Thomas Dürmeier
30 Seiten · 6,62 EUR
(Juni 2008)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Einen dogmenhistorischen Überblick über „Die „asymmetrische Geschichte der Kategorie Macht in der Ökonomik“ gibt Thomas Dürmeier (Kassel). Sein ideengeschichtlicher Überblick sieht den Niedergang der Macht als ökonomische Kategorie vor allem durch den Siegeszug der neoklassischen Ökonomik Walrasianischer Prägung bedingt. Die Folge hiervon sei, dass ältere Traditionen der Analyse von Macht in der klassischen Ökonomie (besonders bei Adam Smith), in deren marxistischer Kritik und in den institutionalistischen Denkrichtungen amerikanischer und deutscher Prägung in der weiteren Entwicklung der Standardökonomik weitgehend ausgeblendet würden. Wenn überhaupt, würden Machtaspekte allenfalls noch in heterodoxen Theorierichtungen wie dem Post-Keynesianismus, der ökologischen Ökonomik und auch der österreichischen Schule angesprochen. Seit etwa 40 Jahren habe sich indessen eine vielfache Kritik an der machtfreien Ökonomik entfaltet, die sich aber aus unterschiedlichen, nicht notwendig miteinander vereinbaren Quellen speist. Dürmeier verweist hierbei zum einen auf die ausführliche Diskussion des Machtphänomens in der Soziologie und der Politikwissenschaft. Er untersucht sodann die Ursachen dafür, dass Macht als ökonomische Kategorie weitgehend verschwunden ist. Aus dieser ideengeschichtlichen Analyse der Macht in der Ökonomik versucht er Kriterien für eine neue Ökonomik der Macht zu entwickeln. Im Anschluss an den einleitenden Alternativkostenansatz von Peter Weise fordert er, ohne es näher ausführen zu können, den Einbezug der Evolutorik in institutionenökonomische Ansätze, von denen er sich ein kritisch-realistisches Konzept der Macht in der Volkswirtschaftslehre verspricht.