Karl-Heinz Brodbeck
41 Seiten · 9,14 EUR
(März 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Karl-Heinz Brodbeck analysiert in kritischer Weise die Argumentationsmuster, die seitens der liberalen ökonomischen (wie auch der marxistischen) Theorien entwickelt wurden, um Gewinn, Profit und Zins nicht nur zu erklären, sondern auch als das treibende Element der Entwicklung der modernen Gesellschaften zu rechtfertigen. Das marktradikale Denken findet hier – so Brodbecks Überzeugung – eine bedeutende Stütze. Denn die verschiedenen Erklärungsmodelle, die die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hervorgebracht haben, um Überschuss und Zins zu legitimieren, antworten sowohl auf ein wissenschaftliches wie auch – zumindest implizit – auf ein ethisch-moralisches Problem. Brodbeck hinterfragt die Hoffnung (die sowohl den Theorien der Klassiker des ökonomischen Liberalismus wie auch den Ansätzen von Karl Marx, Max Weber, Joseph Schumpeter, Eugen Böhm-Bawerk, John M. Keynes und anderen implizit ist), irrationale Leidenschaften wie die Geldgier kanalisieren, beherrschen und für den gesellschaftlichen Fortschritt fruchtbar machen zu können. Er stellt dem einen eigenen Ansatz gegenüber und untersucht die gesellschaftlichen Wirkungen eines Denkens, in dem das Streben nach mehr Geld zur kulturellen Leitfigur geworden ist. Der so entstandene ‚Rendite-‘ oder ‚Wucher-Kapitalismus‘ hat das Verhalten der Manager verändert, neue Formen von Ausbeutung auch der Unternehmen ermöglicht, staatliche Systeme durch die Ideologie einer ‚Deregulierung‘ als neue Gewinnquellen erschlossen und Krisen zu einem permanenten Ereignis werden lassen.