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Sunday, July 23, 2017
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Geld ohne Schuld

Geldsysteme und Vollgeldreform

75 pages ·  9.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1221-6 (September 2016 )

 
 

Die Staatsschulden sind in den vergangenen Jahrzehnten stark angewachsen und liegen inzwischen jenseits der 2000 Mrd. Euro Marke. Hätte das vermieden werden können? Was hätte es für Konsequenzen, wenn die Staatsverschuldung reduziert werden würde? Warum sind die Kosten der Bundesschulden, also die Zinszahlungen auf bestehende Staatsschulden, regelmäßig einer der größten Posten im Bundeshaushalt? Und haben Schulden etwas mit der seit vielen Jahren empirisch beobachteten Umverteilung der Vermögen von unten nach oben zu tun?

In diesem Buch erfährt man, wie Geldsysteme konzipiert sein könnten, wie unser Geldsystem funktioniert und welche Schwächen es hat. Und man lernt ein besseres Geldsystem kennen, in dem die Staatsschulden nicht mehr expandieren müssen, sondern abgebaut werden könnten. Es wird aufgezeigt, dass Geld in unserem Geldsystem fast ausschließlich durch Kredite privater Geschäftsbanken erzeugt wird und dass daher die Summe aller Geldvermögen in etwa mit der Summe aller Schulden übereinstimmt. Hohe Schulden sind in der gegenwärtigen Geldordnung die unvermeidliche Konsequenz hoher Geldvermögen, denn die Geldvermögen sind durch Verschuldung erst entstanden.

Daher müssen auf diese hohen Summen auch Kreditzinsen an das Bankensystem gezahlt werden, etwa 250 Mio. Euro - jeden Tag! Jeder Bürger zahlt auch dann Zinsen, wenn er selbst keine Kredite aufgenommen hat, denn da jedes Unternehmen seine Kosten auf die Preise umlegt, sind in den Konsumausgaben für Güter und Dienstleistungen auch die Finanzierungskosten der Unternehmen enthalten. Darüber hinaus wird ein Teil des Steueraufkommens für der Schuldendienst aufgewendet.

Das bestehende Geldregime ist lukrativ für das Bankensystem, vernünftig ist es nicht. In diesem Buch erfahren Sie, wie es zum Wohle der Allgemeinheit verändert werden könnte.

Eigentümlich frei, März 2017 ()

"Geldsystemaffine Leser, die einen unorthodoxen Blick auf Finanzarchitekturen wagen möchten, finden in der ebenso kurzen wie pointierten Publikation Jürgen Kremers eine geeignete Einstiegslektüre. Alle wichtigen Transaktionen, die in diesem Zusammenhang thematisiert werden, hat der Autor und Mathematikprofessor in der Sprache von Bilanzen und Bilanzoperationen formuliert. In einem ersten, deskriptiven Teil analysiert Kremer so zunächst Bestands-Bargeld- sowie Bestands-Giralgeldsysteme, also stoffwerthaltige Währungsordnungen, um diesen im Anschluss die aktuell gängigen Kreditgeldsysteme nach IWF-Standard gegenüberzustellen. Darauf basierend veranschaulicht er wesentliche Funktionsprobleme am Beispiel des Euro-Systems, um anschließend im zweiten, normativen Teil die Lanze für ein Vollgeldsystem zu brechen. Dieses ist hier durch eine kraft Zentralbankgeld vollgedeckte Währung charakterisiert, die durch eine vierte Gewalt, die Monetative, via öffentliche Hand oder aber zinsfreie Darlehen (gegen Bearbeitungsgebühr) emittiert wird und allein absoluter Geldwertstabilität verpflichtet ist. So aufschlussreich der erste Teil dieser Abhandlung auch ist — so weist Kremer für Kreditgeldsysteme nach, dass eine hohe Staatsverschuldung nur durch eine Erhöhung der Verschuldung von Haushalten oder Unternehmen zurückgeführt werden kann, sofern die Geldvermögen unverändert bleiben —, so hinterfragungswürdig ist der zweite. Da eine "entscheidende Voraussetzung bei der Konzeption von Vollgeld-Systemen eine von staatlichen Weisungen unabhängige, aber dem Wohl des Staates und seinen Bürgern verpflichtete Zentralbank" ist, krankt es notgedrungen am Schumpeterschen Hunde-Wurst-Vorrats-Syndrom. Ferner erfolgen Emissionen per Definition ohne werthaltige Gegenbuchung und weisen damit eine eklatante Bilanzschwäche auf. Zu guter Letzt müsste jedwede Form zinstragender Privatdarlehensverträge unterbunden werden — ein typisches Kennzeichen Wachstums- und wohlstandsarmer Sozialsysteme."

http://www.monetative.de/buecher-1/ ()

"Der Titel des Buches weist schon auf das Kernproblem hin, das Kremer im derzeitigen Geldsystem sieht. Geld entsteht fast ausschließlich durch Kreditvergabe privater Geschäftsbanken. Und die Zinsen, die mit den Krediten verbunden sind, sind Teil des Problems. Kremer, der Mathematik an der Hochschule Koblenz unterrichtet, behandelte die Thematik schon in seinem Fachbuch "Grundlagen der Ökonomie".

Zu Beginn werden "Bestands-Bargeldsysteme", "Bestands-Giralgeldsysteme", "Kredit- Geldsysteme" und anschließend unser heutiges Geldsystem dargestellt. Durch die Gegenüberstellung der verschiedenen Systeme werden sowohl deren Funktionsweise als auch die damit verbundenen Probleme deutlich. Die Zinsproblematik zeigt er anhand von Zahlen zum Bundeshaushalt auf. Der Schuldendienst des Staates, der fast ausschließlich aus Zinszahlungen ohne Tilgungen besteht, belastete das Budget in den letzten Jahren durchschnittlich mit 10%. Damit nahm er den zweit- oder drittgrößten Posten ein, noch vor Gesundheit und Bildung. Die Kapitalkosten der Unternehmen in Form von Kredit- und Anleihezinsen fließen in die Preise der Waren und Dienstleistungen ein. Somit sind alle Konsumausgaben mit Zinsen belastet.

Laut Kremer ist der Zinsanteil an den Preisen durchschnittlich 20%. Nur wer große, zinstragende Vermögen hat, nimmt mehr Zinsen ein als er über seinen Konsum bezahlt. Hierdurch entsteht ein Zinstransfer, der zu einer gesellschaftlich problematischen Umverteilung führt. Als Lösung für die Probleme des heutigen Kredit-Geldsystems stellt Kremer das Vollgeld-System vor.

Die Gründe dafür sind u.a., dass damit die Zinsproblematik verringert wird und der Staat sich entschulden kann. Der Autor geht davon aus, dass der Staat sich durch die Umstellung auf Vollgeld vollständig entschulden kann. Das erscheint in einem absehbaren Zeitraum jedoch als unrealistisch. Das Vollgeld-Konzept hat seiner Meinung nach aber zwei Schwächen. Zum einen sind vermögende Sparer notwendig, um das Bankensystem mit Geldern für die Kreditvergabe zu versorgen. Zum anderen müssen für diese Kredite Zinsen bezahlt werden. Kremer schlägt deshalb vor, dass sich die Banken das Geld für die Kreditvergabe zu 100% von der Zentralbank leihen müssen. Was passiert dann aber mit den Spargeldern der Kunden? Wo sollen diese angelegt werden, wenn die Banken alle Darlehen zu 100% bei der Zentralbank refinanzieren? Eine Kreditvergabe der Zentralbank an Banken ist auch im Vollgeld-System der Monetative möglich. Jedoch soll mit diesem Instrument eine Kreditklemme verhindert und die Geldmenge feingesteuert werden. Weiterhin sieht der Autor vor, dass die Zentralbank die Kredite zinslos zur Verfügung stellt. Die Geschäftsbanken wieder um müssen ihre Kredite ebenfalls zinslos vergeben. Sie dürfen nur Gebühren, und im Falle eines erhöhten Kreditrisikos, einen Risikoaufschlag verlangen. Es fallen also keine anteiligen, von der Kredithöhe abhängigen, prozentualen Kosten an, wie dies beim Zins der Fall ist. Warum aber sollen die Banken dann überhaupt noch hohe und langfristige Kredite vergeben? Ihre Einnahmen in Form von pauschalen Gebühren hängen dann ja nicht von der Höhe und der Laufzeit der Kredite ab. Das Ausfallrisiko und der damit verbundene Verlust ist bei hohen und langfristigen Krediten jedoch viel höher als bei niedrigen und kurzfristigen. Wenn alle Kredite zu 100% mit Zentralbankgeld finanziert werden, wird die Geldmenge wesentlich durch Kreditvergabe beeinflusst. Es findet bei Kreditvergabe Geldschöpfung und im Falle der Tilgung Geldvernichtung statt. Die Geschäftsbanken wären demnach wieder maßgeblich an der Geldschöpfung beteiligt. Diesbezüglich weist Kremers Vorschlag Parallelen zum 100%-Reserve/Chicago Plan auf, der, im Gegensatz zum Vollgeld, dieses Problem nicht lösen kann. Trotz einiger offener Fragen ist "Geld ohne Schuld" ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über das Geldsystem und seine gesellschaftlichen Implikationen. Sein besonderes Verdienst ist, dass es keine volkswirtschaftlichen Fachkenntnisse erfordert, verständlich geschrieben und somit für jedermann leicht zugänglich ist."<"p>

Berliner Debatte Initial 27 (2016) 4 ()

"In Deutschland trugen insbesondere die Arbeiten von Joseph Huber, Raimund Dietz, Thomas Mayer, Norbert Häring, Timm Gudehus, Helge Peukert und Sandra Schmidt dazu bei, dem Vollgeldkonzept große Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit Jürgen Kremers Broschüre kommt nun eine weitere Veröffentlichung hinzu, die ganz sicher ihre Leser finden wird. So mancher Rezipient jedoch wird von diesem Buch enttäuscht sein, denn was der Mathematikprofessor Kremer hier vorgelegt hat, ist keine populärwissenschaftliche Beschreibung des Vollgeldsystems, sondern die sehr knapp gehaltene buchhalterische Darstellung verschiedener virtueller und realer monetärer Modelle. Um den Text verstehen zu können, bedarf es nicht umfassender volkswirtschaftlicher Vorkenntnisse, unbedingt aber bestimmter Grundkenntnisse der doppelten Buchführung und der Bilanzierung.

Damit kommen wir endlich zum eigentlichen Thema des Buches, dem Vollgeld-System. Der Autor misst diesem Ansatz größte theoretische und geldpolitische Bedeutung bei, widmet ihm letztlich aber nur 12,5 Seiten. Hierin erfolgt zunächst eine wichtige Abgrenzung des Vollgeld-Gedankens vom 100%-Money-Konzept Irving Fishers, da dieses ein "Kredit-Geldsystem" verkörpert, jenes aber ein "Bestands-Geldsystem" sein soll. Anschließend referiert der Autor zentrale Aussagen des Vollgeld-Konzepts und legt dabei großen Wert auf die Feststellung, dass die Umstellung der Geldordnung ganz unkompliziert und ohne eine Währungsreform verlaufen könnte. Das überzeugt sicher niemanden. Fragwürdig, weil nicht genug ausgeführt und begründet, sind auch Aussagen wie die, dass die Zentralbank die für Überweisungen auf Vollgeld-Konten benötigten aktivseitigen Zentralbankgelder "in voller Höhe und zinslos [...] per Kredit zur Verfügung" stellt (57). Ist das Vollgeld damit also doch Kredit-Geld? An anderer Stelle steht, dass das Geld "zins- und tilgungsfrei als Bestand bereitgestellt" wird (56). Das wäre dann allerdings kein Kredit. Sei es wie es sei, am Ende steht die Hoffnung, über schuldenfreies Geld zu verfügen und einen "vollständigen Schuldenabbau" zu erreichen. Auch Zinsen würde es dann nicht mehr unbedingt geben, weder auf Ersparnisse noch auf Kredite. Dafür aber "Preisstabilität". Insgesamt wird dieses Buch dazu beitragen, den Nebel, der über der Geld- und Finanzsphäre liegt, weiter zu lichten und die Diskussion über alternative Geldkonzepte zu forcieren. Eine wirkliche Klärung der mit der Vollgeldidee verbundenen Fragen wird dadurch aber kaum erreicht werden."




the author
Prof. Dr. Jürgen Kremer
Jürgen Kremer geb. 1959, Studium der Physik an der Universität Bonn, Promotion in Mathematik an der TU-Berlin. Seit 2001 Professor für Mathematik am RheinAhrCampus Remagen. Publikationen: Portfoliotheorie, Risikomanagement und die Bewertung von Derivaten, 2. Auflage, Springer 2011; Dynamische Analyse - Die Untersuchung des langfristigen Verhaltens von Ökonomien, in Luderer B. (Hrsg.) Die Kunst des Modellierens - Mathematisch-ökonomische Modelle, Vieweg+Teubner 2008. [more titles]
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  • "geeignete Einstiegslektüre" ...
    Eigentümlich frei, März 2017 more...
  • "wertvoller Beitrag zur Diskussion über das Geldsystem" ...
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  • "knapp gehaltene buchhalterische Darstellung verschiedener virtueller und realer monetärer Modelle" ...
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