Johannes Schmidt
37 Seiten · 5,67 EUR
(Mai 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Eine der Unzulänglichkeiten des Mainstream-Paradigmas, die durch die jüngste globale Finanzkrise besonders klar hervortrat, ist die Tatsache, dass in den herkömmlichen wirtschaftswissenschaftlichen Modellen die Wechselwirkungen von Finanz- und Realwirtschaft nicht angemessen analysiert werden können; in einem Großteil der Modelle dieses Ansatzes ist ein Finanzmarkt ohnehin gar nicht erst vorhanden. Johannes Schmidt weist in seinem Beitrag Die Bedeutung der Saldenmechanik für die makroökonomische Theoriebildung darauf hin, dass in dieser Theorierichtung grundsätzlich die Bedeutung von Geld nicht adäquat berücksichtigt wird, da entweder eine reine Gütertauschwirtschaft modelliert oder ? wenn monetäre Aspekte berücksichtigt werden ? langfristig von der Neutralität des Geldes ausgegangen wird. Dies widerspricht vollkommen den Intentionen von Keynes, der an einer monetären Theorie der Produktion interessiert war. Schmidt revitalisiert in seinem Aufsatz den in Deutschland vor allem von Wolfgang Stützel entwickelten Ansatz der Saldenmechanik, um die Rolle des Geldes in der Wirtschaft klarer herausstellen zu können. Er zeigt, dass aus saldenmechanischer Sicht die neoklassischen und die neokeynesianischen makroökonomischen Grundmodelle eine Inkonsistenz bei der Integration des Geldes aufweisen. Wenn man dagegen Schmidt folgend einfache saldenmechanische Zusammenhänge berücksichtigt, werden auch die Denkfehler bei der rein produktionstheoretischen Bestimmung des Zinses deutlich, gegen die sich Keynes bekanntlich gewandt hatte.