Metropolis-Verlag | Die Markt-Zeit der Finanzwirtschaft
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Freitag, 3. September 2010
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Andreas Langenohl, Kerstin Schmidt-Beck (Hg.)

Die Markt-Zeit der Finanzwirtschaft

Soziale, kulturelle und ökonomische Dimensionen

366 Seiten · 34,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-631-8 (November 2007)

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Beschreibung

Finanzmärkte haben für gegenwärtige Gesellschaften Bedeutung jenseits der Ökonomie. Sie fungieren nicht nur als Allokations- oder Kapitalisierungsmechanismus, sondern auch als Projektionsflächen von Wünschen und Hoffnungen wie von Befürchtungen und apokalyptischen Visionen. Gleichzeitig wirkt sich die Art und Weise, wie sie dargestellt werden und sich selbst darstellen, auf ihre ökonomische Bedeutung und Funktionsweise aus. Der Sammelband bringt Beiträge aus der Soziologie, Politischen Ökonomie, Literaturwissenschaft und empirischen Kapitalmarktforschung zusammen, die folgende Fragen stellen: wie werden Finanzmärkte dargestellt, wie repräsentieren sie sich kraft ihrer Operationsweise selbst, und welche Folgen hat dies für ihre Dynamik und die Art und Weise, über sie nachzudenken? Exemplarisch werden diese Fragen anhand einer speziellen Problematik der Finanzmärkte diskutiert: der genuin finanzmarktlichen Zeitlichkeitsordnung, der Markt-Zeit der Finanzwirtschaft. Die Konzentration auf diesen Aspekt gestattet es, Phänomene wie Beschleunigung und extreme Kurzfristigkeit von Anlageverhalten, unterschiedliche Zeithorizonte in der Prognose von Finanzentwicklungen und von Erfolgs- und Misserfolgszuschreibungen an den Finanzmärkten aus interdisziplinärem Blickwinkel zu beleuchten.

Inhalt

Langenohl: Die Sinndimension von Markt-Zeit: • Reinhard Bahnmüller, Michael Faust: Abweichende Zeitstrukturen von Beobachtern und Beobachteten am Aktienmarkt • Julia Brandl: Eine neoinstitutionalistische Interpretation der Ursachen von eskalierendem Commitment am Beispiel der Einführung von Personalentwicklungsprogrammen • Eva-Maria Walker: Managementautonomie unter dem Druck (nachhaltiger) Kapitalanleger? • Sven Grzebeta: Temporalisierungen der Börse • Schmidt-Beck: Die Börsenkrise als Deutungskrise • Wolfgang Bessler, Christoph Becker, Daniil Wagner: Ausgestaltung und Anreizwirkung von Aktienoptionsplänen für Mitarbeiter junger, innovativer Unternehmen • Harald A. Mieg: Zeit, Attribution und Koordination an den Finanzmärkten • Ute Tellmann: Die Zeit und die Konventionen der Ökonomie • Bernd Blaschke: Markt-Zeiten und Markt-Räume in Börsenromanen 1900/2000 • Oliver Kessler: Unsicherheit, Ungewissheit und Risiko: Temporalität und die Rationalität der Finanzmärkte • Langenohl: Kurzfristigkeit und Langfristigkeit als Artikulation und Lösung gesellschaftlicher Krisenkonstellationen


Die Autoren
Dr. Andreas Langenohl
Andreas Langenohl ist Leiter der Forschungsgruppe "Idiome der Gesellschaftsanalyse" im Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration" an der Universität Konstanz. Außerdem führt er im Sonderforschungsbereich "Erinnerungskulturen" an der Justus-Liebig-Universität Gießen ein Forschungsprojekt mit dem Titel "Professionelle Erinnerung an der Börse: Die Markt-Zeit der Globalisierung" durch. [weitere Titel]
Kerstin Schmidt-Beck
Kerstin Schmidt-Beck Studium der Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Teilprojekts „Professionelle Erinnerung an der Börse“ im Sonderforschungsbereich 434 „Erinnerungskulturen“ (JLU Gießen). Schwerpunkte: Organisationsforschung, Finanzmarktsoziologie, Arbeits- und Berufssoziologie, Geschlechterforschung. [weitere Titel]
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