Barbara Haas und Nadia Steiber
27 Seiten · 5,49 EUR
(April 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeberin:
Der Beitrag von Barbara Haas und Nadia Steiber widmet sich der Frage, wie Länderunterschiede in den Mustern der Erwerbstätigkeit von Frauen erklärt werden können. Die Autorinnen präsentieren einen sozioökonomischen Ansatz, welcher soziologische, sozialpsychologische, sozialpolitische, und ökonomische Erklärungen berücksichtigt, um die strukturelle Einbettung individueller Handlungsmöglichkeiten und Handlungsgrenzen in ihrer Komplexität zu analysieren. Zur Illustration dieses sozioökonomischen Ansatzes werden auf Basis von internationalen Umfragedaten gesellschaftlich dominante Einstellungen zu den Geschlechterrollen in 26 Ländern untersucht. Diese Analyse zeigt für einige der weniger wohlhabenden Länder Süd- und Osteuropas eine starke Verbreitung inkonsistenter Einstellungsmuster, dahingehend, dass traditionelle Vorstellungen zu geschlechtsspezifischen Rollenmustern mit einer starken Präferenz für die Erwerbstätigkeit von Frauen einhergehen.
Es wird argumentiert, dass sozialpolitische Regulierungsmuster (z.B. der Ausbau formeller Betreuungsinfrastruktur) sowie kulturelle Faktoren (Einstellungen in der Bevölkerung) isoliert betrachtet nicht als zentrale Determinanten der Frauenerwerbstätigkeit gelten können.