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Tuesday, July 26, 2016
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Der Rebound-Effekt

Ökonomische, psychische und soziale Herausforderungen für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch

Dieses Buch wurde am 10. Oktober 2015 mit dem Christiane Busch-Lüty Förderpreis der Vereinigung für Ökologische Ökonomie e.V. ausgezeichnet

"Wirtschaftswissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung" · volume 18

341 pages · 19.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1176-9 (November 2015)

 
lieferbar in stock
 

Description

Die Erhöhung der Energieeffizienz - durch LED-Lampen, Hybrid-Autos, Gebäudedämmung usw. - kann einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Doch welche 'unerwünschten Nebenfolgen' haben diese technischen Lösungen der Nachhaltigkeit? Im Mittelpunkt der Arbeit von Tilman Santarius steht die Frage, inwiefern Effizienzsteigerungen sogenannte Rebound-Effekte hervorbringen, die die Nachfrage nach Energiedienstleistungen steigern. Seine umfassende Analyse legt dar, warum relative Energieeinsparungen durch eine absolute Steigerung des Verbrauchsniveaus oft teilweise oder vollständig wieder zunichte gemacht werden. Dabei betritt Santarius Neuland, indem er die Forschung über den Rebound-Effekt aus der Ökonomie heraus in weitere wissenschaftliche Disziplinen verschiebt und erstmals eine interdisziplinäre Betrachtung des Phänomens liefert. Zunächst arbeitet er kritisch den Stand der bisherigen Rebound-Ökonomie auf und erklärt dabei, wie Effizienzsteigerungen Preise verringern und Märkte verändern. Im Ergebnis erscheint eine Steigerung des Energieverbrauchs als wirtschaftlich 'vernünftig'. Sodann erklärt er mit psychologischen Theorien, wie technische Effizienzsteigerungen menschliche Bedürfnisse beeinflussen können. In der Folge kann eine Steigerung des Energieverbrauchs gewollt und gewünscht werden. Schließlich zeigt er anhand soziologischer Theorien, wie Effizienzsteigerungen zur Beschleunigung von Produktion, Konsum und Lebenstempo beitragen. Und diese Temposteigerungen erfordern wachsende Energieverbräuche. Doch lässt sich unter diesen Umständen keine hinreichende Entkopplung des Energieverbrauchs vom wirtschaftlichen Wohlstand erzielen. Dies gelingt nur, wenn Techniknutzung, wirtschaftliches Handeln und menschliche Motivation wieder in übergeordnete gesellschaftliche Ziele eingebettet werden. Santarius schlussfolgert, dass erst ein sozialer Wandel in Richtung Post-Technizismus, Post-Kapitalismus und Post-Liberalismus die Voraussetzungen schaffen wird, unter denen eine sozial-ökologische Gesellschaftstransformation gelingen kann.

known reviews by the publisher (abridgements)

Greenpeace Magazin, Mai-Juni 2016 ()  [ to top ]

"Obwohl hochentwickelte Industriestaaten wie Deutschland zunehmend effizient wirtschaften, verbrauchen sie immer mehr Energie und Rohstoffe - der wachsende Konsum macht Effizienzgewinne zunichte. Die Paradoxie dieses sogenannten "Rebound-Effektes" erklärt der Soziologie und Volkswirt Tilman Santarius in seinem gleichnamigen Buch und er zeigt Lösungen auf, wie der Energieverbrauch vom wirtschaftlichen Wohlstand stärker entkoppelt werden kann."

Ökologisches Wirtschaften, Heft 1, 2016, S. 55 ()  [ to top ]

Wie ist es möglich, dass es in den modernen Gesellschaften trotz der enormen Energieeffizienzsteigerungen bislang nicht gelungen ist, den Energieverbrauch entscheidend zu senken? Häufig werden dafür unerwünschte Nebenwirkungen, die sogenannten Rebound-Effekte, verantwortlich gemacht. Da die diesbezüglichen Erklärungsansätze bislang jedoch vor allem aus den Wirtschaftswissenschaften stammen und dort zumeist einseitig mit Preisveränderungen begründet werden, wurde es Zeit für einen Rundumblick. Mit diesem Buch legt Tilman Santarius nun eine der ersten umfassenden Analysen des Rebound-Effekts und seiner Ursachen und Zusammenhänge vor. Eine Besonderheit liegt in der interdisziplinären Betrachtungsweise des Autors. Wie der Titel schon andeutet,erklärt Santarius den Rebound-Effekt nicht nur aus Sicht der Ökonomie, sondern bedient sich auch an Theorien aus der Psychologie und Soziologie.

Als Forschungsrahmen seiner theoretischen Arbeit wählt Santarius die sozial-ökologische Transformation, die für ihn eine absolute Reduktion des Natur- bzw. Energieverbrauchs bedingt. Dieser Bezugsrahmen wird in der Einführung des Buches näher erläutert, gefolgt von einem kurzen Abriss des aktuellen Stands der Rebound-Forschung. In den darauffolgenden Kapiteln analysiert der Autor anhand von sechs Rebound-Typen das Kausalverhältnis zwischen Effizienz und Expansion. Im Falle von finanziellen, industriellen und volkswirtschaftlichen Rebound-Effekten nimmt Santarius Bezug auf die bestehende ökonomische Forschung und übt teils auch Kritik an ihr. Die Abschnitte zu drei weiteren Rebound-Typen - die motivationalen, habituellen und strukturellen Rebound-Effekte - stellen hingegen gänzlich neue Analysen unter Rückgriff auf verhaltenswissenschaftliche, psychologische und soziologische Theorien vor. Im Fazit kommt Santarius zu dem Schluss, dass eine sozial-ökologische Gesellschaftstransformation ohne tiefgreifende Veränderungen mit Blick auf Techniknutzung, wirtschaftliches Handeln und menschliche Motivation nicht gelingen kann. Für diese Entwicklungen findet er die treffenden Bezeichnungen "Post-Technizismus", "Post-Kapitalismus" und "Post-Liberalismus".

Das Buch von Tilman Santarius stellt eine große Bereicherung für den Wissenschaftsdiskurs zu Rebound-Effekten dar. Es enthält nicht nur eine systematische Darstellung bestehenden ökonomischen Wissens, sondern identifiziert und beschreibt darüber hinaus völlig neue Rebound-Typen und das unter Berücksichtigung komplexer individueller und struktureller Einflussfaktoren. Ferner werden die einzelnen Rebound-Typen nicht losgelöst voneinander betrachtet, sondern untereinander in Bezug gesetzt, um Wechselwirkungen offenzulegen. Damit ebnet die Arbeit den Weg für ein interdisziplinäres Forschungs- und Wissenschaftsprogramm zu Rebound-Effekten. Einige Ideen zu offenen Forschungsfragen und weiteren Forschungsoptionen versammelt Santarius im letzten Kapitel.

Erwähnenswert ist auch, dass es Santarius sehr gut gelingt, die jeweils disziplinär gefärbten Wissenschaftssprachen und -diskurse zusammenzubringen und verständlich und gut strukturiert darzustellen. Dadurch stellt das Buch eine empfehlenswerte Lektüre für interessierte Leser/innen aller Forschungsrichtungen dar. Insbesondere Befürworter/innen von suffizienten Lebensstilen und Postwachstumsstrategien erhalten schlagkräftige Argumente, warum die Gesellschaftstransformation eines Zusammenspiels von Effizienz und Suffizienz bedarf."




the author
Dr. Tilman Santarius
Tilman Santarius zur Zeit freischaffender Wissenschaftler; zuvor Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und Heinrich Böll Stiftung. Publiziert zu den Themen internationale Klima- & Handelspolitik, Globalisierung & Gerechtigkeit und Nachhaltiges Wirtschaften. Webseite: www.santarius.de
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