Reinhard Pirker und Engelbert Stockhammer
34 Seiten · 6,30 EUR
(November 2009)
Aus der Einleitung:
Jener Denker, der ökonomische als soziale Verhältnisse erkannte und zugleich eine immanente Krise der kapitalistischen Produktion und Zirkulation herausstellte, war Karl Marx, dessen Werk dem unmittelbar folgenden Beitrag auf zweifache Art und Weise zugrunde liegt: Zum einen werden die Grundelemente seiner Theorie herausgearbeitet, zum anderen die gegenwärtigen ökonomischen Interpretationen der Marxschen Theorie erörtert. Entgegen einer vermeintlichen liberalen Harmonie der Interessen, welche die mutmaßliche Natur des Marktes konstituieren, hebt Marx die fundamentalen immanenten Widersprüche und Ungleichgewichte des Kapitalismus hervor.
Die Marxsche Theorie hat demnach den Anspruch, gleichzeitig Analyse und Kritik der Gesellschaft zu bieten. Mit der marxistischen Werttheorie sollen Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse aufzeigt und im Rahmen der Krisentheorie wirtschaftliche Entwicklungstendenzen erklärt werden. Der Beitrag „Die Marxsche Ökonomie: von Marx zu aktuellen Debatten“ zeichnet zentrale Diskussionen über die Marxsche und marxistische Ökonomie anhand der Wert- und Krisentheorie nach. Einen ersten Schwerpunkt dabei bildet die Behandlung der Analyse von Marx selbst, vor allem im Kapital. Hier werden zentrale Konzepte wie jenes des Arbeitswerts, der Ausbeutung und der organischen Zusammensetzung des Kapitals erklärt. Den zweiten Schwerpunkt bilden aktuelle Diskussionen seit den 1960er Jahren. Während die marxistische Theorie zunächst eng mit den Organisationen der Arbeiterbewegung verbunden war, kam es nach dem zweiten Weltkrieg zu einer Akademisierung. Dies drückte sich einerseits in einer Mathematisierung der Diskussion um die Werttheorie aus und andererseits in der vermehrten Anwendung von empirischen Methoden in der Krisentheorie.