Gerold Blümle
26 Seiten · 5,62 EUR
(Juli 2008)
Aus der Einleitung:
Es geht im Folgenden zunächst darum herauszuarbeiten, wie es aus der historischen Situation zu einer einseitigen Deutung der Ideen von Adam Smith kam. Danach ist festzustellen, dass neuere Entwicklungen der Behavioral Economics und der Neuroökonomie zwar Smithsche Ideen bestätigen, aber in Verkennung des Smithschen Denkens einen Gegensatz zum vorherrschenden Menschenbild der Ökonomie konstruieren und dabei das Konzept des Homo Oeconomicus als der Wirklichkeit unangemessen einstufen. Die den Ideen von Smith entsprechende Deutung der Wirklichkeit indessen betont, dass Eigeninteresse und Sympathie, im Smithschen Sinne verstanden, zwei Seiten einer Medaille darstellen. Auch die Rolle des Staates bei Adam Smith wird meist sehr einseitig und mit dem schon selbst begrifflich pervertierten Ausdruck des Manchesterkapitalismus falsch etikettiert, was danach anzusprechen bleibt. Wie anschließend zu betonen ist, entwickelte sich in der Verkennung der Notwendigkeit einheitlichen ökonomischen und ethischen Denkens die Sozialpolitik in der Bundesrepublik seit und durch Müller Armack hin zu einem dualistischen Konzept der Trennung von marktorientierter und sozialpolitischer Betrachtung des Marktgeschehens. Diesem Konzept ist das an Eucken ausgerichtete ordnungspolitische Konzept einer Sozialpolitik mit dem Markt entgegenzusetzen, welches sich letztlich auch auf Adam Smith beziehen kann. Dabei wird erläutert, was von den Smithschen Ideen für die praktische Sozialpolitik nützlich sein könnte. Der Schluss gilt einer Diskussion interventionistischer Tendenzen in der praktischen Politik, die die Realisierung einer Sozialpolitik mit dem Markt gefährden.