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Saturday, February 17, 2018
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Ende des Wachstums – Arbeit ohne Ende?

Arbeiten in einer Postwachstumsgesellschaft

"Die Wirtschaft der Gesellschaft"  · volume 3

226 pages ·  24.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1254-4 (May 2017 )

 
 

Dauer­haftes Wirtschaftswachs­tum kann es in einer durch ökologische Grenzen limi­tier­ten Welt nicht geben. Vor allem in den reichen Ländern ist es daher angezeigt, sich positiv auf Ent­wicklungen einzustellen, in denen es nicht mehr zu Wirtschafts­wachstum kommt. Gleichzeitig gerät auch die Zukunft der Arbeitsgesellschaft in eine heftige Debatte. Unbestritten ist, das sich die Arbeit in fast allen ihren Dimensionen in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Anforde­rungsprofile der Beschäftigten, Verteilung zwischen formeller und in­formeller Arbeit, zeitliche Struktur der Arbeit, Fragen der Gendergerech­tigkeit - das sind nur einige der Punkte, die bei einem bewussten Design der Arbeitswelt betrachtet werden müssen - und dies um so mehr, wenn der Übergang in eine Gesellschaft gelingen soll, deren Gestaltung nicht mehr vom Wirtschaftswachstum abhängt.

Einleitung

Hans Diefenbacher, Volker Teichert
Braucht der Arbeitsmarkt der Zukunft Wachstum?

Mascha Madörin
Überlegungen zur Zukunft der Care-Arbeit

Jürgen Rinderspacher
Arbeitszeiten und die Nullwachstumsgesellschaft. Möglichkeiten und Grenzen

Andreas Hoff
Von der Vollarbeitszeit zur Wahlarbeitszeit

Christine Ax
Das Handwerk der Transformation

Michael Opielka
Der Wohlfahrtsstaat in der Postwachstumsgesellschaft

Brigitte Kratzwald
Commoning: Selbstbestimmtes Arbeiten als zukunftsweisende Praxis?

Birgit Blättel-Mink
Arbeit in der Postwachstumsgesellschaft
P.S. Buchbeilage, Dezember 2017 ()

"Das gleichfalls bei Metropolis vorliegende dritte Jahrbuch zur "Wirtschaft der Gesellschaft" liefert für derartige Perspektiven einen umfassenden Rahmen. Neben den sozialen werden da explizit auch ökologische Herausforderungen ins Umfeld der Debatte um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft gestellt. Dass diese sich in fast allen Bereichen tiefgreifend wandelt, ist unbestritten. Nun darf "deren Gestaltung nicht mehr vom Wirtschaftswachstum" abhängen, was die Auseinandersetzung verschärft. Doch die Referate einer speziell diesem Problem gewidmeten Tagung bestärken das Gefühl: Diese andere Welt wäre möglich!

Für uns besonders beachtenswert ist der Beitrag von Mascha Madörin, denn sie hat bei ihren "Überlegungen zur Zukunft der Care-Arbeit" ausdrücklich die Verhältnisse in der Schweiz im Blick. Care "im engeren Sinn" umfasst immerhin geschätzte 20 bis 25 Prozent der gesamten unbezahlten Arbeit. Wo sie bezahlt wird, entsprechen die Löhne wie auch die Wertschätzung ihrer niedrigen ökonomischen Wertschöpfung. Hauptgrund: Care-Dienste lassen sich kaum maschinell ausführen; bei den "Innovatoren" gelten sie als "Flaschenhälse der Computerisierung". Also sind sie ein uninteressantes Berufsfeld, das vorab mit Frauen besetzt wird. Wohin das bei weiter steigendem Bedarf und ohne eine "andere ökonomische Logik" führt, ist schwer zu prognostizieren. Wer annimmt, dass "die desaströse aktuelle Wirtschaftspolitik keine Zukunft hat respektive haben sollte", muss auch hierfür alternative Vorstellungen entwickeln. Das - als Lösung allein keineswegs ausreichende - Grundeinkommen gehört dazu. Michael Opielka vom deutschen Institut für Sozialökologie greift es ebenfalls auf. Es wäre als "Unterfrage der globalen Frage nach der Ökologieverträglichkeit des Wohlfahrtsstaates" überfällig. Zumindest "genügsame Menschen" müssen eine Möglichkeit haben, "die ihnen zur Verfügung stehende Zeit klug zu nutzen". Christine Ax, Brigitte Kratzwald und andere zeigen, was selbstbestimmtes Arbeiten, neues Handwerk oder eben Care-Arbeit im weitesten Sinne bringen könnten."

Für uns besonders beachtenswert ist der Beitrag von Mascha Madörin, denn sie hat bei ihren "Überlegungen zur Zukunft der Care-Arbeit" ausdrücklich die Verhältnisse in der Schweiz im Blick. Care "im engeren Sinn" umfasst immerhin geschätzte 20 bis 25 Prozent der gesamten unbezahlten Arbeit. Wo sie bezahlt wird, entsprechen die Löhne wie auch die Wertschätzung ihrer niedrigen ökonomischen Wertschöpfung. Hauptgrund: Care-Dienste lassen sich kaum maschinell ausführen; bei den "Innovatoren" gelten sie als "Flaschenhälse der Computerisierung". Also sind sie ein uninteressantes Berufsfeld, das vorab mit Frauen besetzt wird. Wohin das bei weiter steigendem Bedarf und ohne eine "andere ökonomische Logik" führt, ist schwer zu prognostizieren. Wer annimmt, dass "die desaströse aktuelle Wirtschaftspolitik keine Zukunft hat respektive haben sollte", muss auch hierfür alternative Vorstellungen entwickeln. Das - als Lösung allein keineswegs ausreichende - Grundeinkommen gehört dazu. Michael Opielka vom deutschen Institut für Sozialökologie greift es ebenfalls auf. Es wäre als "Unterfrage der globalen Frage nach der Ökologieverträglichkeit des Wohlfahrtsstaates" überfällig. Zumindest "genügsame Menschen" müssen eine Möglichkeit haben, "die ihnen zur Verfügung stehende Zeit klug zu nutzen". Christine Ax, Brigitte Kratzwald und andere zeigen, was selbstbestimmtes Arbeiten, neues Handwerk oder eben Care-Arbeit im weitesten Sinne bringen könnten.


Ökologisches Wirtschaften, Heft 4, 2017, S. 54 ()

"Das Arbeitsplatzargument ist eine der verbreitetsten Rechtfertigungen für eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik. Zugleich werden im Zuge technologischen Fortschritts alte Arbeitsplätze obsolet. Wenn Wachstum aber nicht mehr zwingend zu mehr Arbeit führt und zugleich aus ökologischen Gründen immer weniger tragbar wird, dann stellt sich die Frage, wie sich Arbeit unter den Bedingungen einer Postwachstumsökonomie verändern muss. Hans Diefenbacher, Benjamin Held und Dorothee Rodenhäuser haben diese Frage gestellt und stellen mit ihrem nun erschienenen Sammelband erste Antworten zur Diskussion.

Hans Diefenbacher und Volker Teichert betrachten zunächst verschiedene Arbeitsmarktszenarien im Zuge einer Industrie 4.0. Folgt unsere gesellschaftliche Entwicklung dem Mainstreamszenario, dann werden Frauen und Ältere künftig mehr arbeiten müssen. Dabei bleibt das Mainstreamszenario gegenüber der informellen Ökonomie blind. Die Digitalisierung böte derweil Chancen, über neue Arbeitszeitstrukturen die Dominanz der formellen gegenüber der informellen Ökonomie umzukehren. Andreas Hoff sieht in der Wahlarbeitszeit eine konkrete Utopie für solche Arbeitszeitstrukturen. Wie eine solche Individualisierung und Flexibilisierung der Arbeitszeit sich jedoch auf die Umwelt auswirkt, ist bisher kaum untersucht. Arbeitszeitverkürzung allein könne laut Jürgen Rinderspacher nicht der Königsweg hin zu einer ökologischeren Lebensweise sein. Er schlägt daher vor, frei gewordene Zeit in Pflege von Mensch und Natur zu investieren. Mascha Madörin knüpft hier mit Bezug auf William Baumol an und zeigt die Relevanz personenbezogener Dienstleistungen für die Ökonomie auf. Anders als der produktive Sektor sind hier jedoch kaum Produktivitätssteigerungen durch die Digitalisierung zu erwarten. Zukünftig würde es sich somit noch weniger lohnen, seine Schuhe zur Schusterin zu bringen, anstatt sich neue Schuhe zu kaufen. Während dies aus ökologischen Gründen bereits problematisch ist, sind solche Trade-Offs im Care-Bereich noch weniger wünschenswert. Michael Opielka schließt daher, dass der Wohlfahrtsstaat auf ein neues Fundament gehoben werden müsste, dessen zentrale Säule ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre.

Doch wo genau lassen sich im Hier und Jetzt Anknüpfungspunkte für Übergänge in eine Postwachstumsgesellschaft ausmachen? Christine Ax sieht diese im Handwerk. Sie stellt heraus, dass das Handwerk gegenüber der Industrie eine deutlich höhere Affinität zu Nachhaltigkeit an den Tag legt. Brigitte Kratzwald sieht stattdessen im Bereich der Commons und der Peer-Production erste Experimentierfelder alternativer Arbeitsformen. Als eine zentrale Gemeinsamkeit solcher alternativen Arbeitsformen bestehender Postwachstumsprojekte stellt Birgit Blättel-Mink unter anderem die empfundene Sinnhaftigkeit und Resonanzerfahrung dieser Arbeitsverhältnisse heraus.

Der Sammelband bringt einige bereits bekannte, aber auch neue Perspektiven auf die Frage, wie Arbeit sich angesichts der sozial-ökologischen Herausforderungen der Wachstumsgesellschaft verändern sollte. Der Fokus liegt dabei überwiegend auf den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Arbeitswelt, jedoch scheint es erste Anzeichen zu geben, dass sich auch die Arbeitsorganisation auf dem Weg in die Postwachstumsgesellschaft verändern müssen wird."




the authors
Prof. Dr. Hans Diefenbacher
Hans Diefenbacher geb. 1954, ist apl. Prof. für Volkswirtschaftslehre am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg, stellv. Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg und Umweltbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. [more titles]
Dorothee Rodenhäuser
M. A., Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft FEST e. V. Heidelberg [more titles]
Benjamin Held
Benjamin Held Diplom Volkswirt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und der Universität Heidelberg. [more titles]
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  • "liefert für derartige Perspektiven einen umfassenden Rahmen" ...
    P.S. Buchbeilage, Dezember 2017 more...
  • "neue Perspektiven" ...
    Ökologisches Wirtschaften, Heft 4, 2017, S. 54 more...
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