Christian Lutz und Kirsten Wiebe
31 pages · 5.97 EUR
(July 2010)
Aus der Einleitung:
Die Hauptziele der EU-Nachhaltigkeitsstrategie sind Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt, wirtschaftlicher Wohlstand und Erfüllung der internationalen Verpflichtungen der EU. Diese Ziele sind teilweise sehr gut miteinander vereinbar, allerdings nicht immer. Diese möglichen positiven und negativen Zusammenhänge werden in diesem Papier untersucht. Dafür wird auf die Datenbank der Nachhaltigkeitsindikatoren von EUROSTAT zurückgegriffen. Dieses Papier präsentiert im wesentlichen Ergebnisse des EU Framework Programme 6 Projektes INDI-LINK (Indicator based evaluation of interlinkages between different sustainable development objectives).
In Work Package 2 des Projektes wurden über 30 Methoden auf ihre Eignung für die Modellierung dieser Zusammenhänge geprüft. Die Projektpartner ermittelten dann vier Methoden, die auf diese Fragestellung angewendet werden: das allgemeine Gleichgewichtsmodell der Wasserwirtschaft in den Niederlanden (DEAN, IVM Amsterdam), eine MCA (Multi-Criteria Analysis), eine ökonometrische Zeitreihenanalyse (global vectorautoregression modelling), und das umweltökonomische Welthandelsmodell GINFORS (Global INterindustry FORecasting System), das im nächsten Abschnitt näher dargestellt wird. GINFORS basiert auf internationalen Statistiken, die eine Grundlage bieten um Independenzen zwischen Nachhaltigkeitsindikatoren auf Länder-, EU- und globaler Ebene zu analysieren. In Abschnitt 2.2 werden die Nachhaltigkeitsindikatoren, die im Laufe des Projektes in GINFORS aufgenommen wurden, näher vorgestellt und ihr Anschluss an GINFORS erklärt (Abschnitt 2.3). Im dritten Teil wird erklärt, wie GINFORS eingesetzt wird um mögliche Interdependenzen zu analysieren: Zunächst wird die zukünftige Entwicklung der Indikatoren mit dem Model projiziert. Durch den hohen Verflechtungsgrad der im Modell abgebildeten Verbindungen entsteht ein konsistentes Bild von Veränderungen, die durch verschiedene Politikszenarien hervorgerufen werden. Hier werden hauptsächlich zwei Szenarien betrachtet: ein Referenzszenario („business-as-usual“) und das Szenario eines Alleingangs der EU, in dem diese ihre CO2-Emissionen um 20 % bis 2020 senkt und andere Länder sich an diesen Minderungen nicht beteiligen. Durch einen Vergleich der zwei Szenarien können Interdependenzen zwischen Nachhaltigkeitsindikatoren (sustainable development indicators, SDIs) identifiziert und analysiert werden.