sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Thursday, December 14, 2017
 welcome page

Die Form der Reform

Eine system- und formtheoretische Rekonstruktion der Verwaltungsreform als Beitrag zur Theorie der Reform

"Beiträge zur Reorganisation des Staates"  · volume 2

291 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-666-0 (February 2008 )

 
 

Wer sich mit der Reform der öffentlichen Verwaltung beschäftigt, bekommt es mit mehr als einer Paradoxie zu tun. In der Veränderung, im Wandel muss die Verwaltung noch als dieselbe zu erkennen sein. Reformen können deshalb auch als Entfaltung dieser und anderer Paradoxien gelesen werden, als organisationale Instanz, die Stabilität von Verwaltung in Veränderungsprozessen, die prinzipielle Veränderbarkeit solch einer Stabilität oder auch die Erneuerung des Alten, die Verbesserung des Schlechten, die Bestimmung des bis dahin Unbestimmten oder die Markierung des Unmarkierten zu garantieren. Dass es bei der Entfaltung dieser Paradoxien in praxi zu allerhand Friktionen kommt, wissen alle, die sich als Beratende, Forschende, interne Projektleitungen, Politiker oder Bürgermeister mit der Reform der öffentlichen Verwaltung beschäftigen. Zugleich sind solche Koordinations- oder Transformationshemmnisse, die durch eine Reform zu Tage treten, ein Grund dafür, warum die Reform der Verwaltung seit jeher Gegenstand zahlreicher politischer Programme, verwaltungsinterner Veränderungsprojekte oder wissenschaftlicher Untersuchungen geworden ist. Auch heute versprechen sich Städte und Gemeinden, die Länder, der Bund, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und Verbände eine Verbesserung staatlicher Leistungen durch die Reform der öffentlichen Verwaltung.

Der vorliegende Band untersucht aus einer system- und formtheoretischen Perspektive die Funktion, die Reformen in einer öffentlichen Verwaltung haben. Sie will abseits der gängigen Pathologisierung von Verwaltung Ansätze für eine Theorie der Reform der öffentlichen Verwaltung ausloten und erarbeiten. Die Untersuchung versteht sich als Beitrag zur Verwaltungswissenschaft und entwickelt aus einer für diese Disziplin eher ungewöhnlichen Perspektive der soziologischen Systemtheorie sowie der ihr nah stehenden Formtheorie Ansätze, um die Bedeutung von Reformen in der Verwaltung, ihre inneren Widersprüche, ihre Erfolgsaussichten und ihr Lösungspotential zum Thema zu machen. Der praktische Untersuchungsfall, der im Fortgang dieser Arbeit als illustrative Einzelfallstudie dient, ist neu. Den Hintergrund für die in dieser Fallstudie vorgenommene praktische Erkundung der Reform der öffentlichen Verwaltung bildet die Umstellung von der kameralistischen Buchführung auf die so genannte doppische Buchführung in einer deutschen Großstadt, die im Rahmen der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) durchgeführt wird. Der erstmals gesetzlich vorgeschriebene Wechsel von der traditionell in öffentlichen Verwaltungen üblichen kameralistischen hin zur doppelten Buchführung, die sich am privaten Handelrecht ausrichtet, wird als ein zentraler Baustein der Verwaltungsreform in Deutschland angesehen und bietet ein geeignetes Praxisszenario für die aktuelle Erforschung.

Kommunalmagazin www.kommunalmagazin.ch, Nr. 2 Februar 2009 ()

"Verwaltungsreformen sind beliebt - doch welchen Nutzen bringen sie wirklich? Das Buch untersucht die Bedeutung und Erfolgsaussichten von Reformen aus Sicht der Systemtheorie und geht auch auf Widersprüche ein."

Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.32, NR 2.325, 5.41, 13.1.2009 ()

Reformen der öffentlichen Verwaltung sind mit der Paradoxie verbunden, dass die Verwaltung in ihrem Wandel "noch als dieselbe zu erkennen sein [muss]" (17) und - so der Ausgangspunkt dieser Arbeit - Reformen, gleich welcher Art und Zielsetzung, eine "eigene Bedeutung für die Reproduktion des organisationalen Entscheidungsverhaltens" (27) haben. Dieser spezifischen Funktion von Reformen, unabhängig davon, ob sie gelingen oder nicht, geht Jung aus einer system- und formtheoretischen Perspektive auf den Grund. Er will "abseits der gängigen Pathologisierung von Verwaltung Ansätze für eine Theorie der Reform der öffentlichen Verwaltung ausloten und erarbeiten" (18). Als empirisches "Anschauungsmaterial" zur Entwicklung seiner theoretischen Positionen dient ihm eine Einzelfallstudie über die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik) in einer nordrhein-westfälischen Großstadt. Auf dieser Grundlage und entlang einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Reformmodell des New Public Managements sowie der neueren Governance-Konzepte arbeitet er Ansätze einer funktionalistischen Theorie der Reform heraus, mit denen es gelingt, Reformen, obwohl immer in unterschiedliche Rationalitäten eingebunden, in einem "übergeordneten Sinnzusammenhang" (29) zu betrachten. "Die Funktionalität einer Reform steht und fällt dann nicht mit ihrer Fähigkeit, die eine Rationalität (etwa eine rechtliche oder politische) durch eine andere Rationalität (etwa eine ökonomische) abzulösen, sondern damit, Rationalitätsdifferenzen zu handhaben. Reformmanagement ist also kein New Public Management einer verstaubten Bürokratie, sondern vielmehr das Management von Differenzen und paradoxaler Zusammenhänge" (228). Damit liefert Jung einen innovativen Ansatz sowohl zum theoretischen Verständnis von Verwaltungsreformen als auch zur gegenseitigen Nutzbarmachung von Theorie und Praxis, der allerdings sprachlich nicht immer leicht zu durchdringen ist.


the author
Prof. Dr. Stefan Jung
Stefan Jung geb. 1970, September 2009 zum Professor für Sozial- und Diakoniemanagement an der neu gegründeten International YMCA University of Applied Sciences in Kassel ernannt. [more titles]
known reviews by the publisher
  • Kommunalmagazin www.kommunalmagazin.ch, Nr. 2 Februar 2009 more...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.32, NR 2.325, 5.41, 13.1.2009 more...
that may interest you, too