Eckhard Hein und Achim Truger
34 Seiten · 5,41 EUR
(Mai 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Spätestens mit der jüngsten Weltwirtschaftskrise ist der Bedeutungszuwachs, den der finanzielle Sektor in den letzten Jahren gegenüber dem nicht-finanziellen Sektor erfahren hat, überdeutlich geworden. Eckhard Hein und Achim Truger analysieren die Hintergründe und die Konsequenzen der "Finanzialisierung" genannten Entwicklung in ihrem Beitrag. Für sie stehen die Auswirkungen der Finanzialisierung auf wichtige makroökonomische Größen wie die Einkommensverteilung, den Konsum und die Sachkapitalinvestitionen im Vordergrund. Als Hauptursache der jüngsten Krise identifizieren sie, außer der unzureichenden Regulierung der Finanzmärkte, die wachsende Ungleichheit in der Einkommensverteilung sowie die globalen Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen. Die damit zusammenhängenden Entwicklungen stellen sie ausführlich am Beispiel der beiden Länder Deutschland und den USA dar. Da ihrer Auffassung zufolge die USA in Zukunft nicht mehr als globale Konjunkturlokomotive werden agieren können, fordern sie einen "globalen keynesianischen New Deal" ein, um eine ansonsten drohende deflationäre Stagnation zu verhindern. Außer einer Re-Regulierung des Finanzsektors und einer effektiven internationalen makroökonomischen Koordinierung gehören nach Auffassung von Hein/Truger hierzu ebenfalls die Ausrichtung der makroökonomischen Politik an (post-)keynesianischen Prinzipien, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern und entstandene Ungleichgewichte wieder zu beseitigen.