Marius Christen
17 Seiten · 4,78 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Marius Christen untersucht den Greifswalder Ansatz auf seine axiologischen Grundlagen, das heißt seinen Wertbegriff hin. Der Greifswalder Ansatz fuße auf einigen moralischen Werten, für die ein universeller Geltungsanspruch erhoben werde, beispielsweise für moralische Selbstwerte. Dieser universelle Geltungsanspruch wird laut Christen jedoch nicht ausreichend begründet, da Ott und Döring eher zu einem subjektivistischen Wertkonzept tendierten. Solch ein Wertkonzept, das Werte dem subjektiven Belieben anheim stelle, steht laut Christen in einem Widerspruch zu den vorausgesetzten universellen moralischen Werten. Diese umfassen laut Christen nicht nur die moralischen Werte, die Ott und Döring im Rahmen ihrer Theorie der distributiven Gerechtigkeit explizit machen, sondern darüber hinaus auch solche, die einer Güterlehre sowie einer Theorie der politischen Gerechtigkeit zugrunde liegen. Eine gehaltvolle Güterlehre sei – wie Ott und Döring selbst zugäben – notwendig zur Bestimmung einer fairen Hinterlassenschaft. Mit seinem Bezug auf den Fähigkeitenansatz Martha Nussbaums setze der Greifswalder Ansatz zudem eine Theorie der politischen Gerechtigkeit voraus. Zur Begründung dieser Werte schlägt Christen eine relationale Werttheorie vor, die als Bezugspunkt ein Menschenbild gemäß Nussbaums Fähigkeitenansatz verwendet.