Thorsten Raabe
22 Seiten · 5,19 EUR
(September 2006)
Aus der Zusammenfassenden Würdigung:
Mit „Interpretieren, Intervenieren, Institutionalisieren“ sind die drei Forschungsschritte gekennzeichnet, die den Forschungsansatz des OSSENA-Projekts markieren und seine aktionsanalytische Orientierung herausstreichen. Die inhaltliche Präzisierung verdeutlicht, dass mit der Umsetzung eines auf Nachhaltigkeit zielenden Interventionsprogramms ein umfassender Ansatz in kollektive Handlungs- und Bedeutungsgefüge verbunden ist. Das Prozesshafte von Ernährungskulturen stellt in mehrfacher Hinsicht die besondere Herausforderung für Akteure dar: zum einen sind Kulturen durch endogene Dynamiken gekennzeichnet. Es gilt gerade auch im Kontext nachhaltigkeitsorientierter Strategien, diese Prozesse zu erkennen und zu nutzen bzw. solche gerichtet zu initialisieren. Zum anderen sind diese Prozesse durch kollektive Akteure zu tragen, was für die langfristige Wirksamkeit nachhaltiger ernährungskultureller Impulse bedeutet, dass durch Institutionalisierung entsprechend langfristig selbsttragende Prozesse durch geeignete Akteure dauerhaft gesichert sind. Das praktisch-normative Selbstverständnis des Projekts erweitert die Anwendungsperspektive des Ansatzes aber auch auf erwerbswirtschaftliche Akteure: zu prüfen und zu spezifizieren bleibt, ob und in welcher Form der vorgestellte, forschungsorientierte Planungsansatz auch für Handel, landwirtschaftliche Erzeuger, Weiterverarbeiter und Gastronomie einen geeigneten Handlungsansatz bietet. Gerade in der Feststellung, dass einzelwirtschaftliche Anbieter auch kulturschaffende und -prägende Akteure sind, liegt die Chance begründet, marktliche Kräfte für den angestrebten Wandel hin zu nachhaltigeren Ernährungskulturen zu fördern.