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Tuesday, December 12, 2017
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Die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft

396 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-594-6 (January 2007 )

 
 

Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft wird in der Bundesrepublik Deutschland - dem Land, in dem die Konzeption entstand und implementiert wurde - kontrovers diskutiert. Einerseits wird sie als ein überholtes Konzept, das den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nicht standhält bewertet und andererseits gilt die Soziale Marktwirtschaft als reformfähiges und damit auch zukunftsfähiges Modell. An der Reformfähigkeit knüpft dieser Sammelband an, in dem in den einzelnen Beiträgen die notwendigen Reformen aufgezeigt werden, damit das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft auch in Zukunft Perspektiven hat.

  • I. Ideengeschichtliche Wurzeln und Realisierung
  • Heiko Körner
    Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft
  • Richard Hauser
    Die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in der real existierenden Sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland
  • II. Konzeptionelle Rahmenbedingungen
  • Siegfried Hauser
    Die ökonomische und soziale Dimension der Sozialen Marktwirtschaft - Komplementarität versus Konflikt
  • Werner Sesselmeier
    Zur Zukunft des kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaates
  • III. Institutionelle und strukturelle Rahmenbedingungen
  • Klaus-Dieter John
    Die Soziale Marktwirtschaft im Kontext des europäischen Integrationsprozesses - Befund und Perspektiven
  • Jörg Althammer
    Soziale Marktwirtschaft und die Globalisierung
  • Horst Gischer, Fritz Helmedag
    Marktmacht als Herausforderung der Wettbewerbspolitik
  • IV. Reformbedarf
  • Christian Igel, Eberhard Wille
    Stabilisierung sozialer Sicherungssysteme, insbesondere der Kranken- und Pflegeversicherung
  • Thomas Beissinger
    Neue Anforderungen an eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung
  • Peter Koslowski
    Konsensillusionen in der Sozialen Marktwirtschaft
  • Michael von Hauff
    Von der Sozialen zur Nachhaltigen Marktwirtschaft
Zeitschrift für Politikwissenschaft, Online 4.4.2008 ()

"Die wirtschaftswissenschaftlichen, aber auch institutionstheoretischen und (ideen)geschichtlichen Beiträge gehen auf ein 2006 in Wiesbaden veranstaltetes Symposium der Wirtschaftspolitischen Gesellschaft zurück. Darin wird nach der Zukunftsfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft angesichts wachsender europäischer Koordinierung der Sozialpolitik und zunehmender ökonomischer Globalisierung gefragt. Wenn der Philosoph Koslowski mit einer gewissen Lust am Untergang prognostiziert, dass durch den demografischen Wandel "nicht nur der Sozialstaat, sondern auch die Soziale Marktwirtschaft und wahrscheinlich auch die Idee der Emanzipation von Lebensformen in Frage gestellt" (339) wird, so können die anderen Autoren des Sammelbandes diesem Befund allenfalls bedingt folgen. Zwar wird keineswegs in Abrede gestellt, dass sozialpolitischer Reformbedarf notwendig ist (besonders: Körner, Althammer, Igel, Wille und von Hauff), der Sozialstaat sich eher im Rückbau befindet (Hauser) und die Leistungsfähigkeit antizyklischer Fiskalpolitik in der Vergangenheit überschätzt wurde (Beissinger). Den radikalen Schlussstrich zieht keiner der Autoren, weil sie alle um die konfliktneutralisierende und damit stabilisierende Wirkung des brüchig gewordenen Leitbildes der sozialen Marktwirtschaft wissen. Zurecht weisen Althammer, Gischer und Helmedag darauf hin, dass trotz der Krise der sozialen Marktwirtschaft kein breit akzeptiertes Alternativmodell existiert und sich die häufig überschätzten Reformvorschläge in Richtung Flexibilisierung und Deregulierung zumindest rhetorisch an alten Begrifflichkeiten orientieren müssen. Aufschlussreich ist zudem, dass es der reformierte skandinavische Typ des Wohlfahrtstaates ist, der für zahlreiche Autoren eine bestimmte Vorbildfunktion hat (Sesselmeier, John)."

Utopie kreativ, März 2008, S. 278-279 ()

"Ein halbes Jahrhundert nach seiner Implementierung wird das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland kontrovers diskutiert. Im Fokus stehen dabei die Reformfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit des Modells sowie die Frage, ob dieses in der Vergangenheit durchaus erfolgreiche Modell auch unter den veränderten Bedingungen der Globalisierung und des demographischen Wandels noch effizient funktioniert. Der vorliegende Sammelband, der aus Anlass des 60. Jubiläums der Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (WIPOG) entstand, versucht hierauf eine Antwort zu geben. Das Buch gliedert sich in vier Teile: Ideengeschichtliche Wurzeln, konzeptionelle Rahmenbedingungen, institutionelle und strukturelle Rahmenbedingungen und Reformbedarf.

Einleitend stellt Heiko Körner dar, wie das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft entstand. Er folgt dabei einem strukturellen Erklärungsansatz, welcher davon ausgeht, dass es vor allem die Zeitumstände waren, welche Mitte der 1940er Jahre die Entwicklung und Ausformung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft geprägt haben. Der geistige Spannungsbogen reicht dabei von W. Eucken über A. Müller-Armack und L. Erhard bis zu F. Böhm und A. Rüstow. Der Autor zeigt aber auch, dass die Wurzeln dieses Konzepts weiter zurückreichen: bis in die 1920er Jahre. Nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs entwickelte sich in Deutschland - neben der kommunistischen und der faschistischen Ideologie - im Rahmen liberaler und demokratischer Ansätze die Vorstellung eines »Dritten Weges« der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Gleichwohl kam es »aus pragmatischen Gründen« nach 1945 in Westdeutschland zu keinem wirklichen Neuanfang, sondern zu einem Rückgriff auf »vorhandene Konfigurationen« (S. 27). Große wirtschaftliche Interessengruppen behielten ihren Einfluss auf die Politik, was die »wohlstandstiftende Konsumentenfreiheit« verminderte, die »leistungsgerechte Verteilung des Wohlstands« verhinderte sowie Freiheit und Gerechtigkeit gefährdet. So erscheint das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft bis heute eher als Aufgabe denn als Realität. Ein wichtiger Teilbereich der Sozialen Marktwirtschaft war von Beginn an die Einkommens- und Vermögensverteilung, ein Thema, dem der Beitrag von Richard Hauser gewidmet ist. Er zeigt hierin, wie sich die Verteilung der Einkommen und Vermögen seit 1969 verändert hat, welche Strukturverschiebungen eingetreten sind, welche Umverteilungswirkungen vom Staat ausgingen und wie sich Reichtum und Armut heute darstellen. Bemerkenswert ist, dass der Autor die aktuellen deutsch-deutschen Diskrepanzen sehr klar herausarbeitet und als Ursache dafür unter anderem die Restitutionsregelungen von 1990 und die Bereicherung Westdeutscher im Zuge der Wiedervereinigung benennt (S. 61).

Im zweiten Teil schreibt Siegfried Hauser über die ökonomische und soziale Dimension der Sozialen Marktwirtschaft. Auch dieser Beitrag ist grundsätzlich kritisch angelegt. Er enthält viele Aussagen, die sich gegen eine »reine« Marktwirtschaft als vermeintlich effizientere Variante des Kapitalismus richten. Demgegenüber hält der Autor an den »Werten« der Sozialen Marktwirtschaft fest. Es folgt eine komparative Analyse europäischer Wohlfahrtsstaatsmodelle. Ziel des Beitrages ist es, die Bedingungen für die Zukunftsfähigkeit des kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaates aufzuzeigen. Hieran schließen sich Aufsätze zur Europäischen Integration, zum Globalisierungsdruck und zur Wettbewerbspolitik an. Der letzte Teil schließlich enthält vier Beiträge, die den Reformbedarf der Sozialen Marktwirtschaft erkunden. Im Zentrum steht die Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, wozu Christian Igel und Eberhard Wille fundierte Überlegungen anstellen und Vorschläge unterbreiten. Thomas Beissinger erweitert die Fragestellung und formuliert generelle Anforderungen an eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung. Dabei räumt er gesamtwirtschaftlich agierenden Institutionen wie der Europäischen Zentralbank und dem Staat breiten Raum ein. Wesentlich für einen Erfolg sei die Nachfragesteuerung, schreibt er. Der Autor vertritt damit einen makroökonomischen Ansatz, der in der jüngeren Vergangenheit eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Für einen Paradigmenwechsel in dieser Frage sieht er vor allem drei Gründe: erstens den neukeynesianischen Erklärungsansatz, wonach staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen durchaus zur Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt beitragen können, zweitens den empirischen Nachweis von Lohn- und Preisrigiditäten und drittens die Tatsache, dass der Rückgang der Volatilität von Output und Inflation auf eine erfolgreich durchgeführte Geldpolitik zurückzuführen sind (S. 318).

Peter Koslowski arbeitet im folgenden Beitrag heraus, warum es in einer Sozialen Marktwirtschaft »Konsensillusionen« gibt und wie man damit umgehen sollte. Als Beispiel dafür wählte er die Gesetzliche Rentenversicherung. Im abschließenden Beitrag wendet sich Michael von Hauff der übergreifenden Frage zu, wie die Soziale Marktwirtschaft zur Nachhaltigen Marktwirtschaft weiter entwickelt werden kann. Bisher, so der Autor, stehen beide Begriffe unverbunden nebeneinander. Für die Zukunft wird es aber unabdingbar, beide miteinander zu verbinden. Dies kann nur über den zentralen Begriff der Nachhaltigkeit erfolgen. Bei dem Leitbild »Nachhaltige Entwicklung« handele es sich um ein zukunftsorientiertes Leitbild, welches nicht gegen die Wirtschaft ausgespielt werden kann, sondern im Einklang mit ökonomischem Wachstum und sozialer Sicherung stehe. Dies lässt sich anhand des Begriffs »Nachhaltige Marktwirtschaft« demonstrieren.



DAAD Letter Literatur, Dezember 2007 ()

"Die Diskussion um die Schwächen und Stärken des spezifisch deutschen Modells der Marktwirtschaft wird weiter intensiv geführt. Dies gilt insbesondere für die Frage seiner Zukunftsfähigkeit. Eine Einigung ist nicht in Sicht - im Gegenteil. Das Spektrum der vertretenen Meinungen ist nach wie vor breit. Es reicht von der unveränderten Einschätzung als Erfolgsmodell bis zur umfangreichen Auflistung von Mängeln und Reformnotwendigkeiten. Die elf Beiträge des Sammelbande stehen teils in engem, teils im weiteren Zusammenhang mit dieser Diskussion."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.10.2007 ()

"Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft ist gekommen - so mutmaßt Peter Koslowski in seinem Beitrag zu dem von Michael von Hauff herausgegebenen Sammelband. Die inflationäre Ausdehung des Solidaritätsprinzip, das nach Koslowski bestimmende Charakteristikum der Sozialen Marktwirtschaft, ist in Zeiten notwendiger Kürzungen in den Sozialversicherungssystemen und im Wettbewerb globalisierter Märkte der Grund für den sicheren Untergang der Sozialen Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung und als Gesellschaftskonzept.

Nicht alle Beiträge des Bandes folgen dieser betrüblichen Prognose. So lebt die Soziale Marktwirtschaft, wie Heiko Körner in seinen Überlegungen zu den Wurzeln der deutschen Nachkriegsordnung zeigt, gerade auch von ihrer konzeptionellen Offenheit und Reformfähigkeit und taugt als solche weiterhin als Zukunftsmodell. ... Dass die konzeptionelle Offenheit der Sozialen Marktwirtschaft auch für die Suche nach einem wirtschaftspolitischen Leitbild in Europoa ein Gewinn sein kann, zeigt Klaus-Dieter John in seinem überzeugenden und detaillierten Beitrag über 'Die Soziale Marktwirtschaft im Kontext des europäischen OIntegrationsprozesses'." ...




the author
Prof. Dr. Michael von Hauff
Michael von Hauff seit 1991 Professor für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungsökonomie und Umweltökonomie an der TU Kaiserslautern. [more titles]
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  • "Den radikalen Schlussstrich zieht keiner der Autoren, weil sie alle um die konfliktneutralisierende und damit stabilisierende Wirkung des brüchig gewordenen Leitbildes der sozialen Marktwirtschaft wissen."
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  • Forum Wirtschaftsethik 2/2008, S. 45-49
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  • "Die Diskussion um die Schwächen und Stärken des spezifisch deutschen Modells der Marktwirtschaft wird weiter intensiv geführt." ...
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  • Regards sur L'Economie Allemande. Bulletin Economique du CIRAC, Dezember 2007
  • "Die inflationäre Ausdehung des Solidaritätsprinzip ist der Grund für den sicheren Untergang der Sozialen Marlktwirtschaft als Wirtschaftsordnung." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.10.2007 more...
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