Timo Kaphengst
17 Seiten · 4,78 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Timo Kaphengst beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der globalen Biomassenutzung aus der Sicht starker Nachhaltigkeit. Unter Biomasse versteht er dabei im engeren Sinn Pflanzenmaterial, das zur Erzeugung von Biokraftstoffen verwendet wird. Auf Grundlage der Greifswalder Theorie starker Nachhaltigkeit versucht Kaphengst unter anderem ethische Leitlinien für die Biomassenutzung zu entwickeln. Ausgehend von Otts und Dörings Überlegungen zur Gerechtigkeitstheorie lasse sich der Grundsatz formulieren, dass es durch die vermehrte Biomassenutzung nicht zu Einschränkungen der Fähigkeiten aller Menschen zu einem guten menschlichen Leben kommen dürfe. Im Anschluss an das Landnutzungskapitel in Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit könne für die Biomasseerzeugung in Mitteleuropa eine Bewirtschaftung gemäß dem Modell differenzierter Landnutzung eingefordert werden, das Flächen unterschiedlicher Nutzungsintensitäten ausweist. Anschließend zeigt Kaphengst die Grenzen der Anwendbarkeit des Greifswalder Ansatzes auf die Biomassenutzung auf. So sei das Modell der differenzierten Landnutzung auf Mitteleuropa zugeschnitten. Die globalen Auswirkungen der Biomassenutzung seien zudem oft sozialer Natur und beträfen vor allem Entwicklungsländer. Eine Nachhaltigkeitstheorie, die ihren Blick auf die Erhaltung des Naturkapitals beschränkt, kann laut Kaphengst auf diese Probleme keine ausreichende Antwort geben.