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Friday, December 15, 2017
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Die Politik

"Die Gesellschaft Neue Folge"  · volume 4

158 pages ·  19.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-693-6 (February 2009 )

 
lieferbar in stock
 

Band 4 der Neuen Folge der Reihe "Die Gesellschaft" beschäftigt sich mit dem Thema Politik. Eine Untersuchung über die "völkerpsychologischen Bedingungen gesellschaftlicher Organisation" nennt Alexander Ular seinen kulturvergleichend angelegten Essay über das Wesen der Politik und ihre Funktion in der modernen Gesellschaft. Was sich in Ulars Text entfaltet, ist jedoch weniger eine Theorie des Politischen als eine allgemeine Kulturtheorie. Bei Ular steht die Politik der Kultur feindlich gegenüber: Sie zwingt den Menschen unter eine oligarchische, autoritäre Herrschaft, die jedoch nichts anderes ist als die Inkarnation seiner ureigenen religiösen Bedürfnisse. Kultur ist gegenüber der Politik subversiv, begehrt gegen ihr Diktat auf und kündet von der individuellen Freiheit. Alle Politik, so Ular, ist Religion, und alle Politik gewordene Religion führt zur Entmündigung des Individuums. In Politik und Gesellschaft Chinas, so Ular, zeigt sich eine neue Zeit.

Gunter Schubert kommentiert den Band von Ular aus einer heutigen politikwissenschaftlichen Sicht und kontrastiert Ulars Thesen mit der historischen Entwicklung Chinas. Nationalismus und Religion, so Schubert, spielen in China bis heute eine Rolle, ihre von Ular vorhergesagte Überwindung ist in dieser Form nicht geschehen - mit entscheidenden Folgen für den Begriff des Politischen.

Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 5.46; NR 5.42, 2.2, 2.68 2009 ()

""Untersuchung über die völkerpsychologischen Bedingungen gesellschaftlicher Organisation" heißt der Text im Untertitel, der erstmals 1906 in einer von dem Religionsphilosophen Martin Buber herausgegebenen Reihe erschien und nun erneut und um einen neuen Beitrag ergänzt publiziert wird. Schubert, Professor für Greater China Studies in Tübingen, erschließt in dieser Ergänzung den Text: Der Wahlfranzose, Journalist und Schriftsteller Ular (1876-1919) habe als kenntnisreicher Sinologe gegolten. In seinem Buch habe er die Begriffe Politik und Kultur als entgegengesetzte Pole beschrieben und dies anhand von Zuordnungen zu Europa und China illustriert: "Das wilhelminische Deutschland gilt Ular offensichtlich als Inbegriff einer politischen, China als Inbegriff einer kulturell definierten Gesellschaft." Problematisiert worden sei damit der Zusammenhang von legitimer Herrschaft, nationaler Identität und individueller Freiheit. Die Politik habe Ular dabei negativ beschrieben: "Sie zwingt den Menschen unter eine oligarchische, autoritäre Herrschaft, die jedoch nichts anderes ist als die Inkarnation seiner ureigenen religiösen Bedürfnisse". China aber, das Ular als ein kollektivistisch organisiertes Reich verstanden habe, das sich europäischen Ordnungsvorstellungen entziehe, habe ihm als "Fingerzeig auf eine mögliche Zukunft Europas" gedient - auf ein Europa, in dem "sich kein Mensch mehr für die Nation opfert; in dem der einzelne Staat lediglich eine 'großartige wirtschaftliche Organisation' mit 'riesenhaften Kooperativgenossenschaften' bildet und deshalb 'unsterblich' geworden ist". - Schubert weist noch einmal ausdrücklich daraufhin, dass Ular diese Vision lange vor dem Wandel Chinas in ein kommunistisches System schrieb - heute hätten sich die Verhältnisse eher umgekehrt: China sei "eher zum Beispiel einer von der Politik in Sinne Ulars beherrschten Gesellschaft" geworden, der dort herrschende nationale Pathos sei ein Indiz dafür. Der "religiöse Abhängigkeitsatavismus" werde wohl doch zuerst in Europa überwunden."


the author
Prof. Dr. Gunter Schubert
Gunter Schubert Jahrg. 1963, ist seit Oktober 2003 Inhaber der neu geschaffenen Professur für Greater China Studies. Forschungsgegenstand an diesem Lehrstuhl ist das moderne Chinesentum in seinen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen.
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