Michael Müller
24 Seiten · 5,67 EUR
(September 2007)
Aus der Einleitung:
Aurelio Peccei, der Gründer des Club of Rome, beschrieb schon Ende der sechziger Jahre die Aufgabe, die sich heute in aller Schärfe stellt: „Wir sind die Bürger einer Welt voller Unruhe, in der wir zu begreifen suchen, wohin es uns treibt und wie die Welt aussehen muss, die wir unseren Nachfahren hinterlassen können“. Tatbestand ist, dass wir uns einer Naturschranke nähern, die in der ökologischen Selbstzerstörung enden kann. Beschleunigt durch die Globalisierungsprozesse werden die Grenzen des quantitativen Wachstums erreicht. Zugleich und eng damit verbunden werden die sozialen Ungleichheiten explosiv.
Dabei stehen große und bevölkerungsreiche Staaten erst am Beginn der industriellen Entwicklung. Bald werden statt der heute 6,8 Milliarden Menschen rund neun Milliarden auf unserer überbevölkerten und verschmutzten Erde leben. Jährlich kommen rund 75 Millionen dazu, das Bevölkerungswachstum entfällt fast ausschließlich auf die Entwicklungs- und Schwellenländer. Folgenschwer ist nicht allein das quantitative Wachstum für die Ressourcenbasis, damit verbunden wird auch das Wechselverhältnis zwischen Mensch und Natur auf eine qualitativ neue Ebene gestellt. Heute entfällt auf nur 1,4 Milliarden Menschen in entwickelten Industriegesellschaften rund 70 % der kommerziellen Nutzung von Energie und Rohstoffen. Bei einem kleiner werdenden Kuchen wird sich mit der nachholenden Industrialisierung die Nachfrage schnell verdoppeln und verdreifachen. Um ihren Wohlstand zu steigern, greifen die Schwellenländer massiv auf die begrenzten Rohstoffe und Energiereserven zu, wie das der Norden der Erde schon lange vormacht.
Mit der zunehmenden Knappheit schnellen die Preise weiter in die Höhe, massive Verteilungskonflikte brechen auf. Denkbar werden Kriege um Energie und Ressourcen. Sie gefährden die ganze Welt. Nicht nur Gas und Öl werden knapper, rasant aufgezehrt werden auch Rohstoffe wie Platin, Beryllium, Naobium und seltene Erden, die eine hohe Bedeutung für High-Tech-Produkte haben. Die andere Seite ist die Überlastung der Stoffkreisläufe, deren Folgen zwar die ganze Welt betreffen, gegen die sich jedoch arme Regionen viel weniger schützen können als die Hauptverursacher der globalen Öko-Krise, die Industriestaaten auf der nördlichen Erdhalbkugel. Das erhöht in der Dritten Welt den Druck zur Migration, was wiederum dazu führt, dass die wohlhabenden Länder, in denen die Angst vor den Fremden und das Misstrauen gegen die Armen wachsen, ihre Grenzen schärfer kontrollieren und sich abschotten.