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Donnerstag, 17. Mai 2012
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Die Wirtschaftswissenschaften als Rationalinstanz der Wissensgesellschaft?
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Siegfried F. Franke

Die Wirtschaftswissenschaften als Rationalinstanz der Wissensgesellschaft?

Einige Bemerkungen am Beispiel der Hochschulreformen

20 Seiten · 4,58 EUR
(März 2010)

 
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Aus der Einleitung:

»Wissen« im Sinne der Aufdeckung bislang unbekannter Zusammenhänge und der Aneignung und Entwicklung von Methoden zu eben dieser Aufdeckung hat es zu allen Zeiten gegeben. Mit »unbekannten Zusammenhängen «sind jedoch nicht nur Natur- und Gesellschaftskausalitäten gemeint, sondern auch die Hebung (Explizierung) eines kontextgebundenen impliziten Wissens auf einer vorgelagerten Stufe, um es in anderen Kontexten nutzbar zu machen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich klarzumachen, dass das explizit gemachte Wissen im Laufe der Zeit durch die routinierte Anwendung in anderem Kontext wiederum implizit wird, d.h., es wird ein »Können« und eine »Erfahrung« erworben, deren theoretische Basis den ausübenden Personen nicht oder nicht mehr bekannt oder bewusst sein muss. Jäger spricht treffend vom »erfahrungsgeleiteten Handeln«. Das sich daraus ergebende »richtige Gespür« „kann sich … nur entwickeln, wenn man nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Körper und den Gefühlen bei der Sache ist, sich also auf die Materie einlässt.“ Die Aufgabe, Wissen zu explizieren und in neue Verwendungen zu überführen, stellt sich mithin permanent neu, wobei es allerdings auch Stimmen gibt, die auf die Grenzen der Explizierbarkeit des Wissens und auf die anwachsende Relevanz nicht-expliziten Wissens hinweisen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wissensökonomie und Innovation
Manfred Moldaschl, Nico Stehr (Hg.):
Wissensökonomie und Innovation
Der Autor
Prof. Dr. Siegfried F. Franke
Siegfried F. Franke leitet seit 1991 die interdisziplinär angelegte Abteilung für Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht, Universität Stuttgart. [weitere Titel]