sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Thursday, April 24, 2014
 welcome page » history  » history of science  » secondary literature 

Jan Greitens

Finanzkapital und Finanzsysteme

"Das Finanzkapital" von Rudolf Hilferding

"Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie" · volume 40

516 pages · 38.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-908-1 (March 2012)

6 farbige Abbildungen

 
lieferbar in stock
 
pdf
this book is also available as a PDF
to download at the price of 29.64 EUR
 

Description

Durch die andauernde Finanzkrise seit dem Jahr 2008 hat die Kritik am Finanzkapital und an der "Macht der Banken" deutlich zugenommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Finanzsystem und der "Realwirtschaft" wieder neu.

Rudolf Hilferdings 1910 veröffentlichte Schrift "Das Finanzkapital" ist der Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Analyse der "Macht der Banken" im deutschsprachigen Raum. Wegen der bis heute großen Bedeutung und Wirkung dieser Arbeit ermöglicht das Verständnis von Hilferdings Werk auch unsere gegenwärtigen Vorstellungen hierzu besser zu begreifen.

Um dies zu erreichen wird Hilferdings Schrift in dieser Arbeit nicht nur in seiner theoretischen Argumentation nachvollzogen und bewertet, sondern sie wird in seinen wirtschaftsgeschichtlichen, theoriegeschichtlichen und biographischen Zusammenhang gestellt. Dadurch entsteht ein umfänglicher Blick auf diesen Klassiker der Nationalökonomie.

known reviews by the publisher (abridgements)

The European Journal of the History of Economic Thought Volume 20, Issue 1, 2013 (Güntehr Chaloupek)  [ to top ]

engl. Fassung des Textes, der auch im Archiv für Sozialgeschichte erschienen ist.

Archiv für Sozialgeschichte, (online) 53, 2013 [19.11.2012] (Günther Chaloupek)  [ to top ]

"Besonders originell erscheint im Rückblick Hilferdings Geld- und Kapitaltheorie, welche die Wandlungen des Geldsystems durch das Vordringen von Papiergeld und Kreditgeld gegenüber dem Edelmetall in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel klarer erkennen lässt als die Theorien der "bürgerlichen" Ökonomen. Auch vermeidet Hilferdings Kapitalbegriff, der scharf zwischen Real- und Geldkapital unterscheidet, Konfusionen, die aus der zum Beispiel bei Eugen von Böhm-Bawerk vorkommenden Gleichsetzung von Geld und Realkapital in einen einheitlichen Kapitalbegriff resultierten. Nicht nur Joseph Schumpeter und Ludwig von Mises - beide besuchten zusammen mit Hilferding Böhm-Bawerks Seminar an der Wiener Universität - bezogen wesentliche Anregungen von Hilferdings Werk, freilich ohne deren Quelle zu erwähnen. Die zunehmende Elastizität des Geldsystems, die dem Entstehen des finanzkapitalistischen Überbaus über das Produktionssystem zugrunde liegt, steigert auch die Bedeutung der "Zirkulationssphäre" gegenüber dem Produktionssektor, was Hilferding in einen Zwiespalt versetzte, auf den Greitens mehrfach eingeht: sachlich, indem die an sich bereits problematische Arbeitswerttheorie immer unplausibler wird, wenn das Tempo der Akkumulation maßgeblich vom "unproduktiven" Bereich mitbestimmt wird; persönlich, weil die Konklusionen aus Hilferdings Analyse mehrfach zum Revisionismus hinführen, er sie aber selbst wieder verneinte, um nicht in einen Gegensatz zu seinem Mentor und Förderer Karl Kautsky und dessen marxistischer Orthodoxie zu geraten. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, nach der Regierungsbeteiligung der SPD und nach der Abspaltung des Kommunismus/Leninismus von der alten Sozialdemokratie entwickelte Hilferding seine Theorie des "Organisierten Kapitalismus", die viel besser zu den Erkenntnissen des "Finanzkapital" passt. Allerdings scheint - wie Greitens' kurze Darstellung von Hilferdings Tätigkeit als Politiker in der Weimarer Republik, insbesondere jener als zweimaliger Kurzzeit-Finanzminister vermuten lässt - die residuale marxistische Orthodoxie (neben den für Theoretiker typischen Skrupeln) seine Entscheidungsfähigkeit in kritischen Situationen gehemmt zu haben.

Alles in allem ist Jan Greitens' Monografie über ein großes Werk eines bedeutenden Manns eine beachtliche Leistung, ausgewogen in Darstellung und Argumentation, reich an Material und Bezügen, auf die hier nur beispielhaft hingewiesen werden konnte. Der Autor sieht die heutige Bedeutung des "Finanzkapital" nicht in einer direkten Anwendbarkeit auf die Situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wie vielleicht die gegenwärtige globale Wirtschaftskrise, die ja eine Krise des "Finanzmarktkapitalismus" ist, suggerieren könnte. Aus den konkreten Umständen ihrer Zeit herausgehoben, bieten Hilferdings Analysen zur Entwicklung des kapitalistischen Wirtschaftssystems produktive Denkansätze für die gesamte Zeit seit der Veröffentlichung des Werks vor gut 100 Jahren."



Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.9.2012 (Gerald Braunberger)  [ to top ]

"Der Vorwurf der Kumpanei von Staat und Bank wurde schon vor etwas mehr als 100 Jahren in Deutschland erhoben: Von Rudolf Hilferding in seinem damals aufsehenerregenden Buch "Das Finanzkapital", das von manchen Zeitgenossen als der "vierte Band" von Marxens Kapital gepriesen wurde. Der aus Wien stammende Kinderarzt Hilferding wurde nach seinem Umzug von Wien nach Berlin einer der Vordenker der SPD. In der Weimarer Republik wurde er zweimal zum Finanzminister berufen. Jan Greitens hat sich die Mühe gemacht, das Hauptwerk Hilferdings nicht nur zu analysieren, sondern vor allem auf seine Brauchbarkeit für unsere Zet zu überprüfen."


known reviews by the publisher
that may interest you, too