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Thursday, November 23, 2017
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Finanzwissenschaft im deutschsprachigen Raum und in den Vereinigten Staaten, 1865-1917

Ursprung, Inhalt und Wissenschaftstransfer

"Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie"  · volume 41

606 pages ·  48.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1015-1 (July 2013 )

Personenregister

 
 

Die deutschsprachige Volkswirtschaftslehre und ihr US-amerikanisches Pendant weisen in der Zeit zwischen dem nordamerikanischen Bürgerkrieg und dem Ersten Weltkrieg vielfältige Verbindungen auf. Dies gilt auch für einzelne Teilaspekte der Finanzwissenschaft als Bestandteil der Volkswirtschaftslehre.

Die Finanzwissenschaft ist nur selten Gegenstand theoriegeschichtlicher Untersuchungen. Vor allem die Geschichte der Finanzwissenschaft in den Vereinigten Staaten ist bislang kaum erforscht. Mittels einer systematischen Darstellung der deutschsprachigen und US-amerikanischen Finanzwissenschaft sowie einer Untersuchung des Wissenschaftstransfers vom deutschsprachigen Raum in die Vereinigten Staaten im Zeitraum 1865 bis 1917 schließt der Autor wesentliche Lücken in der theoriegeschichtlichen Literatur.

Der Autor wählt hierzu einen breiten Ansatz. Da wissenschaftliche Ideen häufig dem Problem der historischen Spezifität unterliegen, wird die volkswirtschaftliche Theoriegeschichte als Bestandteil der Kultur- und Geistesgeschichte verstanden. Dementsprechend wird die Darstellung der Finanzwissenschaft der einzelnen theoretischen Strömungen eingebettet in den jeweiligen geistesgeschichtlichen und wirtschaftstheoretischen Kontext. Von Relevanz sind außerdem die politische Geschichte und die Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen der Nationalökonomie.

Im deutschsprachigen Raum bilden sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verschiedene Forschungsprogramme heraus. Behandelt werden die Finanzwissenschaft des historistischen Forschungsprogramms, die Finanzwissenschaft des Forschungsprogramms der Österreichischen Schule sowie die finanzwissenschaftlichen Ansätze weiterer Ökonomen, die außerhalb dieser wissenschaftlichen Gemeinschaften arbeiten. Hierzu zählen insbesondere Lorenz von Stein sowie die Vertreter des Staatssozialismus. In den Vereinigten Staaten bilden sich in diesem Zeitraum das klassisch-neoklassische Forschungsprogramm und der US-amerikanische Zweig des historistischen Forschungsprogramms heraus. Auch deren Finanzwissenschaft wird untersucht.

Eine Geschichte des Wissenschaftstransfers vom deutschsprachigen Raum in die Vereinigten Staaten bildet den Abschluss der Untersuchung. Die Rezeptionsgeschichte zeigt, dass wichtige Werke der deutschsprachigen Finanzwissenschaft in den Vereinigten Staaten präsent sind. Vor allem bei vielen Vertretern des US-amerikanischen Zweigs des historistischen Forschungsprogramms, aber auch bei einigen jüngeren Vertretern des klassisch-neoklassischen Forschungsprogramms bestehen enge Verbindungen zum deutschsprachigen Raum. Nicht für alle deutschsprachigen Finanzwissenschaftler sind jedoch Lehrer-Schüler-Beziehungen oder die Rezeption nachweisbar. Es gab somit einen Wissenschaftstransfer. Er vollzog sich in allen Teilen der Finanzwissenschaft. Die US-amerikanische Finanzwissenschaft ist jedoch kein Abbild der Finanzwissenschaft im deutschsprachigen Raum.


the author
Dr. Jan Pieter Schulz
Jan Pieter Schulz promovierte bei Prof. Dr. Rolf Caesar am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft der Universität Hohenheim. Seit 2008 Volkswirt der Industrie- und Handelskammer Südthüringen in Suhl.
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