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Monday, September 25, 2017
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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Indien - Hilfe oder Partnerschaft?
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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Indien - Hilfe oder Partnerschaft?

30 pages · 5.36 EUR
(December 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Zwei Indien gebe es, meinte der indische Finanzminister Chidambaram kürzlich. Das eine sei begierig, im globalen Wettbewerb zu bestehen, das andere Indien sei so tief im Elend versunken, dass der Kampf ums Überleben fast jeden neuen Hoffnungsschimmer im Keim ersticke.

An diesen beiden Indien hat sich in Deutschland eine heftige Diskussion um Sinn und Zweck der Entwicklungshilfe entzündet. Die Skeptiker verweisen auf das Indien der Ersten Welt: Hundert Millionen Menschen, die in Wohlstand leben, darunter 93.000 Millionäre und 53 Milliardäre; seit Jahren ein Wirtschaftswachstum zwischen 6 und 8 Prozent; Devisenreserven in Höhe von ca. 320 Milliarden Euro; große Investitionen und Akquisitionen in Europa und Nordamerika; weltweit führende Software-Unternehmen und ernst zu nehmende Konkurrenz in der Elektro-, der Stahl-, der Textil-, der Pharma- und Chemieindustrie und vermutlich bald auch der Autoindustrie; einige Universitäten auf internationalem Spitzenniveau. Indien hat die drittgrößten Streitkräfte der Welt, Atomwaffen und Trägerraketen; allein damit reicht seine geopolitische Bedeutung weit über die Rolle eines regionalen Machtfaktors hinaus. Als Mitglied der G5-Gruppe der großen ?Schwellenländer? bringt Indien seine Interessen mit großem Selbstbewusstsein auf der internationalen Bühne ein. Das Land engagiert sich seit Jahren mehr und mehr international, beispielsweise beim Wiederaufbau Afghanistans. Wie China gewinnt Indien in Afrika und Lateinamerika an wirtschaftlichem und politischem Einfluss. So hat z.B. die angolanische Regierung kürzlich ein indisches Konsortium beauftragt, in die Ölförderung in Angola einzusteigen. Kein Zweifel: Hier wächst ein wirtschaftliches und politisches Kraftzentrum heran, das ? nach China ? in absehbarer Zeit Deutschland und Japan überrunden wird.

Auf der anderen Seite das Indien der Dritten Welt: 800 Millionen Einwohner, die mit weniger als 2 USD pro Tag auskommen müssen; fast die Hälfte der Kinder unter drei Jahren sind mangelernährt, mehr als ein Viertel der Erwachsenen Analphabeten, ein Drittel der SchülerInnen ohne Grundschulabschluss. Offensichtlich geht der Wirtschaftsboom am ländlichen Raum, in dem über 60 Prozent der Menschen leben, vorbei. Über 90 Prozent der Inder hängen vom informellen Sektor ab. Große Regionen des Armutsgürtels im Norden und Osten des Subkontinents drohen im Sumpf von Korruption, Nepotismus, bürokratischem Chaos und Rechtlosigkeit zu versinken. Am schlimmsten sind die Kastenlosen (Dalits) und die indigene Bevölkerung (Adivasi) von der Armut betroffen, das sind zusammen rund 240 Millionen Menschen. 360 Millionen, das ist ein Drittel aller absolut Armen (Einkommen unter 1 USD pro Tag) weltweit, leben in Indien. Damit ist Indien noch immer das Land mit der größten Anzahl an Armen. Der UNDP-Index für menschliche Entwicklung weist Indien weit hinten auf Platz 126 aus. Nach diesem Befund bleiben weite Teile Indiens auf dem Entwicklungsstand vieler afrikanischer Länder ? und sind ein Fall für Entwicklungszusammenarbeit. Aber muss die von außen finanziert werden?


quotable essay from ...
Indien
Michael von Hauff (Hg.):
Indien
the author
Dr. Klemens van de Sand
Klemens van de Sand

ehem. Asienbeauftragter Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung