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Friday, December 15, 2017
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Die Literarischen Majorate

Herausgegeben und übersetzt aus dem Französischen von Lutz Roemheld, eingeleitet von Albrecht Götz von Olenhusen

215 pages ·  24.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1095-3 (August 2014 )

 
 
Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865) hat "Les Majorats littéraires" zum ersten Mal 1862 veröffentlicht. Diese Schrift beinhaltet seinen Beitrag zu der damaligen Debatte über das geistige Eigentum sowie über dessen wirtschafts-, sozial- und kulturpolitische Aspekte. Die "Literarischen Majorate" haben nicht nur in Frankreich sofort ein lebhaftes Echo hervorgerufen. Eine bereits 1862 in Leipzig anonym erschienene deutsche Übersetzung deutet darauf hin, dass dieses Werk auch im Ausland schon früh auf Interesse gestoßen ist. Und einer der heute maßgebenden Experten in Fragen des geistigen Eigentums, Dr. jur. Albrecht Götz von Olenhusen, bezeichnet Proudhons Schrift als "eine bemerkenswerte Stimme", durch welche die "Diskussion auf der Seite des linken Spektrums eine elegant geschriebene, facettenreiche Erweiterung" erfahren hat.
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"Proudhons Buch ist nicht nur als einDokument der Urheberrechtsgeschichte lesenswert, sondern die behandelten Fragen und Probleme sundunabhängig vin ihrere

UFITA - Archiv für Urheber- und Medienrecht, 2015, II ()

"Proudhons Buch ist nicht nur als ein Dokument der Urheberrechtsgeschichte lesenswert, sondern die behandelten Fragen und Probleme und unabhängig von ihrer Zeitbedingtheit im Grundsatz zeitlos aktuell. Es gilt deshalb, Herausgeber und Verlag zu danken, dieses Buch den deutschen Lesern erneut zugänglich gemacht zu haben, und das in einer sehr gelungenen Ausgabe: Das Schriftbild ist angenehm, der Anmerkungsapparat umfassend, ... Eine Einleitung von Albrecht Götz von Olenhusen führt in die historischen und rechtlichen Zusammenhänge ein. Er bietet zudem eine "Kleine Auswahlbibliographie", die den Interessierten weiterführt. Die hier wiedergegebenen Zitate Proudhons haben zudem sicherlich deutlich werden lassen, dass er zu formulieren verstand und sich deshalb der Text sehr kurzweilig liest. Es lohnt also, das Buch zu lesen, zumal dessen Stil und Inhalt auch einen Anreiz bieten, ergänzend noch mehr von und über Pierre-Joseph Proudhon und die "Urheber-)Geschichte seiner Zeit lesen und erfahren zu wollen."

DadA-Empfehlungen ()

Die in Europa geführte Debatte über die Frage des geistigen Eigentums hatte zu Proudhons Lebzeiten, insbesondere seit dem internationalen Kongress im Jahr 1858 in Brüssel, einen starken Auftrieb erhalten. Proudhon versuchte auf diese Diskussion über die Gestaltung des Urheberrechts mit seiner Schrift Einfluss zu nehmen.

Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen betrachtet Proudhon das geistige Eigentum nicht als vergleichbar mit dem Eigentumsrecht an Grund und Boden. Literarische und künstlerische Produkte sind für ihn das Ergebnis einer Art gewerblichen, industriellen Produktion, die damit "unvollkommen, kurzlebig und nur zum Dienste für eine gewisse Zeit tauglich" sind. Die "produzierte Form" wird aber kein produktives Vermögen, kein Renten abwerfendes Kapital. Der Autor bzw. Künstler ist für Proudhon ein "öffentlicher, auf eigene Gefahr handelnder Unternehmer". Das zeitliche Verkaufsprivileg zwischen Schriftsteller, Künstler und Gesellschaft ist kein "ewiges Recht". Proudhon bemisst die durchschnittliche Dauer eines Buches auf nicht mehr als 30 Jahre. Mit der Veröffentlichung geht das Werk in den Gesamtbesitz, in den öffentlichen Reichtum über. Der Urheber kann nur einen bloßen Entgeltanspruch geltend machen und auch das in einem nur eingeschränkten Sinne. Denn für Proudhon sind Werke der Literatur und Kunst keine Produkte der Verkäuflichkeit, die Wahrheit ist kein Handelsartikel. Schriftsteller, Künstler und Erfinder haben lediglich einen Anspruch auf die Sicherheit der Belohnung, während die Gesellschaft einen Anspruch auf das geistige Produkt hat, alles andere ist für ihn ein Rückfall in früheres Lehnswesen und eine Sklaverei des Geistes.

Mit seinen Vorschlägen steht Proudhon in der Tradition der französischen Frühsozialisten, die die Rechte der Urheber, Künstler und Verleger in einen sozialen Zusammenhang gestellt haben. Seine Kritik richtete sich vor allem auf das von einer Vielzahl von Autoren propagierte ewige Recht. Mit seiner Schrift "Les Majorats litteraires" gehört Proudhon zu denjenigen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die Urheberrechtsdiskussion den Gedanken eingebracht haben, dass die Schöpfungen selbst einen erheblichen gesellschaftlichen Anteil in sich tragen, dass aber im Bereich des Urheberrechts nur zeitlich begrenzte Rechte Sinn machen.

Proudhons Schrift ist nicht nur aus historischer Perspektive interessant, sondern sein Werk enthält Überlegungen, die durchaus als interessanter Beitrag zur aktuellen Diskussion über das Urheberrecht gelesen werden können.




the authors
Pierre-Joseph Proudhon
1809 - 1865, französischer Sozialist und Politischer Ökonom, wichtigster Vertreter des Anarchismus, Gegenspieler Karl Marx'. Proudhon lehnte jede staatliche Gewalt ab und prägte die Überzeugung der Anarchisten, wonach die unbegrenzte Freiheit der Menschen die Grundvoraussetzung für eine sozialistische Ordnung sei. Proudhons Schriften haben zahlreiche Intellektuelle seiner Zeit beeinflusst, vor allem die im Entstehen begriffene Gewerkschaftsbewegung in Frankreich, die lange anarchistisch orientiert war. [more titles]
RA Dr.iur Götz von Olenhusen
Götz von Olenhusen Lehrbeauftragter an den Universitäten Düsseldorf und Freiburg und Hon.professor an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Dr.jur. Götz von Olenhusen ist Mitglied der Vereinigung Gewerbl. RS und Urheberrecht, und lehrt auch an der Journalistenakademie Stuttgart.
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