Ute Tellmann
22 Seiten · 5,64 EUR
(November 2007)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Ute Tellmann plädiert in ihrem Betrag für eine politische Soziologie des Ökonomischen, zu der sie auf dem Wege einer Auseinandersetzung mit klassisch-soziologischen Abhandlungen aus der Systemtheorie und Simmels „Philosophie des Geldes“ gelangt. Ihr Argument lautet, dass die gängige Diagnose der Beschleunigung ökonomischer Abläufe (beispielhaft der Finanzmärkte), die sich bereits bei Simmel finden lässt, meist (in modernisierungstheoretischer Weise) mit bestimmten konstitutiven Eigenschaften des Mediums Geld begründet wird, gleichzeitig aber die institutionelle und kulturelle Bedingtheit dieser Eigenschaften abgeschattet wird und sie dadurch essenzialisiert werden. Am Beispiel Keynes’ Ausführungen zur Abschaffung des Goldstandards zeigt Tellmann, dass Temporalität in der Ökonomie, statt untrennbar mit einem (theoretisch immer schon gesetzten) Geldmedium gekoppelt zu sein, Gegenstand politischer Setzungen ist.