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Thursday, September 29, 2016
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Die deutsche "Energiewende" nach Fukushima

Der wissenschaftliche Diskurs zwischen Atomausstieg und Wachstumsdebatte

"Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung" · volume 8

442 pages · 34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1028-1 (August 2013)

 
 

Description

Seit dem Beschluss zur "Energiewende" der Bundesregierung im Jahre 2011 nach dem verheerenden Atomreaktorunglück von Fukushima in Japan wird die Energiewende in Politik, Gesellschaft und Medien vielfach und zunehmend kontrovers diskutiert: Debatten um Strompreise, Gerechtigkeitsaspekte, Probleme bei der Organisation und Abstimmung, technische Fragen, die Rolle der Zivilgesellschaft und ökologische wie ökonomische Auswirkungen sind nur einige Beispiele dafür. Auch werden an dem politischen Beschluss und der dahinter stehenden Idee, eine Umstellung der Stromproduktion in Deutschland zu überwiegenden Teilen aus erneuerbaren Energien anzustreben, Zweifel und Kritik laut: Befürchten die einen, die Energiewende könnte unterkomplex ausfallen und zentrale Problemfelder wie den Klimawandel oder den Ressourcenschwund zu unentschlossen angehen, kritisieren andere, dass die Risiken einer vorschnellen Energiewende in Hinblick auf Versorgungssicherheit, Preis- und Systemstabilität nicht ausreichend berücksichtigt würden. Der vorliegende Band versammelt die hier angerissene Vielfalt an Themen und Diskurssträngen, welche sich um die Energiewende ranken. Durch die zahlreichen Beiträge aus unterschiedlichen Fachdisziplinen soll ein angemessen differenzierter Blick auf die Energiewende ermöglicht werden. Dabei werden - dem Querschnittscharakter des Themas Rechnung tragend - verschiedenste Fragestellungen abgebildet, die mit einem politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und nicht zuletzt auch wissenschaftlichen Großprojekt wie der Energiewende einhergehen. Denn die energiepolitische Entwicklung in Deutschland ist über den Atomausstieg hinaus letztlich eingebettet in die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts - Klimawandel, Ressourcenknappheit, Wirtschaftskrisen, Wachstumsdebatten, kurz: den Diskurs um eine umfassende gesellschaftliche Transformation hin zur Nachhaltigkeit.

Inhalt

Felix Ekardt, Udo Kuckartz, Uwe Schneidewind, Markus Vogt
Zum Geleit: Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung

Philip Manow
Die Energiewende - Beiträge der Wissenschaft
Veranstaltervorwort

Jörg Radtke und Bettina Hennig
Einleitung: Die "Energiewende" in Deutschland als Gegenstand interdisziplinärer Forschung

Armin Grunwald und Jens Schippl
Die Transformation des Energiesystems als gesellschaftliche und technische Herausforderung
Zur Notwendigkeit integrativer Energieforschung

Hans Dieter Hellige
Transformationen und Transformationsblockaden im deutschen Energiesystem
Eine strukturgenetische Betrachtung der aktuellen Energiewende

Martin Jänicke
Die deutsche Energiewende im Kontext internationaler Best Practice

Udo E. Simonis
Energiewende auch in Japan?
Zu den Chancen eines Exit aus der Atomenergie

Harald Heinrichs
Dezentral und partizipativ?
Möglichkeiten und Grenzen von Bürgerbeteiligung zur Umsetzung der Energiewende

Jörg Radtke
Bürgerenergie in Deutschland - ein Modell für Partizipation?

Conrad Kunze
Von der Energiewende zur Demokratiewende
Ein Plädoyer für eine umfassendere Analyse der Energiewende in Verbindung mit der allgegenwärtigen "Krise"

Dominik Möst, Theresa Müller, Daniel Schubert
Herausforderungen und Entwicklungen in der deutschen Energiewirtschaft
Auswirkungen des steigenden Anteils erneuerbarer Energien auf die EEG-Umlagekosten und die Versorgungssicherheit

Dirk Fornahl, Florian Umlauf
Forschungs- und Innovationsförderung im Bereich ausgewählter erneuerbarer Energieträger
Eine ökonomische Analyse der Förderung erneuerbarer Energieträger durch die Bundesregierung

Gerolf Hanke, Benjamin Best
Die Energiewende aus wachstumskritischer Perspektive

Claudia Kemfert
Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende

Ludwig Schuster
Eine Frage des Geldes
Zur Notwendigkeit geeigneter monetärer Rahmenbedingungen für die Energiewende und den Möglichkeiten ihrer Gestaltung

Jan Hildebrand, Anna Schütte und Amelie Fechner / Petra Schweizer-Ries
Der "Faktor Mensch" im Kontext der Energiewende Vorstellung umweltpsychologischer Forschungsansätze

Sabine Schlacke, James Kröger
Der Beitrag des Rechts der erneuerbaren Energien zur Energiewende

Stefan Gößling-Reisemann, Sönke Stührmann, Jakob Wachsmuth und Arnim von Gleich
Vulnerabilität und Resilienz von Energiesystemen

Stephan Bosch
Geographie der erneuerbaren Energien
Räumliche Grenzen eines nachhaltigen Energiesystems

Felix Ekardt
Kritik und Alternativen: Die deutsche Energiewende, die keine ist.
Zugleich zu einigen Friktionen des Nachhaltigkeitsdiskurses

known reviews by the publisher (abridgements)

Portal für Politikwissenschaft, veröffentlicht am 10.04.2014. ()  [ to top ]

"Seit dem Beschluss von Bundesregierung und Bundestag im Jahre 2011 zur Energiewende gilt es, die deutsche Energiepolitik "radikal" (11) neu auszurichten, denn bis 2022 soll der vollständige Atomausstieg vollzogen und damit das letzte Atomkraftwerk vom Netz sein. Die Autor/innen dieses Bandes sind sich darin einig, dass die Energiewende nicht nur eine technische, sondern vor allem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung darstellt. Dabei betonen sie, dass neben ökologischen, technischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten auch gesellschaftlichen Bereichen, Themen, Akteuren und Betrachtungsweisen eine herausragende Bedeutung zukommt. Jedenfalls sei die Energiewende "sehr viel mehr als nur ein Umbruch von alter zu neuer Technologie" (19), was sie in den Beiträgen dieses Sammelbandes gut herausarbeiten. Die wesentlichen Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems sieht Harald Heinrichs als erfüllt an: "Es gibt einen parteiübergreifenden Grundkonsens, eine breite parlamentarische Mehrheit, eine in Meinungsumfragen stabile Unterstützung in der Bevölkerung, eine tendenziell positive Bewertung in signifikanten Teilen der Wirtschaft und der Medien." Dennoch erkennt er noch sehr "heterogene Interessen von mächtigen Akteuren" (137), die der Energiewende kritisch gegenüberstehen und weiterhin bemüht sein werden, Sand ins Getriebe zu streuen. Die Umsetzung der Energiewende könne nur gelingen, wenn die Bürger in ausreichendem Maße beteiligt werden: "Ohne legitimierende Akzeptanz, beispielsweise von Standortentscheidungen beim Netzausbau, oder aktive Mitwirkung, beispielsweise durch wirtschaftliche und finanzielle Bürgerbeteiligung, wird der Übergang in ein anderes, dezentraleres Energiesystem kaum möglich sein." (136) Conrad Kunze prognostiziert gar eine Entwicklung von der Energie- hin zur "Demokratiewende" (183), denn die Einführung von erneuerbaren Energien allein könne nicht die "drohenden ökologischen Krisenszenarien abwenden", vielmehr müsse "eine Verknüpfung von solarer Wende mit einer Abkehr vom Wachstumsmodell" (195) erfolgen. Das Potenzial von Bürgerenergie-Projekten beleuchtet Jörg Radtke und resümiert, dass noch nicht absehbar sei, welche Rolle sie im Gesamtsystem der Energieerzeugung spielen werden. Derzeit scheinen sie eine Lücke zu schließen: "Sie treten auf, wenn eine Energiegewinnung für größere Unternehmen nicht rentabel und sinnvoll erscheint." (177) Der Band basiert auf einer Ringvorlesung an der Universität Bremen im Sommer 2012; die Vortragenden gehören unterschiedlichen Fachdisziplinen (Ökonomie, Physik, Ingenieurwesen, Rechtswissenschaften) an."

Umweltjournal ()  [ to top ]

Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vorgestellte "billigeren Energiewende für alle" stimmt weder Industrie, noch die Erneuerbaren-Energie-Branche oder gar Verbraucherschützer besonders optimistisch. Das Buch "Die deutsche "Energiewende" nach Fukushima" zeigt die ganze Bandbreite der Diskussionen zwischen Atomausstieg und Wachstumsdebatte.


the authors
Dipl.-Jur. Bettina Hennig
Bettina Hennig Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik, Promotion an der Universität Rostock zu Rechtsfragen der Bioenergie, Tätigkeitsschwerpunkte: internationales, europäisches und deutsches Umweltrecht, Steuerungstheorie. [more titles]
Jörg Radtke
Jörg Radtke ist seit 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe für Energie und Infrastruktur am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Bremen. Zugleich ist er Doktorand im Fach Politikwissenschaft an der Universität Siegen ("Bürgerenergie in Deutschland" bei Prof. Dr. Sigrid Baringhorst). [more titles]
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