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Friday, October 20, 2017
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Finanzierung lebenslangen Lernens von der Kita bis zur Weiterbildung
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Finanzierung lebenslangen Lernens von der Kita bis zur Weiterbildung

30 pages · 4.93 EUR
(September 2004)

 
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Aus der Einleitung:

In Deutschland wie in fast allen anderen Ländern hat die Diskussion über die Finanzierung des Bildungssystems eine lange Tradition. Diese beschränkt sich allerdings sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern auf einzelne Bildungsbereiche. Das heißt, entweder wird die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen oder die der Hochschulen oder die der Weiterbildung diskutiert und ggf. reformiert. In diesem Kontext wird dann der Begriff lebenslangen Lernens meist synonym mit der Finanzierung von Weiterbildung verwendet, so z.B. weitgehend auch bei der Expertenkommission Finanzierung lebenslangen Lernens, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingesetzt worden war, mit der expliziten „Erwartung, dass sie ihre Überlegungen auf die Phasen nach der Erstausbildung konzentriert“.

Auch wenn in internationalen Diskussionen, wie z.B. im Rahmen der OECD, verstärkt der Versuch unternommen wurde, die Bildungsfinanzierung übergreifend zu diskutieren, beschränkte sich die tatsächliche Diskussion und Analyse von Finanzierungsmodellen weitgehend auf einzelne Bildungsbereiche. Der vorliegende Beitrag versucht demgegenüber, diesen einen Schritt weiterzugehen und die Finanzierung der Bildung bereichsübergreifend, d.h. von der „Wiege bis zur Bahre“ zu thematisieren. Aber auch in diesem Kontext soll zunächst die Finanzierung der einzelnen Bildungsbereiche in den Vordergrund gestellt werden. Das heißt, es werden im folgenden Kapitel zunächst die Finanzierungsstrukturen einschließlich der Finanzlastverteilung sowie der Nutzungsstrukturen getrennt dargestellt. Dies dient auch dazu, die später in der Gesamtübersicht abgeleiteten Analysen und Schlussfolgerungen zur Finanzierung des Gesamtsystems transparenter darzustellen. Abschließend sollen erste Überlegungen zu einem vereinheitlichten Finanzierungssystem angestellt werden.

Dass eine solch differenzierte, bereichsübergreifende Betrachtung angemessen und sinnvoll ist, wird deutlich, wenn man die Finanzlastverteilung des Bildungssystems im internationalen Vergleich insgesamt betrachtet. Bezogen auf die Bezugsgröße Finanzlastverteilung zwischen öffentlichen und privaten Haushalten zeichnet sich Deutschland im Rahmen der OECD durch einen vergleichsweise hohen Privatfinanzierungsanteil von 18,9 % aus. Eine höhere private Belastung haben z.B. Korea (41 %), die USA (32 %), Japan (25 %), Australien (24 %), Kanada (20 %). In den meisten anderen Ländern liegt der privat zu finanzierende Anteil bei unter 10 %. Mit Blick auf die einzelnen Bildungsbereiche ergibt sich aber eine Spannbreite zwischen 8,2 % und 36,9 %. Es ist daher angezeigt, die Finanzlastverteilung und die Verteilungswirkungen des Bildungssystems genauer und bereichsübergreifend zu untersuchen.


quotable essay from ...
Wissensgesellschaft, Verteilungskonflikte und strategische Akteure
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the author
Dr. Dieter Dohmen
Dieter Dohmen

Jg. 1962, Leiter des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Köln. Arbeitsschwerpunkte: Bildungsökonomie, Bildungsfinanzierung, Bildungsplanung, Sozialökonomie, Demografischer Wandel.