Eckard Hein
13 Seiten · 3,85 EUR
(September 2006)
Aus der Einleitung:
Seit einiger Zeit hat sich international das Modell eines „Neuen Konsenses“ in der Makroökonomik durchgesetzt, das insbesondere zur wissenschaftlichen Analyse und Beratung der Wirtschaftspolitik herangezogen wird. In Deutschland hat dieser, auf neu-keynesianischen Grundlagen entwickelte „neue Mainstream“ bisher jedoch wenig Resonanz gefunden. Im Neuen Konsens wird für die kurze Frist wieder ein Einfluss der effektiven Nachfrage auf Produktion und Beschäftigung zugestanden. Auf die langfristig gültige Non Accelerating Inflation Rate of Unemployment (NAIRU) wird ein solcher Einfluss jedoch negiert. Die Geldpolitik kann daher in der kurzen Frist Produktion und Beschäftigung stabilisieren, langfristig ist sie jedoch wieder neutral und beeinflusst lediglich die Inflationsrate (vgl. Fontana/Palacio-Vera 2005). Diese Entwicklung stellt zwar einen Fortschritt gegenüber den international in den 1980er Jahren dominierenden Modellen der Neu-Klassik und der Real-Business-Cycle-Schule dar,3 in denen die kurz- und langfristige Neutralität des Geldes sowie die reale Ineffizienz einer systematischen makroökonomischen Politik postuliert wurden. Allerdings müssen die Modelle des Neuen Konsenses erweitert werden, um die kurz- und langfristigen Wirkungen der Geldpolitik in einer (Kredit-) Geldökonomie vollständig zu erfassen.