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Wednesday, December 13, 2017
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Der Stoff aus dem die automobilen Träume sind
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Der Stoff aus dem die automobilen Träume sind

Stoffstromanalyse und akteursbasierte Modellierung am Beispiel des PKW

50 pages · 11.43 EUR
(September 2011)

 
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Aus der Einleitung:

In modernen, stark durch Marktaktivitäten bestimmten, Gesellschaften gibt es aber keinen übergreifenden Planer für die mit den wirtschaftlichen Aktivitäten verbundenen Stoffströme. Die Entscheidung über die Gewinnung, Aufbereitung und Verarbeitung von Stoffen ist hier geprägt durch die jeweiligen Marktbedingungen für die entsprechenden Akteure bzw. durch die Art und Weise, in der die Akteure diese Bedingungen wahrnehmen, verarbeiten und ggf. beeinflussen (wollen). Eingeschlossen in diesen durch Märkte bestimmten Kontext ist das technische Wissen (über die Verfügbarkeit bzw. Verwendungsmöglichkeit von Stoffen): es wird selbst durch wirtschaftlich motivierte Tätigkeiten in Gestalt von Innovationen weiterentwickelt und in bestimmte Bahnen (Pfade) gelenkt.

Soll die technikwissenschaftliche Sichtweise auf die Stoffströme um eine wirtschaftswissenschaftliche Dimension erweitert werden, dann erscheint es unabdingbar, nicht nur die in den Marktkontexten generierten Nutzungskriterien für die Stoffe (wie etwa Verfügbarkeiten, Qualitätsanforderungen, Verwendungswissen, Kosten usw.) zu berücksichtigen, sondern auch die unterschiedliche Art und Weise, in der die Akteure diese Nutzungskriterien ihrem Umgang mit Stoffen zugrundelegen.

Die Entwicklung der Stoffströme insgesamt (auf einen spezifischen Stoff oder ein Produkt bezogen) kann vor diesem Hintergrund als das Ergebnis von Interaktionsprozessen zwischen einer Vielzahl von Akteuren angesehen werden. Neben marktlichen Interaktionsprozessen sind dabei politische und regulative Randbedingungen von entscheidender Bedeutung.

Diese Entwicklung der Stoffströme insgesamt zu rekonstruieren und dabei insbesondere die Rolle marktlicher Kontexte zu berücksichtigen, kann als eine prominente Aufgabe der Ökonomik der Stoffströme angesehen werden. Damit sollen auch die Grundlagen gelegt werden für eine realistische, weil die (marktlichen) Akteurskontexte berücksichtigende, Abschätzung der Beeinflussbarkeit der Stoffströme – insbesondere wenn gesellschaftlich unerwünschte Folgen der wirtschaftlichen Stoffnutzung vermieden werden sollen. Mit der vorliegenden Ausarbeitung soll ein Beitrag zu einer so verstandenen Stoffstromökonomik geleistet werden. Ferner soll deutlich gemacht werden, wie eine agentenbasierte Modellierungsmethode für die Einlösung dieser Fragestellung eingesetzt werden kann. Als Anwendungsbeispiel wird dabei mit dem PKW ein Produkt herangezogen, (i) das für viele moderne Volkswirtschaften von zentraler Bedeutung ist (im Blick auf Wertschöpfung und Beschäftigung)1 und (ii) das "intelligent" ist in dem Sinne, dass es aus einer Vielzahl von Stoffen besteht, die zu technischen Funktionseinheiten verknüpft werden. Da eine Betrachtung aller in die PKW-Produktion und -nutzung eingeschlossenen Stoffströme den hier gesetzten Rahmen sprengen würde, soll der Fokus auf die Kunststoff-Komponenten des PKW und ihre Substitute gelegt werden. Für diese Fokussierung sprechen die negativen Umweltwirkungen, die mit der Produktion, Nutzung und der Entsorgung von Kunststoffen verbunden sind. Neben den Emissionen während der Nutzungsphase geht gerade die Entsorgungsphase mit erheblichen Umweltwirkungen einher. Dies ist auch der Grund, warum die Entsorgung von Kunststoffen im Zuge der Diskussion um die Altauto-Verordnung thematisiert wurde.

In Abschnitt 2 werden zunächst die unterschiedlichen Zugänge zu einer ökonomischen Analyse der Stoffströme diskutiert und der hier gewählte Koevolutionsansatz begründet. Abschnitt 3 ist dann der Darstellung der Grundstruktur der automobilen Stoffströme und deren Entwicklungstendenzen gewidmet. In Abschnitt 4 wird in die agentenbasierte Modellierung von Stoffströmen eingeführt und die für die folgenden Untersuchungen verwendete Modellarchitektur vorgestellt. Die Simulationsergebnisse dieses agentenbasierten Modells automobiler Stoffströme werden in Abschnitt 5 präsentiert und analysiert. Mit einigen Schlussfolgerungen und Ausblicken (Abschnitt 6) wird diese Arbeit abgeschlossen.


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Methoden der Stoffstromanalyse
Frank Beckenbach, Arnd I. Urban (Hg.):
Methoden der Stoffstromanalyse
the author
Prof. Dr. Frank Beckenbach
Frank Beckenbach

leitet das Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel. Seine Forschungsinteressen gelten verhaltenswissenschaftliche Konzepten in der Ökonomik und ihrer Umsetzung in agentenbasierten Modellierung unter besonderer Berücksichtigung der darin eingeschlossenen Umweltwirkungen.

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