Beispiel für eine moderne europäische oder gar deutsche Wirtschafts- und Sozialstaatspolitik?

Die Autoren zeichnen die verschiedenen Schritte des Reformprogramms nach, gehen dabei insbesondere auf die Frage ein, wie dieser radikale Umbau des Wohlfahrtsstaates politisch durchgesetzt werden konnte und prüfen die ökonomische Bilanz des Reformprojektes. Es zeigt sich, daß diese recht ernüchternd ausfällt. In einem abschließenden Teil gehen die Autoren der Frage nach, warum die deutsche Presse überwiegend äußerst positiv über das »Experiment Neuseeland« berichtet, obwohl die ökonomischen Fakten eine andere Beurteilung nahelegen.

Zeitschrift für Politikwissenschaft 3/2000, S. 1309 ()

"... Fellmeth und Rohde zeigen, daß es sich tatsächlich um ein in sich geschlossenes, ideologisch gesteuertes, radikales Reformprojekt handelt (48). Seine Umsetzung erfolgte autoritär unter 'systematischer Ausgrenzung der organisierten Interessen, vornehmlich der Arbeitnehmer' (160). Die Möglichkeit einer solchen 'autoritäre[n] Durchsetzung des Marktes' (159) führen die Autoren auf die konstitutionelle Ordnung der neuseeländischen Westminster-Demokratie zurück und liefern damit gleichzeitig ein Gegenbeispiel zu der Irreversibilitätsthese der Sozialstaatsforschung. Zudem fällt das Ergebnis der ökonomischen Bilanz wenig vorbildhaft aus: Ausbleiben des erhofften Wirtschaftswachstums bei gleichzeitig hohen sozialen Kosten. Warum dennoch in den deutschen Printmedien positiv über das Modell Neuseeland berichtet wird, erklären die Autoren mit der 'individuelle[nl Motivation des Journalisten ...: In politischen Kontexten haben Argumentationen, die sich auf Sachzwänge oder Funktionszusammenhänge berufen können, ein höheres Maß an Legitimität als das Beharren auf Interessenstandpunkten. Journalisten machen sich die Sachzwang und funktionalistischen Argumentationen derer zu eigen, über die sie berichten. Denn diese Argumentationen kommen ihren eigenen Interessen an Glaubwürdigkeit entgegen.« (160) Mit ihrer gelungenen Analyse des Gesamtzusammenhangs der neuseeländischen Reform haben die Autoren deutlich aufgezeigt, daß der vor allem in der politischen Diskussion so häufig geforderte Blick nach Neuseeland problematische Folgen haben kann.


known reviews by the publisher
  • Pro Zukunft 3/1999, S. 18
  • Conturen 4/1999, S. 21
  • "Mit ihrer gelungenen Analyse des Gesamtzusammenhangs der neuseeländischen Reform" ...
    Zeitschrift für Politikwissenschaft 3/2000, S. 1309 more...
  • WeltTrends 27, Sommer 2000, S. 157-165 (Sammelbesprechung)
  • Peripherie, April 2000, S. 187-189
  • WDR 3, 29.02.2000, 23.05-23,30
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