Michael Faust und Reinhard Bahnmüller
38 Seiten · 7,92 EUR
(November 2007)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Michael Faust und Reinhard Bahnmüller machen genau diese Vermittlung zwischen Temporalitätsordnungen der produktionsbasierten Ökonomie und der Finanzwirtschaft zum Gegenstand ihres Beitrags. Ausgehend von Interviews mit Aktienanalyst/-innen sowie von jüngsten Verschiebungen in der Corporate Governance hin zu einer „agency logic“ argumentieren sie, dass die Auswirkungen finanzwirtschaftlicher Zeitordnungen – vor allem der Logik kurzfristig messbarer Wertsteigerungen des Marktwerts eines Unternehmens – nicht ohne Inbetrachtnahme der Besonderheiten „realökonomischer“ Unternehmenszeit verstanden werden können: Während Shareholder in der Lage sind, sich sehr kurzfristig und ohne Bezug auf die Vergangenheit des Unternehmens (oder ihre eigene) zu engagieren, stehen Unternehmensleitungen vor der Tatsache, dass ihre gegenwärtigen Entscheidungen durch vorangegangene in gewissem Maße vorstrukturiert sind. Daraus schließen Faust und Bahnmüller auf die Notwendigkeit weiterer Forschungen zu den Auswirkungen von Markt-Zeit auf die je einzelnen Unternehmen und weniger auf die produktionsbasierte Wirtschaft also solche. Damit grenzen sie sich auch von einer „sociology of finance“ ab, wie sie jüngst gefordert wird (Knorr Cetina 2007).