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Friday, December 15, 2017
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Fortschritt und Armut

Eine Untersuchung über die Ursache der industriellen Krisen und der Zunahme der Armut bei zunehmendem Reichtum

Herausgegeben und eingeleitet von Dirk Löhr

514 pages ·  22.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1249-0 (October 2017 )

Deutsch von C.D.F. Gütschow 1880. Überarbeitung der deutschen Übersetzung von Florenz Plassmann (Robert Schalkenbach Foundation, New York, 1998) und Dirk Löhr (2017) Hardcover, Sach- und Personenregister

 
lieferbar in stock
 

Henry George, der bedeutende Bodenreform-Theoretiker, wurde verschiedentlich als der letzte große klassische Ökonom bezeichnet. Das Hauptwerk von Henry George war über Dekaden hinweg eines der am meisten gelesenen Bücher. Die auf den Arbeiten von Henry George beruhende Denkschule wird auch "Geoklassik" genannt.

Ausgangspunkt seiner Untersuchungen war die Fragestellung, warum gerade in den sich entwickelnden Industriegesellschaften trotz eines enormen Anstiegs der Produktivität die Armut überhandnahm. Henry George nahm dabei in vielerlei Hinsicht die Ideen der französischen Physiokraten wieder auf, ging allerdings gedanklich weit über diese hinaus. Er betrachtete - ähnlich wie die Physiokraten - Boden (incl. Natur) und Arbeit als die originären, und Kapital lediglich als einen abgeleiteten Produktionsfaktor. Damit steht das Werk von Henry George der neoklassischen Lehre diametral entgegen, welche die bis heute weitgehend "bodenlose" Wirtschaftswissenschaft prägt. Obwohl Henry George zwar das Privateigentum an Grund und Boden grundsätzlich ablehnte, wollte er es aus politisch-pragmatischen Gründen nicht abschaffen. Stattdessen sollte es über die Wegsteuerung der Bodenerträge "entkernt" werden.

Zwar ist in Deutschland das Werk von Henry George weitgehend in Vergessenheit geraten, doch hat es v.a. in den angelsächsischen Ländern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Darüber hinaus beinhaltet insbesondere die ökonomische Verfassung der asiatischen "Tigerstaaten" geoklassische Elemente. Allen voran zu nennen sind Hong Kong und Singapur, die ihre Staatsfinanzen zu einem großen Teil aus der Abschöpfung der Erträge und Werte des vornehmlich in staatlichem Eigentum liegenden Bodens bestreiten und im Gegenzug die konventionellen Steuern minimiert haben. So konnten sich diese Standorte innerhalb weniger Jahrzehnte von unbedeutenden Ansiedlungen zu Weltzentren von Handel und Finanzen entwickeln.

Diese Ausgabe von "Fortschritt und Armut" macht das Hauptwerk von Henry George nach vielen Jahrzehnten erneut in deutscher Sprache zugänglich.

P.S., 1.12.2017 ()

... Wertvoller noch: Sie machen auf Henry George aufmerksam und dessen "Fortschritt und Armut", ein aufregendes, nicht allein Gaffney anregendes Werk. Wieder steckt der Hauptreiz im Untertitel: "Eine Untersuchung über die Ursache der industriellen Krisen und der Zunahme der Armut bei zunehmendem Reichtum." 1879 erschienen; Befund wie von heute. Es ist ein beeindruckendes Zeitdokument. Weit über die USA hinaus stiess George seinerzeit Bodenreform-Bewegungen an. Er wurde neben, oft auch gegen Marx gestellt, zeitweilig konkurrierte ein reformerischer Georgismus mit dem Marxismus, wobei eine Aufhebung von Privateigentum an Grund und Boden ja bereits ziemlich revolutionär gewesen wäre. Marx lehnte jedoch die Theorien des Journalisten, welcher primär kapitalistische Spekulationen in San Francisco analysierte, als dem System zu verhaftet ab. Für die jetzigen Verteidiger des inzwischen fast Vergessenen ist George, der jüngere dieser zwei "intellektuellen Brandstifter" im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, natürlich der bessere.

Nun, vielleicht muss er nicht statt Marx aufs Podest, sein Werk nicht gegen "Das Kapital" gesetzt werden. Leichter zu lesen ist es. Zitat aus seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe von 1880, das als das kürzeste von mehreren ins Auge sticht: "Es ist eigentlich ein Buch, das für sich selbst sprechen muss. Aber denen, zu welchen es spricht, sende ich Grüsse!" Sie würden durch eine gemeinsame Sache und Hoffnung vereinigt. Obwohl noch mehrmals ins Deutsche übertragen, viel verkauft und gelesen, war es lange vergriffen. Metropolis legt die Neuausgabe vor. Sprachstark, trotz prophetischen Tönen bescheiden. So wird zwar "Das Gesetz des menschlichen Fortschritts" beschrieben. Es sei nicht schwer, ein solches zu entdecken. Doch der Autor "erhebe nicht den Anspruch darauf, demselben eine wissenschaftliche Präzision zu geben". Er deute es nur an."




the author
Henry George
Henry George Henry George (1839-1897) US-amerikanischer politischer Ökonom und einflussreichste Befürworter einer Einheitssteuer auf Landbesitz. Nach einer Reise nach New York City stellte George fest, dass, obwohl New York wirtschaftlich deutlich entwickelter als Kalifornien war, sich die Armen in New York in einer noch wesentlich schlimmeren Situation befanden. 1879 verarbeitete er diese Erkenntnis im Buch Progress and Poverty, das sich mehr als drei Millionen Mal verkaufte.
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  • "Aber denen, zu welchen es spricht, sende ich Grüsse!" ...
    P.S., 1.12.2017 more...
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