Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker
8 Seiten · 4,25 EUR
(Dezember 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Der Beitrag von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker befasst sich mit der divergierenden Wettbewerbsfähigkeit. Er arbeitet heraus, dass bei funktionierendem Preiswettbewerb die Entwicklung des Preisniveaus in den einzelnen Mitgliedstaaten von der jeweiligen Entwicklung der Lohnstückkosten abhängt. Treten bei diesen dauerhaft Unterschiede auf, so verschaffen sich die einen Mitgliedstaaten Wettbewerbsvorteile. Die anderen dagegen verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und müssen Defizite in ihrer Leistungsbilanz hinnehmen. Gleichzeitig verlieren sie Arbeitsplätze und werden gezwungen, den heimischen Preisniveauanstieg durch restriktive Politik zu bremsen, solange nicht die Staaten mit unterdurchschnittlich steigenden oder gar sinkenden Lohnstückkosten ihre Politik ändern. Im Euro-Raum sind hiermit vor allem Deutschland und Österreich angesprochen, wo die Leistungsbilanzüberschüsse zusätzlich durch das langsame, auch wirtschaftspolitisch mit verursachte Tempo des inländischen Wachstums verstärkt werden. Solche Staaten müssten Lohnerhöhungstendenzen durch eine entsprechende Lohnpolitik und durch expansive Makropolitik erzeugen und fördern. Für umso bedauerlicher halten es Flassbeck/Spiecker, dass die Deutsche Bundesbank stattdessen immer noch eine zurückhaltende Lohnpolitik propagiert, in der irrigen, neoklassisch fundierten Annahme, man könne dadurch die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Durch eine solche Politik werden jedoch die Spannungen innerhalb des Euro-Raums verschärft.