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Monday, November 20, 2017
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Entwicklung durch wechselkurs-basierte Stabilisierung?

Der Fall Brasilien

"Studien zur Monetären Ökonomie"  · volume 28

347 pages ·  34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-404-7 (December 2002 )

 
lieferbar in stock
 

In der entwicklungsstrategischen Debatte hat die Frage der Wechselkursregime zentrale Bedeutung erlangt. Dabei hat der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream den Entwicklungsökonomien insbesondere die Anbindung der Währung zur monetären Stabilisierung nahegelegt. Um der Gefahr gehäufter spekulativer Attacken entgegenzutreten, haben dabei seit Ende der 90er Jahre insbesondere harte Formen der Anbindung, allen voran das Currency Board sowie die gänzliche Aufgabe des nationalen Geldes ("Dollarisierung") eine paradigmatische Aufwertung erfahren. Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit diesen Ansätzen auseinander und zeigt anhand einer empirischen Fallstudie zu Brasilien die Probleme einer solch verkürzten Sichtweise. Vielmehr muss die Frage des Wechselkursregimes und der monetären Stabilität mit der Frage der längerfristigen ökonomischen Entwicklung verknüpft werden.

Von zentraler Bedeutung für die längerfristige Tragfähigkeit einer Entwicklungsstrategie ist nicht nur die kurzfristige Stabilisierung von Preisniveau und Wechselkurs, wie dies die Ansätze neoklassischer und monetaristischer Provinienz nahelegen, sondern vielmehr die dauerhafte Stärkung der Währungsqualität. Diese wird jedoch unterhöhlt, wenn ein Wechselkursregime gewählt wird, das eine Stabilisierung von Preisniveau und Wechselkurs nur um den Preis einer Ausweitung der internationalen Verschuldung erzielt. Dies zeigt der Fall Brasiliens auf eindrucksvolle Weise. Dort konnte Mitte der 90er Jahre ein chronischer Prozess extrem hoher Inflationsraten unterbrochen werden, indem die Währung vergleichsweise locker an den US-Dollar angebunden wurde. Der mit der monetären Stabilisierung einsetzende, von hohen ausländischen Direktinvestitionen begleitete Boom musste jedoch mehrfach geldpolitisch unterbrochen werden, da rasch Zahlungsbilanzprobleme virulent wurden. Diese wurden durch die kumulative reale Aufwertung der brasilianischen Währung erzeugt, die unvermeidlich mit der nominalen Anbindung an eine Hartwährung verbunden war und die angesichts steigender Leistungsbilanzdefizite einen permenanten Nettokapitalzufluss erforderte. Als dieser nicht mehr aufrechterhalten werden konnte, endete das spektakuläre Experiment vier Jahre später mit einer Währungskrise und der erzwungenen Freigabe des Wechselkurses. Als Folge dieser Strategie des growth-cum-debt in neuem Gewand haben die Aussen- wie die öffentliche Binnenverschuldung Brasiliens heute ein gewaltiges Ausmaß erreicht, das jegliche entwickungstrategische Spielräume massiv einschränkt.

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Teil I: Entwicklung durch wechselkurs-basierte Stabilisierung? Eine Einführung in das Thema

Teil II: Geldverfassung und Marktkonstellationen der Unterentwicklung in Brasilien: Monetäre Interpretation der Herausbildung einer peripheren Ökonomie und Gesellschaft

Teil III: Theorieansätze wechselkurs-basierter Stabilisierung und daraus erwachsende Anforderungen an die Entwicklungsstrategie in Schuldnerökonomien

Teil IV: Der brasilianische Plano Real als Strategie wechselkurs-basierter Stabilisierung und Entwicklung (19994-98): Eine empirische Analyse

Lateinamerika Anders, November 2004 ()

"Barbara Fritz hat die umfassendste deutschsprachige Analyse des „Plano Real“ verfasst. Auch wenn die Wechselkurspolitik des „Plano Real“ inzwischen Vergangenheit ist, wirkt sein Erbe auf anderen Gebieten - vor allem eine rentiersfreundliche Hochzinspolitik - auch in der Regierungszeit Lula fort. Warum dies so ist, lässt die Studie von Fritz erahnen.

<(p> Barbara Fritz stellt den „Plano Real“ als einen Kompromiss zwischen orthodoxen und heterodoxen Konzepten dar. Sein Ziel war, wie bei ähnlichen Plänen in Lateinamerika, durch eine überbewertete Währung die hochinflationären Tendenzen zu brechen, ohne gleichzeitig eine Rezession zu verursachen. Fritz arbeitet aber auch einen entscheidenden Unterschied zu anderen wechselkursbasierten Stabilisierungsprogrammen heraus. Brasilien verfolgte über Jahrzehnte eine Politik der Bewahrung eines nationalen Währungsraums und verhinderte die Dollarisierung. ...

<(p> Ich halte die in einer monetär-keynesianischen Tradition stehende Studie für einen wichtigen Beitrag zur Debatte um die Entwicklung und die monetäre Ordnung Brasiliens in den letzten Jahrzehnten. Eine ihrer Vorzüge ist, dass sie sich stark auf die brasilianische Diskussion bezieht. Die Lektüre ist für Nicht-ÖkonomInnen sicher nicht immer leicht, aber lohnend.

Kredit und Kapital, 4/2002, S. 583-585 ()

"... Barbara Fritz gelingt es mit diesem Buch, Kontinuität und Wandel in der brasilianischen Wirtschaftspolitik präzise und eindrücklich herauszuarbeiten. Neben dem umfangreichen empirischen Material bestehen die Stärken dieses Buches in der Berücksichtigung des gesellschaftspolitischen Kontextes, in den die brasilianische Wirtschaftspolitik eingebunden ist, und der Integration der bislang nicht adäquat rezipierten brasilianischen Debatte über die Analyse um Stabilisierung und Entwicklung. Dabei zeichnet sich die Analyse der Wechselkursanbindung und der dadurch eröffneten Entwicklungsperspektiven angesichts der ambivalenten Resultate des „Plano Real“ zweifelsohne durch eine akzentuierte und nachdrückliche Argumentation aus. Der Fall Brasilien ist eine empfehlens- und lohnenswerte Lektüre nicht nur für Lateinamerika-Interessierte, sondern auch für diejenigen, die sich mit der entwicklungspolitischen Relevanz von Wechselkursstrategien auseinander setzen möchten."


known reviews by the publisher
  • "Barbara Fritz hat die umfassendste deutschsprachige Analyse des &#132Plano Real&#147 verfasst." ...
    Lateinamerika Anders, November 2004 more...
  • "Barbara Fritz gelingt es mit diesem Buch, Kontinuität und Wandel in der brasilianischen Wirtschaftspolitik präzise und eindrücklich herauszuarbeiten." ...
    Kredit und Kapital, 4/2002, S. 583-585 more...
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