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Thursday, April 19, 2018
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Evolution als universales Forschungsprogramm
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Evolution als universales Forschungsprogramm

18 pages · 3.35 EUR
(July 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Die Vorstellung einer universalen Evolution ist, wie bereits Darwin selbst festgestellt hat, wesentlich älter als die biologische Evolutionstheorie. Sie reicht nach seinen Angaben bis ins Altertum auf Empedokles zurück, der sogar schon eine Ahnung vom Selektionsprinzip hatte. Und auch Buffon, den Darwin als den ersten Autor nennt, der in unserer Zeit diesen Gegenstand wissenschaftlich behandelt hat, ging von einer sehr weiten Vorstellung der Evolution aus, die nicht nur die Erde sondern auch das Sonnensystems umfasste. Darwin sprach sogar von der Hoffnung, dass "das Prinzip des Lebens eines Tages als Teil oder Folge eines allgemeinen Gesetzes erkannt werden wird". Und sein Zeitgenosse Herbert Spencer hat ein solches universelles Gesetz bereits vor der Veröffentlichung der "Entstehung der Arten" explizit ausgesprochen: Es lautet in seiner kürzesten Formulierung: "Die gesamte erkennbare Realität ist ein Prozess, der aus einer unbestimmten unzusammenhängenden Gleichartigkeit in bestimmte, zusammenhängende Ungleichartigkeit übergeht" (Spencer 1852). Herbert Spencer formulierte das evolutionäre Erklärungsprinzip schon vor dem Erscheinen von Darwins "Entstehung der Arten". Die Durchführung seines Programms, das er bereits 1860 klar vor Augen hatte, erstreckte sich bis zur Vollendung seines zehnbändigen "Systems der synthetischen Philosophie" bis ins Jahr 1896. Es enthält sowohl eine Erklärung der Entwicklung des Universums, als auch der Entwicklung der organischen Erscheinungen. Spencer überträgt außerdem die Evolutionstheorie auf die Psychologie und konstituiert damit eine "Erkenntnistheorie", die später Ernst Mach nach seinen eigenen Angaben zu einer analogen Anwendung des Evolutionsprinzips auf die Wissenschaftsgeschichte bewog.


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the author
Prof. em. Dr. Erhard Oeser
Erhard Oeser

O. Prof. für Philosophie und Wissenschaftstheorie Universität Wien; 2006 Emeritierung. Lehrbeauftragter für Erkenntnistheorie Universität Freiburg i. Breisgau (1962–1965); Habilitation Universität Wien (1968); o. Prof. für Philosophie und Wissenschaftstheorie Universität Wien (1972); 1986/1987 und ab 1994 Vorstand Institut für Wissenschaftstheorie, Universität Wien. Präsident Internationales Terminologienetzwerk (TERMNET) (1989–1993); Vorsitzender Fachnormenausschuss FN 033: Terminologie (Grundsätze und Koordinierung), Österreichisches Normungsinstitut; Vorstandsmitglied Konrad Lorenz Institutes für Evolutions- und Kognitionsforschung (1990); Präsident INFOTERM (Internationales Informationszentrum für Terminologie) (1996). Wissenschaftlicher Leiter des Karl Popper Institutes (1997).